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Exklusives Trump-Interview mit Aussagen, die Angst machen: Kai Diekmanns letzter großer Coup bei Bild

Ende einer Ära: Kai Diekmann geht bei Bild von Bord und hat sich eine Auszeit verordnet
Ende einer Ära: Kai Diekmann geht bei Bild von Bord und hat sich eine Auszeit verordnet

Save the best for last: Wenige Tage vor dem Ende seiner 16-jährigen Amtszeit an der Redaktionsspitze der Bild-Zeitung gelingt Kai Diekmann einer seiner größten journalistischen Coups – ein exklusives Interview mit dem nächsten US-Präsidenten, der die einheimischen Medien monatelang nach Belieben auflaufen ließ. Es scheint, als habe Diekmann auf den letzten Metern bei Bild endlich den Gesprächspartner gefunden, der einen ähnlich selbstbewussten Auftritt pflegt – und sich entsprechend auf Twitter in Szene setzt.

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Es ist ein Abgang mit einem Paukenschlag. „Zwei Europäer führen ein Interview, das Amerikaner nicht bekommen konnten“, witzelt The Times-Kolumnist Michael Gove, der bis zum Brexit der britischen Regierung als Justizminister angehörte, über das exklusive Interview mit dem nächsten Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, in dem der 70-jährige Immobilienmogul teils fahrig wirkt und teils verstörende Aussagen über seine künftige Politik ins Reportermikrofon spricht. Auch mit der Faktenkenntnis scheint es bei Trump nach wie vor nicht weit her – so behauptet er, die von ihm kritisierte Nato habe 22 Mitgliedsstaaten. Tatsächlich sind es 28.

Es ist kein Wunder, dass der Tory-Politiker Gove und Bild-Herausgeber Kai Diekmann den Zuschlag von Trump bekommen haben – harte Fragen, die Trump aus der Reserve locken könnten, muss der streitbare US-Milliardär von den Interviewern nicht fürchten, stattdessen bekommt der gewählte Präsident viel Raum, um – merkwürdig fahrig – seine Gedankenwelt und Vision für ein „neues Amerika“ zu entfalten. So erfolgreich der Polit-Newcomer im Wahlkampf die Massen adressiert hat, wie perfekt auch immer er die Social Media-Klaviatur beherrscht: Druckreif zu sprechen oder Dinge im Interview auf den Punkt zu bringen, scheint seine Sache nicht zu sein.

„Mir war in den letzten 16 Jahren immer wichtig, dass ich meine Interviews selber vereinbare und auch selber führe“

Für Diekmann, der Axel Springer Ende Januar mit unbekannten Ziel verlässt, ist das Trump-Interview ein denkwürdiger Schlusspunkt unter seine 16-jährige Amtszeit als Bild-Chefredakteur und zuletzt -Herausgeber, in der sich der 52-Jährige oft ähnlich selbstbewusst (auf Twitter) in Szene setzte wie Trump – man könnte fast meinen, ein Kreis schließt sich.

„Mir war in den letzten 16 Jahren immer wichtig, dass ich meine Interviews selber vereinbare und auch selber führe“, lässt Diekmann im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung durchblicken, wie viel ihm an diesem letzten großen journalistischen Coup für die Bild Zeitung gelegen hat. Davon zeugt auch das minuziöse Making-of, mit dem der langjährige Bild-Chef auf Twitter das Trump-Interview und seine Entstehung dokumentiert hat:

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