Noch vor Treffen der SPD-Parteispitze: Sigmar Gabriel verrät dem stern seine Absage an Kanzlerkandidatur

stern-Chefredakteur Christian Krug und der stern mit dem Sigmar-Gabriel-Interview
stern-Chefredakteur Christian Krug und der stern mit dem Sigmar-Gabriel-Interview

Heute am frühen Abend trifft sich die Spitze der SPD in Berlin. Zahlreiche Medien spekulieren, ob SPD-Chef Sigmar Gabriel dabei endlich offiziell verkündet, Kanzlerkandidat der Partei zu werden aber ein Medium weiß es schon länger sehr genau. Nach MEEDIA-Infos macht der stern seine neue Ausgabe mit einem großen Gabriel-Exklusiv-Interview auf, in dem dieser seinen Rücktritt erklärt und Kritik an Bundeskanzlerin Angela Merkel übt.

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Wohl deshalb erscheint das Hamburger Magazin unangekündigt bereits einen Tag früher als gewöhnlich und wird schon am morgigen Mittwoch an den Verkaufsstellen erhältlich sein. Von Seiten des Verlags liegt bislang keine Stellungnahme zu der brisanten Titelstory „Der Rücktritt“ vor. Wohl aufgrund der dadurch erfolgten früheren Heftlieferung  kursierte die Ausgabe mit der Breaking News bereits am Dienstagmittag in Grossisten-Kreisen.

Noch am Morgen orakelte der stellvertretende Spiegel-Chefredakteur Dirk Kurbjuweit im „Die Lage“-Newsletter des Magazins noch, ob wohl am Abend ein frisch gebackener Kanzlerkandidat zum Fest zum 70. Jubiläum des Spiegel erscheinen werde. Gemeint war Gabriel, aber der wird wohl nicht in einer Funktion als Kanzlerkandidat kommen. „Der Rücktritt“ ist die Titelzeile zum Exklusiv-Interview des stern. Darunter steht: „SPD-Chef Sigmar Gabriel über seinen Verzicht auf die Kanzlerkandidatur, seinen Nachfolger, seine Vorwürfe gegen Merkel und sein neues privates Glück.“

Vor kurzem erst hatte die Bild vermeintlich exklusiv gemeldet, dass sich Gabriel entschieden habe, als Kanzlerkandidat anzutreten. Von Gabriel selbst und der SPD wurde stets auf eine Entscheidung Ende Januar verwiesen. Offenbar hat der SPD-Chef vor, seinen Verzicht medial mit großem Aufschlag zu inszenieren und dem stern darum ein exklusives Interview gegeben. Für das Magazin ist das ohne Zweifel ein Scoop. Ob Gabriels Parteifreunde es gelungen finden, dass Journalisten vorab detailliert über die Pläne ihres Vorsitzenden informiert waren, bleibt abzuwarten.


Nach der Vorab-Veröffentlichung von Gabriels Entscheidung exklusiv durch MEEDIA folgte die Bestätigung durch den Politiker, der auch den Posten als Parteivorsitzender räumt und ins Außenministerium wechselt. Auch die Wochenzeitung Die Zeit hatte ein Exklusivinterview mit dem SPD-Politiker geführt, bevor dessen Partei über Personalie unterrichtet wurde. Gabriel hatte die mediale Begleitung seines Rückzugs also aufwändig orchestriert – die aus seiner Sicht verfrühte Meldung machte ihm allerdings einen Strich durch die Rechnung.

 

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