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Anpfiff in Hannover: Madsack Mediengruppe bündelt Sportredaktionen in neuer Einheit

Marco Fenske leitet die neue Sport-Gruppe bei Madsack
Marco Fenske leitet die neue Sport-Gruppe bei Madsack

Der Markt der Sportberichterstattung ist in Bewegung. Axel Springer wagt sich in wenigen Tagen mit einer täglichen Fußballzeitung an den Kioske, Bild-Konkurrent Hamburger Morgenpost sieht hierbei nicht tatenlos zu und bringt eine herausnehmbare, ebenfalls täglich erscheinende Sportbeilage auf den Markt. Jetzt wappnet sich auch die Madsack Mediengruppe. Das niedersächsische Verlagshaus gründet eine eigene Sport-Unit am Stammsitz in Hannover.

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Es ist ein Paukenschlag, der den gesamten Markt der Sportberichterstattung in Aufruhr versetzt. Am Freitag startet der Berliner Medienkonzern Axel Springer seine täglich erscheinende Fußball-Zeitung. Die „Fußball Bild“ kämpft mit einer bundesweiten Ausgabe für einen Euro um Leser. In Hamburg hat der Angriff von Springer auf das Marktsegment die Hamburger Morgenpost in Aufregung versetzt. Die Boulevard-Zeitung plant künftig, eine herausnehmbare, ebenfalls täglich erscheinende Sportbeilage.

Jetzt reagiert offenbar auch die Madsack Mediengruppe auf die anstehenden Marktveränderungen. Sie bündelt am Verlagsstandort Hannover die Sportredaktionen für die Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ), die Neue Presse und das Portal Sportbuzzer. Der Name der Einheit: Madsack Sport Unit Hannover. Gesteuert wird sie von Marco Fenske, Koordinator Sport der breit aufgestellten Verlagsgruppe. Sie wird aus 16 Redakteuren bestehen. „Am Standort Hannover werden die auf die verschiedenen Sportredaktionen verteilten Kräfte in einer schlagkräftigen Einheit, der Madsack Sport Unit Hannover, zusammengefasst. Die neue starke Sportredaktion für Hannover wird sich medien- und titelübergreifend um die regionale Sportberichterstattung für die Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ), die Neue Presse (NP) und das Portal Sportbuzzer kümmern“, erklärt ein Madsack-Sprecher auf MEEDIA-Anfrage. Alle Sportredakteure, die derzeit für die verschiedenen Titel in diversen Einzelfirmen arbeiten, würden in die neue Einheit übergehen, heißt es. Ihnen entstünden hierdurch keine materiellen Nachteile.

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Von der Maßnahme seien die Sportseiten der beiden Madsack-Flaggschiffe nicht betroffen. „HAZ und NP behalten jeweils ihren sportlichen Markenkern und werden täglich eigene Sportseiten im gewohnten Umfang haben. Die letzte inhaltliche Verantwortung liegt und bleibt bei den jeweiligen Chefredaktionen, wodurch auch der Ton und Charakter des jeweiligen Titels erhalten bleibt“, erklärt ein Unternehmenssprecher. Madsack erhofft sich von der Maßnahme, dass hierdurch Reibungsverluste und Mehrfacharbeiten vermieden und Recherchen besser abgestimmt werden. Über die Neuausrichtung seien die Mitarbeiter bereits im Dezember informiert worden. So die offizielle Lesart.

In Branchenkreisen geht man aber davon aus, dass sich Madsack mit der Maßnahme auf einen härteren Wettbewerb durch Springer im Erscheinungsgebiet Niedersachsen einstellt. Dennoch plant Madsack-Chef Thomas Düffert nicht, mit einem eigenen Produkt auf das neue Springer-Produkt zu kontern. „Eine überregionale oder regionale Sportzeitung ist nicht geplant – wir konzentrieren unsere Kraft auf den Sportbuzzer und die Sportteile unserer regionalen Tageszeitungen“, erklärt ein Madsack-Sprecher auf MEEDIA.

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