A little Story of Success: Bonner Generalanzeiger punktet bei Lesern mit englischem Lokalteil

Helge Matthiesen ist Chefredakteur des Bonner Generalanzeigers
Helge Matthiesen ist Chefredakteur des Bonner Generalanzeigers

In der allgemeinen Wahrnehmung ist die einstige Bundeshauptstadt Bonn nach dem Umzug von Regierung und Parlament nach Berlin in eine Art Wachkoma gefallen. Dass das nicht stimmt und dass die Rheinmetroplole noch immer über ein lebhaftes – und vor allem internationales – Stadtleben verfügt, will der Bonner Generalanzeiger seit einem Jahr mit einem Online-Projekt zeigen: einem englischen Lokalteil.

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Unter der Regie von Carol Kloeppel, der amerikanischen Frau des RTL-Star-Anchors Peter Kloeppel, starteten die Rheinländer vor einem Jahr ihr deutschlandweit einmaliges Online-Experiment: die wichtigsten Regional-News auch in Englisch zu bringen. Im Gegensatz zu den aufmerksamkeitsstarken Projekten von Spiegel Online oder Bild.de, die einige potentiell global-interessante Artikel und Recherchen übersetzt aufbereiten, konzentrieren sich die Bonner auf einen gänzlich praktischen und unspektakulären Ansatz: „Wir machen in unserem englischen Angebot, ganz klassischen und handfesten Lokal-Journalismus“, sagt Helge Matthiesen, Chefredakteur des General-Anzeigers. „Themen bei uns sind die Sitzungen im Rathaus, wie auch neue Positionen von Verkehrs-Blitzern oder die Veranstaltungs-Termine der wichtigsten Karnevalssitzungen“.

Passend dazu die Themen der vergangenen Tage: Der Abriss eines Hauses in der Innenstadt, die Basketball-Niederlage der Telekom Baskets gegen Bayern München, aber auch das Europa-Treffen der Rechtspopulisten.

Mit diesem Angebot wenden sich die Journalisten an eine noch immer recht große Gruppe innerhalb der Bonner-Bevölkerung. „Durch die Vereinten Nationen, die Universität, globalagierenden Unternehmen wie die Telekom oder auch ehemaliger Diplomaten, die hier geblieben sind, leben hier in der Region 20.000 bis 25.000 Menschen, die überwiegend Englisch sprechen. Auch diese haben ein vitales Interesse an Lokalen-Informationen“, sagt Matthiesen.

Dieses Informationsbedürfnis befriedigen die Bonner täglich mit rund sechs Artikeln pro Tag. Die Macher lassen die Lokal-Berichte jedoch nicht einfach wörtlich von einem Übersetzungsbüro übersetzen, sondern von gelernten englischsprachigen Journalisten bearbeiten: „Nur diese sprechen die Sprache, wie sie in den angelsächsischen Medien gebraucht wird“.

Nach einem Jahr kommt das Angebot auf rund 25.000 Seitenabrufe pro Monat und sammelte bislang rund 1.000 Facebook-Freunde ein. Mit dieser Entwicklung ist der Chefredakteur mehr als zufrieden. Tatsächlich scheint er richtiggehend stolz auf sein Projekt zu sein. Für das nächste Jahr wünscht er sich lediglich, dass die Zugriffszahlen auch weiterhin wachsen.

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