„Sie werden es mit einer einheitlichen Front zu tun bekommen“ – offener Brief des „US Press Corps“ mit drohendem Unterton an Donald Trump

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Böse Überraschung: Donald Trump hat keine Mehrheit für seine Gesundheitsreform bekommen

Kyle Pope, Chefredakteur der Columbia Journalism Review hat dem designierten neuen US-Präsidenten Donald Trump einen offenen Brief im Namen der US-Presse (US Press Corps) geschrieben. In dem Brief wird Trump klar gemacht, dass nicht er die Regeln für das Zusammenspiel mit den Medien vorgibt, sondern die Medien. Stellenweise hat das Schreiben einen deutlich drohenden Unterton.

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„In diesen letzten Tagen vor Ihrer Amtseinführung dachten wir, es könnte hilfreich sein klarzustellen, wie wir die Beziehung zwischen Ihrer Regierung und dem amerikanischen Press Corps sehen“, heißt es zu Beginn des offenen Briefs, der von Kyle Pope, Chefredakteur der Columia Journalism Review formuliert wurde. Was folgt ist eine Aufzählung von Entgleisungen und Regelbrüchen seitens des künftigen US-Präsidenten. Er habe Medien von der Berichterstattung über sich ausgeschlossen, habe via Twitter einzelne Reporter bedroht und seine Unterstützer ermutigt, das ebenfalls zu tun. Er habe sich für eine Lockerung von Verleumdungsgesetzen ausgesprochen, Klagen angedroht, sich der Presse entzogen, die Regeln von Pressekonferenzen missachtet und einen behinderten Reporter öffentlich verspottet.

„All dies ist natürlich ihre Entscheidung gewesen und gewissermaßen auch Ihr Recht. Die Verfassung schützt die Freiheit der Presse aber sie schreibt nicht vor, wie der Präsident diese wertschätzen muss. Regelmäßige Pressekonferenzen sind dort nicht vorgegeben. Aber während Sie jedes Recht haben, Ihre grundsätzlichen Regeln für den Umgang mit der Presse festzulegen, haben wir auch einige Rechte. Es sind immerhin unsere Sendezeiten und unsere Kolumnen, die sie beeinflussen wollen. Wir, nicht Sie, entscheiden, wie wir unseren Lesern, Zuhörern und Zuschauern am besten dienen. Also betrachten Sie das Folgende als Hintergrundinfo für das, was sie in den nächsten vier Jahren von uns zu erwarten haben.“

Zugang zum Präsidenten und seinen Leuten sei wünschenswert aber nicht entscheidend, heißt es dann in dem Brief. Einige der besten Geschichten über seine Kampagne sei von Medien gekommen, die von Trump von der Berichterstattung ausgeschlossen wurden, heißt es weiter. Die Medien selbst würden entscheiden, ob sie Off-Record-Regeln akzeptieren und an Hintergrundgesprächen teilnehmen oder nicht. Ebenso sei es die Entscheidung der Medien wieviel Platz Trump und seinen Leuten in den Medien eingeräumt werde. Die Medien würden ihre eigene Standards nun höher setzen als jemals zuvor, um das Vertrauen des Publikums zurückzugewinnen. Trump brauche auch nicht zu versuchen, Medien gegeneinander auszuspielen: „Wenn Sie einen Reporter, der etwas sagt, das sie nicht mögen, niederschreien oder bei einer Pressekonferenz ignorieren, werden sie es mit einer einheitlichen Front zu tun bekommen.“

Letzteres ist eine klare Anspielung auf die Ereignisse während Trumps jüngster Pressekonferenz in New York. Trump ließ keine Fragen eines CNN-Reporters zu und bezeichnete CNN als „schreckliche Firma“ und „Fake News“. Das Online-Portal BuzzFeed bezeichnete er als „einen Haufen Müll“, weil BuzzFeed ein Dossier mit unverifizierten Anschuldigungen gegen Trump veröffentlicht hatte.

Am Ende des Briefes heißt es: „Sie haben uns gezwungen, dass wir uns grundsätzlich darüber klar werden, wer wir sind, und wozu wir da sind. Dafür sind wir in höchstem Maße dankbar. Genießen Sie Ihre Amtseinführung.“

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Alle Kommentare

  1. Liebe MEEDIA-Redaktion…

    … langsam machen Sie sich mitschuldig, dass Sie eine öffentliche Plattform für Hasstexte im Nazi-Jargon (siehe Egbert Scholz) bieten. Passt denn bei Ihnen keiner auf?

    1. Worauf sollen sie denn aufpassen? Was soll daran ein Hasstext sein? Haben wir den selben Artikel gelesen?

      Fragen über Fragen…

    2. Nazi-Jargon? Paß mal gut auf, mein lieber Junge. Dich habe ich seit zehn Jahren nicht im Gottesdienst und auch nicht bei der Beichte gesehen. Und nun fängst Du an, mich öffentlich mit ehemals flatulent passionierten Schnurrbartträgern aus Österreich in Verbindung zu bringen? Das geht zu weit! Wir sind doch hier nicht in der Außenstelle der kleinen Strolche! Hör auf damit, sonst kommt beim nächsten Nikolaus ein verkleideter US Marine als Knecht Ruprecht vorbei. Hoast dös, damischer Linksträger? Und noch etwas: TRUMP FOR PRESIDENT!!! Ach so, ist er ja schon. :))))

    3. Mir schwarnt echt böses, wenn heutzutage nicht nur die „ewig gestrigen“ sondern auch die vermeintlich aufgeklären,freien Menschen nur noch die Gegenseite (ja Leute, D ist -leider- von den pol. Ansichten her geteilt) verleumden, diffamieren und diskreditieren…. Man(n) muss ja definitiv nicht der selben Meinung sein, aber man muss auch nicht immer Grundsätzlich die „NAZI-Keule“ auspacken und damit auf den (pol.) Gegner einschlagen sozusagen als Selbstzweck od. Automatismus völlig unabhängig davon ob dies tatsächlich nun eine „tatsächliche“ rechte Meinung war oder nicht. Hier wird ganz klar eine (menschliche) Grenze übertreten, denn wenn einer propagiert, das er z.B. Kritiker des Asylsystems ist, heißt das absolut nicht, das der Betreffende auch (automatisch) ein Rechtsextremer ist-hier wird mit Kanonen auf Spatzen geschossen…..
      Trotz, oder gerade weil das so ist, bedeutet dies, das alle (L wie R) mal wieder sachlicher werden müssen was den gemeinsamen Umgang miteinander angeht- es kann nicht sein ,das sich Deutschland innenpolitisch immer mehr spaltet, man MUSS ja nicht die selbe pol. Meinung haben, es gibt schließlich noch genug andere Faktoren, welche eine Symphatie bzw. Freundschaft ausmachen!

  2. Wir sind ja im Lutherjahr. Da überkam mich doch gerade eine verrückte Reminiszenz: Das Geplärre kenne ich doch? Und zwar von dummdreisten Tetzels, gierigen Päpsten und verhurten Monsignores, die sich durch die Reformation „gestört“ fühlten. Geholfen hat es nichts. Wir wissen zu schätzen, wo wir dadurch heute stehen. Plötzlich brauchten die Menschen niemand mehr, der vorne am Altar Unverständliches brabbelt, sondern lasen auf Deutsch nach, was sie (möglicherweise?) zum „Herrn“ führt. Am Ende stand die europäische Aufklärung inklusive Facebook und Twitter als vorläufige Ausbaustufe. Und nun wieder das Geplärre von Ewiggestrigen, die ahnen, was sie kurzfristig verlieren werden. Helfen wird es auch dieses Mal nichts. Gut: Trump ist nicht ( ich wiederhole: nicht!) der Messias. Aber er ist so etwas wie das Symbol einer Graswurzelbewegung, die fortspülen wird, was uns jetzt noch undemokratisch an den Schuhsohlen klebt. Am Ende werden wir etwas freier, etwas aufgeklärter und die Welt etwas friedlicher sein. Und liebe Pressler, wenn ihr das erste Mal nicht mehr in der Airforce One kostenlos auf Weltreise gehen dürft, um über dem Pazifik mit dem Präsi einen zu kippen, werdet Ihr schon brav werden und Euch brav bücken. So wie jede andere Dreckshure auch, deren Zuhälter ihr mit der Pumpenzange einen Scheitel zieht, weil sie „nasty“ zu ihm ist …

  3. wie lange wird es dauern, bis Twitter offline geht. Mal sehen, wer das Geld für den Laden auf den Tisch legt. So gehts ja nicht. Irgendein Soros wird sich schon finden.

  4. die „Alpha-Journalisten“ sind geistig nicht auf der Ballhöhe. So eine Drohung hätte vielleicht vor 20 Jahren gezogen, aber nun gibt es das Internet mit Twitter, Blogs uvm.

  5. Da kann man ja nur dankbar feststellen, es ändert sich etwas. Mühsam aber knallhart werden sie aus ihrer Wohlfühl-Schaukel geschubst. Wie wir Bürger auch… dank Merkels 1,5 Millionen-Imperativ. Die Presse – wild mit ihrer „Pressefreiheit“ wedelnd – muss sich besinnen, wozu sie überhaupt da ist. Nix mit Eideidei-Getue und Gekungel mit Politikern, deren aus Eigennutz und zur Versorgung unendlich vieler Leute geschaffenen „Vereine“ und „Institute“ und „Akademien“ oder sogar Wirtschafts-„Stiftungen“ (siehe Bertelsmann u.a.), die alle dem Staat, den sie KONTROLLIEREN wollten/sollten – also letztlich gegen die kritischen Bürger – in die Hände spielen als stolzer Teil des Establishments, das sich dieses Land so fein aufgeteilt hat in Bezieher staatlicher Wohltätigkeit (Pensionen, Sensationsgehälter, dolle Jobs bis zur Sensationsrente usw.) versus Rentner, die weniger Rente bekommen als sie Miete in Großstädten zahlen müssen, versus normaler Angestellter, die horrende Beträge in die Sozial- und Krankenkassen zahlen, während der Beamten-Haufen abkassiert. Sie sagen, das kann man nicht abstellen, da gäb’s Verwerfungen und – meine Schlussfolgerung – die kann man nicht aus dem den Bürgern abgezockten Milliarden-Überschusstopf mal anstoßen, weil man diesen Topf ja für die nächsten 30 Jahre für Asylbewerber etc. einplanen muss. Schönen Dank! Und so weiter und so fort. Lange Rede kurzer Sinn: Geile Sache diese Trump-Angst und noch geiler, wie sich die ganze Mischpoke aus ihren Kissen erhebt, PRESSEFREIHEIIIIIIIT jaulend. Explizit sind damit NICHT die ganz normalen Redakteure/Journalisten/Freien gemeint, die weder was zu sagen noch Zeit haben, zu recherchieren noch ausreichend bezahlt werden und schon gar keine berufliche Sicherheit haben.

  6. Die „Presse“ wird sich noch wundern. Trump spricht mit den Bürgern und Wählern direkt und die medialen Kasper in ihrem geheuchelten Überlegenheitswahn werden von Social Media und Internet an die Wand gedrückt. Als ob man dieser Tage hüben wie drüben objektiv informiert werden würde – kein Mensch braucht Spiegel, Zeit oder Washington Post, wenn man gleichzeitig der Quelle selbst zuhören kann.

    1. Stimmt! Politiker und sonstige Machtbesessene sind ja schließlich dafür bekannt nur die Wahrheit und nichts als die Wahrheit zu sagen.

      Daher ist es ratsam nur eine Version der „Wahrheit“ zu hören und in keinem Fall zu hinterfragen oder sich andersweitig „beeinflussen“ zu lassen. Ganz unabhängig davon, ob die Medien wahrheitsgemäß berichten oder nicht.

      Und seien wir doch ehrlich: Die Lügenpresse-Rufe sind immer am Lautesten, wenn Flüchtlinge nicht niedergeschrieben werden oder bei einem Verbrechen nicht sofort die Nationalität die „Richtige“ ist.

      Jeder glaubt halt an die Wahrheit die ihm gerade am Besten in den Sinn passt. Quellen spielen hierbei nur eine untergeordnete Rolle.

      1. Und deshalb brauchen wir eine Presse, die UNABHÄNGIG von staatlichen Einflüssen oder Buddy-Buddy- und Lobbyisten-Zeugs berichtet, überwacht und Skandale v e r f o l g t und nicht nach einer aufgeregten Schlagzeile den Skandal einfach vergisst. Damit, dass nichts weiter verfolgt wird, können Politiker u.a. inzwischen zu 100 % rechnen. Und deshalb treten die auch nicht mehr zurück. Sie wissen genau, wenn sie die ersten aufgeregten zwei/drei Tage überstehen, haben die Medien alles vergessen, vergraben und jagen dem nächsten Käse hinterher. Beispiel: Die BILD hat sich enorme Mühe gemacht, die Verflechtungen in Berlin aufzuzeigen. Wer sitzt wo an der Spitze, ist mit wem befreundet und verflochten, so dass ein Anruf reicht… Und? Was ist draus geworden ? Nichts.. Keine Folgen für niemanden. Alle miteinander haben ohne jede Stellungnahme damit gerechnet, dass mit einem einzigen Artikel der BILD die Sache auch gleich wieder erledigt ist. Gilt auch für andere Medien. Die FAZ tönt in Abständen immer wieder über „Skandale“ im öffentlich-rechtlichen System (freie Autoren wie früher Siebenhaar und aktuell Seewald, der auch PR-Aufträge u.a. der ARD annimmt, die aber seinen Namen nicht nennt etc.) und das war’s dann. Vor dieser Art der „Pressefreiheits-Presse“ in D, die alle „Schurken“ davonkommen lässt, muss sich heutzutage keiner mehr fürchten. Frage ist wozu so eine Presse gebraucht wird. Dass Politiker usw. so eine Presse sehr gut „brauchen“ können, ist klar. Aber der Bürger? Der soll für solche „Artikel“ auch noch bezahlen?

      2. @Keumel: Stimmt, da ist mehr dran als einem lieb ist!

        Aber hier frage ich mich, warum überhaupt irgendjemand zurücktreten sollte oder irgendeine Konsequenz ziehen sollte?

        Denn am Beispiel Trump kann man sehen, dass rassistische Parolen, frauenfeindliche Sprüche, sexuelle Nötigung, Lügen, fehlender Anstand uvm. nicht nur nicht geahndet werden sondern vom Wahlvolk sogar noch honoriert werden – und zwar unabhängig davon ob er jetzt weniger Stimmen als Hillary hatte (dank des amerikanischen Wahlsystems).

        Und ja, wir brauchen eine unabhängige Presse mehr denn je, aber die Bürger entscheiden letztendlich selbst, welche Fakten bzw. Stories überhaupt als unabhängig beurteilt werden.

  7. Es war immer schon so, Medien – insbesondere BILD &Co – sind Königsmacher und Königsmörder. Gezielte Information oder Unterlassung – taktisches Mittel jeder Regierung, die aber auch gegen sie eingesetzt wird, sobald ein Redakteur meint, er könne Gott spielen und den Lauf der Geschichte jenseits von Moral verändern zu wollen.

    Ekelhaft!

  8. Die Presse in den USA versteht ihre Rolle nicht.
    Trump macht Politik, die Presse berichtet und nicht umgekehrt.
    Trump wird es ihnen schon noch erklären.

  9. wuerde schon reichen, wenn die Presse normal ausgewogen berichtet und die 100 Tage schonzeit nicht ganz vergisst.

  10. Klar, die Medien stellen die Machtfrage. Nix neues.

    Keinerlei Legitimation durch Wahl , das kann man schon bei Schumpeter nachlesen.

    Hallo Politiker, ihr müßt die Macht nochmals abgeben, und eine Medien-GEZ aus der Taufe heben.

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