Neue Ertragsprognose: Bei der Spiegel-Tochter Manager Magazin soll 2016 das Betriebsergebnis stagnieren

Spiegel- und Manager Magazin-Geschäftsführer Thomas Hass (re.) und Michael Plasse
Spiegel- und Manager Magazin-Geschäftsführer Thomas Hass (re.) und Michael Plasse

Manager Magazin - seit Jahren behauptet sich das Wirtschafts-Flaggschiff der Hamburger Spiegel-Gruppe in einem immer härter werdenden Marktumfeld. Jetzt rechnet die Manager Magazin Verlagsgesellschaft für das abgelaufene Geschäftsjahr mit einem Betriebsergebnis auf dem Niveau des Vorjahres.

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Wie geht es mit der Schlacht um die Münchener Medien- und Filmfirma Constantin weiter? Warum fusionieren Daimler-Chef Dieter Zetsche und BMW-Lenker Harald Krüger ihre Carsharing-Töchter Car2Go und Drive Now? Wie steuert Klaus Gehrig den Discounter Lidl? – wer in die vergangene Ausgabe des Manager Magazin blickt, findet eine Vielzahl von Hintergrundberichten und Analysen aus der Welt der Wirtschaft. Monat für Monat erscheint die von Ex-FTD-Chef Steffen Klusmann geleitete Zeitschrift. Sie ist der wichtigste Umsatz- und Ertragsbringer der zur Spiegel-Gruppe zählenden manager magazin Verlagsgesellschaft, zu dem auch der Harvard Business Manager gehört.

Bislang rechnete die Spiegel-Tochter für das vergangene Geschäftsjahr mit einem rückläufigen Umsatz und Gewinn. „Insgesamt ist für das Jahr 2016 von einem Umsatzrückgang auszugehen“, heißt es in einer jüngst veröffentlichten Meldung im Bundesanzeiger. Kostenseitig plane das norddeutsche Unternehmen, weiter leicht zu sparen, heißt es dort. Trotzdem erwarteten MM-Geschäftsführer Thomas Hass, zugleich Geschäftsführer der Spiegel-Gruppe, und sein MM-Kollege Michael Plasse hier, dass 2016 der Gewinn der Firma nachlässt. Danach würden die Einsparungen die „prognostizierten Erlösrückgänge nur teilweise ausgleichen können, so dass das Betriebsergebnis und damit auch der Jahresüberschuss 2016 im Vorjahresvergleich sinken werden“, heißt es dort.

Dabei hat die Manager Magazin Verlagsgesellschaft in 2015 ihren Jahresüberschuss deutlich auf 1,7 Millionen Euro gesteigert. Ein Jahr zuvor bewegte sich das Nachsteuer-Ergebnis noch bei 900.000 Euro. Als Grund für den Ertragszuwachs in 2015 führte die Geschäftsführung laut Bundesanzeiger an, dass die betrieblichen Aufwendungen – größtenteils durch einen deutlich verringerten Aufwand beim Marketing – zurückgegangen seien.

In 2016 sollte sich das Ergebnis, so der im Bundesanzeiger veröffentlichte Prognosebericht, verringern. Verantwortlich hierfür macht die Geschäftsführung leicht schrumpfende Anzeigenerlöse. Zudem würden auch die Vertriebserlöse beider Objekte voraussichtlich sinken – gemeint sind MM und der Harvard Business Manager. Blickt man auf die Auflagenentwicklung beider Blätter, so hat lediglich mm bei der Gesamtauflage im vergangenen Jahr Federn gelassen. Sie schrumpfte im 3. Quartal 2016 auf 108.784 Stück, im vergleichbaren Vorjahresquartal waren es hingegen 110.137 Exemplare. Verbessert hat sich hingegen in 2016 die Gesamtauflage beim Harvard Business Manager. Sie kletterte im 3. Quartal 2016 auf 16.638 Stück gegenüber 16.354 Exemplare im vergleichbaren Vorjahresquartal.

Die Manager Magazin Verlagsgesellschaft ist Teil der Spiegel-Gruppe an der Ericus-Spitze. Sie steckt in der Restrukturierung. Die Spiegel-Geschäftsführung hatte dem Medienunternehmen im Rahmen der ausgerufenen Agenda 2018 eine Schlankheitskur verordnet. Unter anderem sollten die Personalkosten gekappt werden. Rund 111 Mitarbeiter verzichteten daher freiweillig gegen Zahlung einer Abfindung auf ihre Jobs. Zudem sprach der Verlag Ende vergangenen Jahres Mitarbeitern betriebsbedingte Kündigungen aus, ein Novum in der Firmengeschichte.

Update: Meedia hat aus dem Prognosebericht des Manager Magazin Verlags für 2016 zitert, der aus dem Ende Dezember diesen Jahres veröffentlichten Geschäftsbericht 2015 hervorgeht. Nach der Veröffentlichung des Berichts hat der Spiegel-Verlag seine Ertragsprognose für den Manager Magazin Verlag aktualisiert mitgeteilt. Wörtlich: „Auch wenn testierte Zahlen aus dem Geschäftsjahr 2016 noch nicht vorliegen (können), können wir schon jetzt klarstellen, dass der Manager Magazin Verlag nach einem erfolgreichen Jahr mit über den Erwartungen liegenden Umsätzen und einem voraussichtlich stabilen Betriebsergebnis abschließen wird. Damit bestätigt sich die zuletzt positive Entwicklung“, schreibt der Spiegel-Verlag. Wir bitten dies zu berücksichtigen.

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