Grünes Licht für Handball-WM im Livestream: ZAK duldet DKB-Berichterstattung im Netz

„Dieser Fall endet nur deshalb mit einer Beanstandung, weil es ein außergewöhnlicher Einzelfall ist.“, so ZAK-Vorsitzender Siegfried Schneider zur Handball-Übertragung der DKB
"Dieser Fall endet nur deshalb mit einer Beanstandung, weil es ein außergewöhnlicher Einzelfall ist.", so ZAK-Vorsitzender Siegfried Schneider zur Handball-Übertragung der DKB

Die Deutsche Kreditbank (DKB) darf die Handball-WM, die am 11. Januar in Frankreich beginnt, im Livestream zeigen. Die Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) stuft die Ausstrahlung zwar aller Voraussicht nach als zulassungspflichtiger Rundfunk ein, duldet die Übertragung allerdings "aufgrund des außergewöhnlichen Einzelfalls".

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Das hat die ZAK nun in einer Mitteilung bekannt gegeben. Aktuell prüfen die Medienanstalten, ob die Livestream-Übertragung durch die Deutsche Kreditbank (DKB) rechtlich erlaubt ist, wie die Berliner Zeitung am Dienstagvormittag berichtet hat. Dabei sei zu klären, ob es sich bei dem Livestream-Angebot der Bank um Rundfunk handle. Ein wichtiges Kriterium sei, ob es sich um eine spontane Übertragung handle oder ob es regelmäßige Übertragungen nach einem festen Sendeplan gebe.

Das (vorzeitige) Ergebnis: Die geplante Übertragung auf einem Internet-Portal der DKB ist aus Sicht der ZAK aller Voraussicht nach als zulassungspflichtiger Rundfunk einzustufen – aufgrund „der besonderen und außergewöhnlichen Einzelfallsituation wird die Ausstrahlung der Handball-WM auf dem Internet-Portal der DKB geduldet“, so die ZAK. Der Ausstrahlung via Youtube-Livestream steht damit nichts im Wege, bestätigte noch einmal eine Sprecherin gegenüber MEEDIA.

Dennoch: Die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM) habe die DKB für die Medienanstalten kurzfristig um Stellungnahme gebeten. Der Sachverhalt wird bis zur nächsten Sitzung der ZAK, die am 31. Januar in Stuttgart stattfindet, aufbereitet. Sprich: Nach dem Turnier, das vom 11. bis 29. Januar in Frankreich stattfindet. Sollte die ZAK allerdings zu dem finalen Ergebnis kommen, dass es sich bei der Übertragung der Handball-WM im Internet um Rundfunk gehandelt hat, muss die DKB mit einer Beanstandung rechnen. Bei einer Beanstandung handelt es sich lediglich um einen milden Hinweis auf einen Verstoß – ein Bußgeld habe die DKB damit nicht zu fürchten, so eine Sprecherin gegenüber MEEDIA.

Die Spiele der deutschen Nationalmannschaft sowie maximal vier weitere Spiele sollen von den Handball-Experten Markus Götz und Uwe Semrau live kommentiert werden. Ein Studio oder Team vor Ort wird es nach Angaben der DKB nicht geben. Die Handball-Weltmeisterschaft läuft bis zum 29. Januar und startet am Mittwoch.

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