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NDR-Medienmagazin „Zapp“: So kassieren öffentlich-rechtliche Sport-Moderatoren nebenher ab

„Zapp“ berichtete über Nebentätigkeiten von Sportjournalisten von ARD und ZDF
"Zapp" berichtete über Nebentätigkeiten von Sportjournalisten von ARD und ZDF

Öffentlich-rechtliche TV-Moderatoren, die lukrativen Nebentätigkeiten nachgehen, sind immer mal wieder Anlass für Aufreger. Aktuell hat das NDR-Medienmagazin "Zapp" einige Fälle von Sportmoderatoren aufgegriffen, die nebenher Aufträge für Institutionen annehmen, über die sie sonst scheinbar neutral berichten. Wie immer in solchen Fällen handelt es sich um freie Mitarbeiter. Das Problem ist altbekannt. Dass sich etwas daran ändert, ist unwahrscheinlich.

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Laut „Zapp“ kümmert sich beispielsweise Markus Othmer für die ARD im „Mittagsmagazin“ und in der „Sportschau“ um Sportthemen. Im Oktober 2016 hat er aber auch die Präsentation des Logos der Ausrichter-Stadt München für die Euro 2020 moderiert. Der von „Zapp“ befragte Medienwissenschaftler Thomas Koch von der Uni Mainz meint, das sei in etwa so, als wenn ein politischer Journalist die Präsentation des neuen CDU-Logos moderieren würde.

Weitere von „Zapp“ thematisierte Fälle sind Marco Schreyl, der im WDR-Hörfunk Sportsendungen moderiert und auch die Fifa Gala „The Best FIFA Football Awards“ präsentierte. Später erklärte Schreyl im WDR sogar noch, dass er das gerne wieder tun würde. Julia Scharf moderierte den ARD-„Brennpunkt“ zur angeblich gekauften Fußball-WM 2006 in Deutschland. Ein Skandal bei dem Franz Beckenbauer eine zentrale Rolle spielt. Im Mai 2016 war sie gebucht für eine Veranstaltung des „Camp Beckenbauer“, eine Networking-Plattform mit Franz Beckenbauer als Galionsfigur. Gegenüber „Zapp“ erklärte Scharf, sie sehe hier keinen Interessenskonflikt, da sie im TV schwerpunktmäßig Moderationen übernehme. Außerdem: „Solange mir Sender aber keine zeitliche und finanzielle Sicherheit geben, werden auch andere Tätigkeiten immer eine Rolle spielen.“ Sven Voss, der das „aktuelle sportstudio“ im ZDF moderiert, wird von der Sport-Agentur Projekt B als „Markenbotschafter“ angepriesen.

Die von „Zapp“ befragten Sender sehen in den Nebentätigkeiten ihrer Sportjournalisten keine Probleme. Die Sache mit den Nebentätigkeiten von öffentlich-rechtlichen Journalisten ist nicht neu. Gerade auch „Tagesschau“-Sprecherinnen und -Sprecher gerieten immer mal wieder in die Kritik wegen Nebentätigkeiten. So trat Judith Rakers beispielsweise mal bei der Eröffnung einer McDonald’s-Filiale auf und der frühere „Tagesthemen“-Moderator und heutige WDR-Intendant Tom Buhrow kassierte für den Auftritt bei einer Sektkellerei 10.000 Euro.

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