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Er ist dann mal weg: Liberty Media zwingt Formel 1-Boss Bernie Ecclestone mit 86 zum Rücktritt

Der Machtkampf um die Formel 1 scheint entschieden: Bernie Ecclestone (l.) wurde auf Betreiben von Medienunternehmer John Malone abgesetzt
Der Machtkampf um die Formel 1 scheint entschieden: Bernie Ecclestone (l.) wurde auf Betreiben von Medienunternehmer John Malone abgesetzt

Die Ära Bernie Ecclestone ist heute zu Ende gegangen sein – ohne Tamtam, ohne Glamour. "Ich wurde heute abgesetzt. Bin einfach weg", zitiert das Motorsport-Portal auto-motor-und-sport.de den Briten. Nach rund vier Jahrzehnten hat der inzwischen 86-Jährige demnach nichts mehr zu sagen. "Das ist offiziell." Vom neuen Formel-1-Besitzer Liberty Media gab es dafür zunächst keine offizielle Bestätigung.

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Britische Medien hatten zuvor allerdings auch schon den (erzwungenen) Rücktritt des 86 Jahre alten Ecclestone für diese Woche prophezeit. Neuer starker Mann ist nun offenbar der US-Amerikaner Chase Carey, ein ehemaliger TV-Direktor. Ecclestone, der Ende der 70er-Jahre die TV- und Vermarktungsrechte der Formel 1 gekauft und damit für den Grundstein seines milliardenschweren Imperiums gesorgt hatte, ist nach eigenen Angaben nun „eine Art Ehrenpräsident. Ich führe diesen Titel ohne zu wissen, was er bedeutet“.

Es hatte sich abgezeichnet und angedeutet. Das, was sich die Formel 1 trotz nicht weniger Skandale Ecclestones praktisch nie hatte vorstellen können. Gut zwei Monate vor dem Saisonauftakt am 26. März im australischen Melbourne gibt es eine Formel 1 ohne Bernie Ecclestone. Schon beim Kauf der ersten Anteile durch den neuen Besitzer sei er nicht gefragt worden, hatte Ecclestone vor Monaten beklagt. Jetzt hat Ecclestone offensichtlich gar nichts mehr zu melden.

„Meine Tage im Büro werden jetzt etwas ruhiger“, sagte er „auto-motor-und-sport.de“. „Vielleicht komme ich auch mal zu einem Grand Prix. Ich habe immer noch viele Freunde in der Formel 1. Und ich habe noch genug Geld, um mir den Besuch bei einem Rennen leisten zu können.“

In der vergangenen Woche hatten die Aktionäre von Liberty Media dem Kauf der Mehrheitsanteile an der Rennserie zugestimmt. Anschließend erteilte auch der Weltverband FIA Grünes Licht für die Übernahme. Nur die EU-Wettbewerbshüter könnten das Geschäft noch stoppen.

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Insgesamt soll Liberty Media für die Mehrheit an der Königsklasse des Motorsports 4,4 Milliarden Dollar (etwa 3,93 Milliarden Euro) zahlen. Zudem sollten Schulden von 4,1 Milliarden Dollar übernommen werden. Der Liberty-Anteil soll auf 35,3 Prozent wachsen, das Stimmrecht vollständig bei dem US-Konzern liegen. Bisheriger Hauptgesellschafter war seit 2005 das Finanzunternehmen CVC, das Ecclestone als Geschäftsführer eingesetzt hatte.

Ein konkretes Zukunftskonzept der neuen Formel-1-Lenker ist – zumindest öffentlich – noch nicht bekannt. Auch die meisten anderen Vorstände im Formula One Management (FOM) sollen Medienberichten zufolge ihre Positionen verlieren. Für die Vermarktung ist der ehemalige Chef des US-Sportsenders ESPN, Sean Bratches, im Gespräch, für den Sport soll der einstige Ferrari- und Mercedes-Teamchef Ross Brawn künftig zuständig sein.

Ecclestone nahm zuletzt in erster Linie über die Vermarktung Gelder ein, hinzu kamen die Gebühren von den Rennstreckenbetreibern. Andere Bereiche wie soziale Medien oder den Verkauf von TV-Rechten hatte Ecclestone gar nicht oder nur unzureichend beachtet. Als „dysfunktional“ soll der neue starke Mann Carey laut BBC das Modell bezeichnet haben. Auch Ecclestones Führungsstil erscheint anachronistisch. Der Brite herrschte und entschied allein, Demokratie war nicht sein Ding. Nun wurde er selbst offensichtlich ohne zu fragen abgesetzt.

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Alle Kommentare

  1. Ich möcht zu gerne mal wissen was der Bernie so für Pillen schluckt. Mit 86 sieht der aus wie andere nicht mit 51.

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