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Bayer-Pressechef: „Verlagshäuser sind mindestens genauso systemrelevant wie Banken“

Chstian Maertin ist Head of Corporate Communications der Bayer AG
Chstian Maertin ist Head of Corporate Communications der Bayer AG

„Content-Marketing killt Journalismus“: Mit dieser Aussage hat Handelsblatt-Redakteur Hans-Peter Siebenhaar eine lebhafte Debatte angestoßen. Der These des Journalisten widerspricht nun Christian Maertin, Head of Corporate Communications der Bayer AG, in einem Gastbeitrag für MEEDIA. Zum einen verteidigt er das moderne PR-Storytelling, zum anderen sagt er, dass dringend darüber gesprochen werden muss, wie „hohe journalistische Standards auch in Zukunft zu sichern“ sind.

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Von Christian Maertin

In einem Beitrag hat sich Handelsblatt-Korrespondent Hans-Peter Siebenhaar an dieser Stelle vor wenigen Tagen Gedanken zur Zukunft eines kritischen und unabhängigen Journalismus gemacht. Sein Credo: Weil Unternehmen immer häufiger selbst redaktionelle Inhalte produzieren, tragen sie dazu bei, dass Redaktionen bei Zeitungen, Magazinen oder TV-Sendern unter Druck geraten und zunehmend Personal abbauen müssen.

Zunächst einmal hat Hans-Peter Siebenhaar mit seinem Text einen wichtigen und richtigen Impuls geliefert. Denn in Zeiten, in denen soziale Medien zunehmend das direkte Gespräch mit Journalisten ersetzen, bedarf es wirklich einer Debatte über die Zukunft des unabhängigen und kritischen Journalismus.

Doch wie berechtigt oder gar realistisch ist Siebenhaars Forderung, zukünftig auf Content Marketing zu verzichten? Halten wir zunächst fest, dass Unternehmen – übrigens nicht anders als NGOs, Verbände oder politische Parteien – ihre Zielgruppen schon seit Jahrzehnten mit gut gemachtem Corporate Publishing ansprechen. Seinen wahren Siegeszug hat Content Marketing aber natürlich dem technologischen Fortschritt und dem Aufstieg der sozialen Medien zu verdanken. Wer modernes Storytelling betreibt, tut also nichts anderes, als die eigenen Zielgruppen so direkt, kreativ und spannend anzusprechen, wie es die Digitalisierung heute eben erlaubt.

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Zahllose Medienhäuser begegnen den Chancen des Internet dagegen seit vielen Jahren, indem sie das Wertvollste, das sie haben, nämlich ihre redaktionellen Inhalte, kostenlos im Netz verteilen. Die Hoffnung, fehlende Erlöse durch Werbeeinnahmen auszugleichen, hat sich leider für die wenigsten erfüllt. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung ist es zumindest gewagt, die werbetreibende Wirtschaft aufzufordern, auf Content-Marketing zu verzichten – zumal der Absender immer klar gekennzeichnet ist. Rund um die Welt schreitet die Digitalisierung in atemberaubendem Tempo voran – damit müssen sich alle Beteiligten auseinandersetzen, um ihre Zielgruppen bestmöglich zu erreichen.

Bei einem Aspekt allerdings trifft Hans-Peter Siebenhaar exakt den richtigen Punkt: Bis heute ist uns allen viel zu wenig klar, wie essentiell ein kritischer und einordnender Journalismus für eine funktionierende Demokratie und ein gutes gesellschaftliches Miteinander ist.

Es ist daher höchste Zeit, dass wir uns fragen, ob funktionierende Verlagshäuser nicht mindestens genauso systemrelevant sind wie die vieldiskutierten Banken. Für die ökonomische Situation der Medienbranche sind Produzenten von Content-Marketing mitnichten verantwortlich. Aber wie Organisationen und Gesellschaft generell dazu beitragen können, hohe journalistische Standards auch in Zukunft zu sichern, diese Diskussion muss dringend geführt werden.

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Alle Kommentare

  1. Guter Konter! Der Niedergang der traditionellen Medienhäuser und damit auch des Qualitätsjournalismus begann lange bevor wir in Deutschland überhaupt über Content Marketing diskutiert haben.
    Der Angriff auf die Content Marketing Disziplin ist wohl eher das Schreien im Walde aus Angst vor der eigenen Bedeutungslosigkeit.
    Doch wer den Kampf um Relevanz, Glaubwürdigkeit und Vertrauen gewinnt, entscheidet letztendlich der Leser:
    http://blog.adenion.de/content-marketing-contra-journalismus-alles-luege-oder-was/

  2. Hihhihihiiiii – Deutschland hat 12.000 Asylbewerber aus europäischen Ländern „zurückgenommen“.. und Deutschland hat 280.000 neue aufgenommen..die anderen im schönen Europa natürlich nicht.. und Deutschland hat über den Familiennachzug – auf Nachfrage natürlich nur, nicht freiwillig bekannt gegeben – noch so an die 70.000 bis 100.000 aufgenommen. zuzüglich zu den 280.000. Tja… viele Lügen und „Verschweigungen“ unterwegs… Feigheit kommt vor dem Fall… nö.. da stimmt jetzt was nicht… aber ungefähr so könnte man das schon sagen.

  3. Alles Sülze!

    Verlage bzw. deren Medien sind nur Träger von Verbraucherinformationen und ein Instrument Menschen Dinge glauben zu lassen um Meinungen zu lenken. Schlagwort: Stuttgart 21, BER, Arbeitslosenzahlen, Facharbeitermangel, etc..

    Könnte ich die Uhr zurückdrehen, ich wär lieber „dumm und ungebildet und ohne Zeitung“ als strategisch Medien manipuliert.

    Zudem wie viele verschiedene Meinungen gibt es denn in Deutschland? Madsack, Springer, SWMH, DuMont. Der Rest ist nicht bedeutsam Mangels Reichweite, quasi Einzelmeinungen. Also Lieber Herr BASF. Nehmen Sie die Betriebszeitung, nennen das Druckwerk Ludwigshafener Bote verteilen das Zeug für umme nehmen einige Anzeigen von Discountern mit rein, einen arbeitslosen Journalisten der DPA Texte umdichten darf und fertig ist die unabhängige, überparteiliche Zeitung. Wahnsinnig systemrelevant. Manometer auf welchem Planeten leben wir eigentlich?

  4. lol die bayer-schmalzlocke weiß doch nur zu gut, dass die „Verlagshäuser“ in erster linie außen-pressestellen der industrie in deutschland sind. so findet sich zum thema „Glyphosat“ von FAZ bis Sueddeutsche nur verharmlosendes Geschreibsel mit Talking-Points souffliert von Bayer Cropscience. Je früher diese korrupten Drecksblätter über die Wupper gehen, desto besser für uns alle. Und Bayer/Monsanto ist als nächstes dran.

  5. Es gibt nur einen „Journalismus“, der systemrelevant wäre und das ist einer, der als „Vierte Macht im Staat“ Kontrolle ausübt aber nicht „mit dem Staat“ kungelt und von Neutralität keinen Schimmer mehr hat. Fakten, Fakten, Fakten ist KEIN Ruf aus alten Zeiten. Unser „Journalismus“ produziert täglich Schlagzeilen und lässt sie – wie die Politiker ihre Worthülsen – fallen wie heiße Kartoffeln, ohne sich weiter dafür zu interessieren. Nichts wird über Wochen und Monate nach verfolgt, nichts wird überprüft. Atemlos (und sinnlos) durch das Land. Wozu braucht diese lasche, mit sich selbst beschäftigte oder sich gemein machende Medienlandschaft das Bickerl „Pressefreiheit“ oder „Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film“? Es verfolgt sie doch niemand, ja es gibt keinen Anlass dazu. Wenn, dann müsste man diese Art von „Journalismus“ wegen Untätigkeit und sinnloser Wichtigtuerei mit Strafen belegen. Sie schreiben von „hohen journalistischen Standards“ und wie wichtig ein „kritischer und einordnender Journalismus für eine funktionierende Demokratie und ein gutes gesellschaftliches Miteinander“, ist. Ich glaube, erst einmal müsste „der Journalismus“ in Deutschland, der es sich so bequem im Establishment gemacht hat, begreifen und sich in der Welt umschauen, WOZU eine „garantierte Pressefreiheit“ nötig ist. Wo bleiben die Sorgen der Bürger, die lesen und kaufen sollen? Was haben die davon, dass Ihr heute über schlimmste Abzocke bei Banken schreibt, morgen über den Unsinn der Beamten/Politiker-Privilegien, übermorgen über 40.000 Keim-tote Bürger oder was öffentlich-rechtliche Sender mit den Unsummen an Geld machen und warum es den Soli noch gibt, wenn ihr NICHTS weiterverfolgt? Genauso wie die Politiker, die schwafeln und schwafeln und am Ende nichts, was dringend gemacht werden müsste, umsetzen. „Den Staat“ in die Enge treiben, bis sich etwas ändert? (offene Grenzen? 2016 wieder 280.000 Flüchtlinge für drei neue Großstädte und ihr verbreitet mit dieser Zahl zu 100% das Politikergeschwätz, es seien ja viel weniger als letztes Jahr.. Auf Wunsch des „Staates“ oder wie? Ihr vergackeiert die Bürger und lacht sie aus (Mietwahnsinn, Steuer- und Abgaben-Wahnsinn, Krankenkosten-Wahnsinn, Privilegien-Wahnsinn, Behörden-Wahnsinn, der Menschen getötet hat… und vieles mehr. Warum verbündet Ihr Euch nicht mit anderen europäischen Medien und bringt endlich das Millionengrab des EU-Doppelsitzes in Strassburg zu Fall? Geht’s Euch so gut im Umfeld der „Regierenden, dass Ihr alles tut, damit „der Staat“ sich wohl fühlt

  6. Es gibt nur einen „Journalismus“, der systemrelevant wäre und das ist einer, der als „Vierte Macht im Staat“ Kontrolle ausübt aber nicht „mit dem Staat“ kungelt und von Neutralität keinen Schimmer mehr hat. Fakten, Fakten, Fakten ist KEIN Ruf aus alten Zeiten. Unser „Journalismus“ produziert täglich Schlagzeilen und lässt sie – wie die Politiker ihre Worthülsen – fallen wie heiße Kartoffeln, ohne sich weiter dafür zu interessieren. Nichts wird über Wochen und Monate nach verfolgt, nichts wird überprüft, ständig wird eine neue Sau durchs Dorf gejagt. Atemlos (und sinnlos) durch das Land. Wozu bitte braucht diese lasche, mit sich selbst beschäftigte oder sich gemein machende Medienlandschaft das Bickerl „Pressefreiheit“ oder „Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film“? Es verfolgt sie doch niemand, ja es gibt nicht einmal den geringsten Anlass dazu. Wenn, dann müsste man diese Art von „Journalismus“ wegen Untätigkeit und sinnloser Wichtigtuerei mit Strafen belegen. Da ist keine vierte Gewalt. Sie schreiben von „hohen journalistischen Standards“ und wie wichtig ein „kritischer und einordnender Journalismus für eine funktionierende Demokratie und ein gutes gesellschaftliches Miteinander“, ist. Ich glaube, erst einmal müsste „der Journalismus“ in Deutschland, der es sich so bequem im Establishment gemacht hat (Kotau in schönen Bildern, wenn sich wieder eine oder ein PolitikerIn in bester PR-Manier präsentieren möchte), begreifen und sich in der Welt umschauen, WOZU eine „garantierte Pressefreiheit“ nötig ist. Wo bleiben die Sorgen der Bürger, die lesen und kaufen sollen? Was haben die davon, dass Ihr heute über schlimmste Abzocke bei Banken schreibt, morgen über den Unsinn der Beamten/Politiker-Privilegien, übermorgen über 40.000 tote Bürger durch Keime oder was öffentlich-rechtliche Sender mit den Unsummen an Geld der Bürger machen oder warum es den Soli noch gibt, wenn ihr NICHTS weiterverfolgt? Genauso wie die Politiker, die schwafeln und schwafeln und am Ende nichts, was dringend gemacht werden müßte, umsetzen. Wer braucht Medien, die sich weigern „den Staat“ in die Enge zu treiben, bis sich etwas ändert? (offene Grenzen? 2016 wieder 280.000 Flüchtlinge (drei Großstädte) und IHR verbreitet mit dieser Zahl zu 100% das Politikergeschwätz, es seien ja viiiiiel weniger als letztes Jahr.. Das war wohl eine freiwillige Hilfe für die Poltiker oder wie? Ihr vergackeiert die Bürger und lacht sie aus in allen Bereichen (Mietwahnsinn, Steuer- und Abgaben-Wahnsinn, Krankenkosten-Wahnsinn, Privilegien-Wahnsinn, Behörden-Wahnsinn, der Menschen tötet… unendlich mehr könnte man aufzählen. Warum verbündet Ihr Euch nicht mit anderen europäischen Medien und bringt endlich dieses Millionengrab des EU-Doppelsitzes in Strassburg zu Fall. Warum nicht, warumnicht? Fühlt Ihr Euch so wohl im Umfeld der „Regierenden“? Ist es so schön, wenn man als Moderator eines Senders oder sonstiger Journalist – gemeinsam mit den Politikern – als Prominenz zur „Elphi-Premiere“ eingeladen wird? Müssen Verlagsmitarbeiter wie wilde Hühner herum gackern, weil zu ihren Festen „die Kanzlerin & Co.“ erscheint. Zum Kotzen diese Art von Presse, die NULL Pressefreiheit braucht, weil sie doch alles tut, damit „der Staat“ sich wohl fühlt.

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