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Donald Trump erklärt im Bild-Interview, warum er weiter Twitter verwendet: „Ich kann bing, bing, bing machen“

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Böse Überraschung: Donald Trump hat keine Mehrheit für seine Gesundheitsreform bekommen

Großer Coup für Bild: Donald Trump gewährte der größten deutschen Tageszeitung zusammen mit der Londoner Times ein exklusives Interview, das es in sich hat. Der gewählte US-Präsident äußert sich darin gewohnt explizit zur Weltpolitik und kritisierte u.a. Angela Merkels Flüchtlingspolitik scharf: "Sie hat einen äußerst katastrophalen Fehler gemacht", erklärte Trump. Gleichzeitig kündigte der 70-Jährige an, den 140-Zeichen-Dienst Twitter wie gewohnt nutzen zu wollen – "weil die Presse so unehrlich ist".

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Lange hat Donald Trump in US-Medien geschwiegen – in der europäischen Presse zeigt sich Amerikas gewählter Präsident dagegen nun sehr gesprächig. Der Bild Zeitung und der britischen The Times gewährte der 70-Jährige wenige Tage vor seiner Vereidigung nun ein Exklusiv-Interview, in dem der streitbare US-Milliardär wie gewohnt Tacheles redet.

Auch gegenüber Bundeskanzlerin Merkel, die Trump als „eine großartige Anführerin“ und „eine der wichtigsten Regierungschefs“ bezeichnete: In der Flüchtlingskrise habe Merkel jedoch „einen äußerst katastrophalen Fehler gemacht, und zwar all diese Illegalen ins Land zu lassen“, kritisierte Trump.

„Ich liebe Deutschland“

In seiner Administration werde es eine ähnliche Asylpolitik daher nicht geben. „Wir wollen nicht, dass Leute aus Syrien zu uns kommen, von denen wir nicht wissen, wer sie sind. Es gibt keine Möglichkeit für uns, diese Leute zu überprüfen.“

Gegenüber Deutschland äußerte sich Trump nicht zuletzt aufgrund seiner familiären Wurzeln auffallend wohlwollend. „Ich liebe Deutschland. Ich mag Ordnung, ich mag es, wenn die Dinge ordentlich erledigt werden. Dafür sind die Deutschen ziemlich bekannt. Aber ich auch – ich mag auch Ordnung, ich mag Stärke“, erklärte Trump Gespräch mit Bild-Herausgeber Kai Diekmann und Times-Kolumnist Michael Gove.

Trump spricht Klartext: „Ich glaube, der Brexit wird sich als großartige Sache herausstellen“

In dem ausführlichen Interview sparte Trump nicht mit Schocker-Momenten: Der EU sagte Trump schwierige Zeiten voraus („Wenn Sie mich fragen, es werden weitere Länder austreten“), lobte den Brexit („Ich glaube, der Brexit wird sich letztlich als großartige Sache herausstellen“) und kanzelte das militärisch-politische Verteidigungsbündnis NATO  als „obsolet“ ab („Wir sollten diese Länder schützen, aber viele dieser Länder zahlen nicht, was sie zahlen müssten“).

Für deutsche Autobauer hatte Trump unterdessen noch eine kursbewegende weniger erfreuliche Nachricht parat – nämlich die Aussicht auf happige Strafzölle. („Sie können Autos für die USA bauen, aber sie werden für jedes Auto, das in die USA kommt, 35 Prozent Steuern zahlen.“)

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„Die Presse berichtet so unehrlich über mich, dass ich mich über Twitter äußere“

Die interessantesten Passagen aus Medien-Sicht machte Trump zu seinem künftigen Kommunikationsverhalten. Im Gespräch mit Diekmann und Gove bekräftigte Trump, was der Immobilien-Milliardär schon im Vorfeld erklärt und unterstrichen hatte – er ist kein Fan von Pressekonferenzen.

„Wenn ich etwas öffentlich sage und wenn ich den Zeitungen etwas sage, und sie es nicht akkurat wiedergeben, ist das wirklich schlecht.“ Deswegen wähle Trump lieber den direkten Weg, den er kontrollieren kann – über den Kurznachrichtendienst Twitter.

Der Grund dafür liege in der „Unehrlichkeit“ der Medien: „Ich dachte, ich würde es zurückschrauben, aber die Presse berichtet so unehrlich über mich – so unehrlich –, dass ich mich über Twitter äußere“, erklärte Trump erneut seine exzessive Nutzung des knapp 11 Jahre alten Kurznachrichtendienstes.

Trump twittert weiter – als @realDonaldTrump

„Ich kann bing, bing, bing machen und mache einfach weiter, und sie veröffentlichen es, sobald ich es twittere“, freut sich Trump über die schnelle mediale Aufmerksamkeit, die der 70-Jährige mit seinen Tweets erzeugt.

Interessanterweise bricht der gewählte Präsident mit den Social Media-Gepflogenheiten seines Vorgängers: Donald Trump kündigte an, nicht das offizielle Präsidenten-Twitterkonto @POTUS verwenden zu wollen, sondern sein eigenes @realDonaldTrump, das es inzwischen auf 20 Millionen Follower bringt.

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