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Wenig damenhaft: G+J-Magazin Brigitte will Leserinnen für Redaktionsbesuch zur Kasse bitten

Brigitte-Macherinnen (v. li.): Print-Chefredakteurin Brigitte Huber, Online-Chefin Eva Spundflasche und Publisherin Illiane Weiß
Brigitte-Macherinnen (v. li.): Print-Chefredakteurin Brigitte Huber, Online-Chefin Eva Spundflasche und Publisherin Illiane Weiß

Seit 63 Jahren verlegt Gruner + Jahr die Brigitte, und seit 63 Jahren bewegt – so zumindest der Anspruch der Blattmacher – die Redaktion die Zielgruppe wie kein anderes Frauenmagazin. Fürs neue Jahr hat das Team sich vorgenommen, abseits des klassischen und seit langem rückläufigen Printmarkts zu wirbeln. So steht 2017 im Zeichen der Neben- und Neugeschäfte: mehr Einnahmen u.a. durch Symposien, Shopping-Karten und einen kostenpflichtigen Redaktionsrundgang.

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Tatsächlich signalisiert die Brigitte-Welt am Baumwall zum Jahresstart Optimismus: So wächst die Redaktion nach rückläufigen Jahren wieder (mittlerweile arbeiten wieder über 100 Mitarbeiter für alle Kanäle). Nach dem Relaunch wird Brigitte.de für den Oktober einen Sprung bei den Unique-Usern von gut einer Million auf über sieben Millionen verkünden (rund zwei Millionen mehr als der schärfste Online-Konkurrent Wunderweib.de), die Digital-Vermarkung meldet steigende Einnahmen, die Umsätze bei den Print-Anzeigen blieben 2016 stabil, ebenso wie die Vertriebserlöse. Letzteres verdanken die Hamburger auch einer Erweiterung des Angebotes durch Line-Extensions und Preiserhöhungen bei den Magazinen. Zum Jahresabschluss freut sich die Publisherin Iliane Weiß also über ein leichtes Umsatz-Plus.

Damit das so bleibt und aus dem kleinen ein größeres Plus wird, will die Brigitte-Familie vor allem die Nebengeschäfte weiter ausbauen. So soll im kommenden Jahr das Job-Symposium, das 2016 zum ersten Mal in Berlin stattfand, 2017 gleich zwei Mal rund 350 Gäste anlocken, die bereit sind, für eine Karte rund 300 Euro zu zahlen. Ihre erste Veranstaltung konnten die Hamburger komplett ausverkaufen. Zudem wird die Brigitte gleich zwei Mal mit einer speziellen Shopping-Karten-Ausgabe am Kiosk liegen und auch so helfen die Vermarktungserlöse zu steigern.

Brigitte (klassisches und Pocketformat) 14-tgl

Dem nicht genug, verkaufen die Brigitte-Macher nun erstmals Eintrittskarten für den traditionellen Leser-Tag. Unter dem Motto „Brigitte Backstage“ besuchten im vergangen Jahr an einem Samstag rund 1.000 Leser, Fans und Freunde die Redaktion am Baumwall und trafen die Chefredakteurin Brigitte Huber und ihr Team. 2017 wird der Event wiederholt. Nur, dass die Hamburger diesmal Karten verkaufen wollen. Der Preis soll zwischen 10 und 20 Euro liegen. Ob ein kostenpflichtiger Tag der Offenen Tür cleveres Gattungsmarketing für die Aktivitäten der Gruppe ist oder doch eher ein Affront gegen treue Leserinnen – vulgo ein Eigentor – ist, wird sich zeigen. Besonders damenhaft erscheint es jedenfalls nicht, Chefredakteurin & Co. gegen Entgelt dem eigenen Publikum zu präsentieren.

Von Wachstum und Zuwächsen kann bei der Auflage des Heft-Klassikers hingegen nicht die Rede sein. So kam die Brigitte im dritten Quartal 2016 auf einen Gesamtverkauf von 467.135 Exemplaren. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das ein Minus von 11,3 Prozent. Ein Grund für die Verluste ist jedoch auch eine Abbau der Bordexemplare um mehr als 32.000 Stück. Ansonsten wäre das Minus nicht zweistellig ausgefallen.

2017 sollen zwei neue Print-Projekte an den Start gehen

Publizistisch hat sich Huber für die kommenden zwölf Monate vorgenommen, zwei neue Print-Projekte an den Start zu bringen. Das erste soll bereits im Februar/März kommen. Um was es sich dabei handelt, will sie noch nicht verraten. Nach aktuellem Stand der Planung wird die Redaktion in den kommenden zwölf Monaten Material für 60 EVTs produzieren müssen. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies jedoch ein leichter Rückgang.

Besonders stolz scheint man bei der Brigitte auf den Erfolg der Social-Media-Aktivtäten und dabei vor allem auf sein Facebook-Live-Team zu sein. Die Silvesterfolge des jungen Bewegtbildformates verzeichnete über 186.000 Zuschauer. Eine Besonderheit des Live-Angebotes des Frauenmagazins ist, dass die Redaktion in einer Folge pro Monat Product-Placement erlaubt. Laut G+J ein voller Vermarktungserfolg: So sollen alle Werbepartner bis September bereits feststehen.

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Alle Kommentare

  1. Peinlich für einen Redaktionsrundgang Geld zu nehmen! 1000 Besucher im letzten Jahr macht dann 10.000€ . Da ist aber jemand richtig verzweifelt!

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