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Mediengesellschaft als Mikrokosmos: RTLs Dschungelcamp zwischen Konfrontainment und „nackig machen“

Die Kandidaten der elften „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“-Staffel
Die Kandidaten der elften "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!"-Staffel

Reality-TV-Sternchen, ein getrenntes Paar und ein ehemaliger Fußball-Weltmeister: RTL hat die Dschungel-Kandidaten wieder vielversprechend zusammengestellt. In der elften Staffel von "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!" (ab Freitag, 21.15 Uhr) könnte das Camp sogar noch ein anderes Bedürfnis befriedigen als Unterhaltung und Voyeurismus. Eine Vorschau auf die anstehende Staffel.

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Ein früherer Weltmeister, ein strippender Sänger und viele Reality-TV-Sternchen: RTL setzt in seinem diesjährigen Dschungelcamp wieder auf eine ebenso altbekannte wie (in der Vergangenheit) bestens funktionierende Zusammensetzung. An diesem Freitag (21.15 Uhr) startet das Fernseh-Spektakel „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ in die elfte Staffel.

Im australischen Urwald dabei sind: Ex-Fußballweltmeister Thomas Häßler, Ex-Modelfreund Alexander „Honey“ Keen, „Mallorca“-Jens Büchner, Schauspieler Markus Majowski, Neue-Deutsche-Welle-Star Fräulein Menke („Hohe Berge“), Ex-DSDS-Teilnehmerin Sarah Joelle Jahnel, Schauspielerin Nicole Mieth, TV-Maklerin Hanka Rackwitz, „It-Boy“ (O-Ton RTL) Florian Wess, der strippende Sänger und Sarah-Connor-Ex Marc Terenzi und Terenzi-Ex Gina-Lisa Lohfink. Und Kader Loth springt kurzfristig für Nastassja Kinski ein.

„Ein vielversprechendes Unterhaltungsprinzip“ nennt die Medienwissenschaftlerin Joan Kristin Bleicher von der Uni Hamburg die diesjährige Zusammenstellung und erkennt „Konfrontainment-Strategien“ als Strukturprinzip. „Es gibt natürlich Kandidaten, die konfliktbewährt sind wie Jens Büchner und Gina-Lisa Lohfink“, sagt sie. „Auch Kader Loth geht in die Richtung.“

Eine kleine Kostprobe von Kader Loth, von der nicht ganz klar ist, warum sie eigentlich so viele Fernsehzuschauer kennen: „Ich habe mich selber entdeckt – deshalb verdien‘ ich ja ’nen Nobelpreis.“ Dass Gina-Lisa das Strukturprinzip Konfrontainment verstanden hat, beweist sie direkt mit einer Drohung an ihren Ex Terenzi: „Wenn er mich zu sehr ärgert und blöd zu mir ist, dann muss ich schon mal allen erzählen, warum ich nicht mehr mit ihm zusammen bin. Dann denken alle echt ganz schön böse über ihn.“

Und dass auch andere Kandidaten sich ihre geplanten Rollen vorab zurechtgelegt haben, wird in den ersten Trailern deutlich. Schauspielerin Mieth (war mal bei „Verbotene Liebe“) betont, sie suche das Abenteuer und nicht das schnelle Geld: „Ich bin berufstätig. Ich habe 2016 schon einige Sachen gemacht, die man auch nachlesen kann.“

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Gina-Lisa, die sechs Jahre später im Dschungel auf den Spuren ihrer Ex-Busenfreundin Sarah „Dingens“ Knappik wandelt, will sich im Urwald „nicht nackig machen“, Teilnehmerin Sarah Joelle Jahnel (war mal bei „Deutschland sucht den Superstar“) dagegen möglicherweise schon. Ist vielleicht auch besser: So hat sie bei denjenigen, die sie schon in der RTL-Nacktshow „Adam und Eva“ sahen, einen gewissen Wiedererkennungswert.

Die Sendung biete einen „Einblick in die Mediengesellschaft als Mikrokosmos“, sagt Bleicher. „Man kann Z-Prominenten dabei zuschauen, wie sie in 14 Tagen versuchen, zu Stars aufzusteigen und beobachten, welche Strategien sie dabei verfolgen.“ TV-Auswanderer Jens Büchner hat sich zur Sicherheit schonmal selbst einen Titel gegeben: „Geilste Sau von Malle“.

Es ist bereits die elfte Staffel der Show, die RTL nun zeigt. Seit mehr als zehn Jahren werden Spitzenquoten erreicht mit einer durchschnittlichen Zuschauerzahl zwischen 4,9 Millionen (2008) und 8 Millionen (2014). Im vergangenen Jahr schalteten im Schnitt 7,1 Millionen Menschen ein.

„Dieses Format ist eines der Lagerfeuer-Fernsehformate“, sagt Bleicher und geht auch 2017 von einem Erfolg aus. „Die Z-Promis – C-Promis ist ja schon sehr optimistisch – sind jährlich ein Ritual, das sich nicht durch gesellschaftliche Entwicklungen verändern wird.“ Nach dem Krisenjahr 2016 könnte das Format aber vielleicht sogar noch eine ganz andere Funktion erfüllen als die reine Unterhaltung. Bleicher sagt: „Es bietet vielfältige Eskapismus-Funktionen an. Man kann aus dem Alltag in den Dschungel fliehen für eine Stunde oder zwei.“

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