„Bundesliga intern“: Spiegel fällt mit zweitem „Football Leaks“-Titel fast auf historischen Kiosk-Minusrekord

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Die Ausgaben 50/2016 von Spiegel, stern und Focus

Bescheidene Cover-Check-Woche für Spiegel, stern und Focus. Besonders Der Spiegel scheiterte deutlich an seinen eigenen Ansprüchen, verkaufte im Einzelhandel von seinem zweiten "Football Leaks"-Titel "Bundesliga intern" ganze 185.420 Exemplare. Nur einmal in der IVW-Historie lief es für eine Spiegel-Ausgabe noch mieser. Deutlich unter dem Soll landeten aber auch stern und Focus.

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185.420 Leute griffen also in Supermärkten, Kiosken, Presse-Fachhandlungen, Tankstellen, etc. zum Spiegel 50/2016 mit dem Titelthema „Bundesliga intern – Football Leaks: Die geheimen Verträge der Profis“. Offenbar hat das Thema nicht viele interessiert, denn die 185.420 Einzelverkäufe sind laut IVW-Daten der zweitschwächste Wert seit Start der Heftauflagenmessung Mitte der 1990er-Jahre. Nur einmal lief es für den Spiegel noch mieser: genau ein Jahr zuvor mit Ausgabe 50/2015 und dem Titel „Total vermessen: Wir werden gläserne Patienten – und hoffen auf ewige Gesundheit“. Doch zurück zum aktuellen Spiegel: Die 185.420 liegen zudem weit unter dem Normalniveau der jüngsten 12 Monate (217.600) bzw. drei Monate (216.300). Im Gesamtverkauf inklusive Abos, Bordexemplaren, Lesezirkeln und sonstigen Verkäufen kam eine Auflage von 754.178 zusammen, inklusive 54.404 ePaper.

Der stern landete unterdessen mit seiner Ausgabe 50/2016 bei nur 164.317 Einzelverkäufen, blieb also deutlich hinter dem Spiegel. Und auch diese Zahl liegt klar unter den Durchschnittszahlen der jüngsten 12 Monate (185.100), bzw. drei Monate (180.200). Auch das Titelthema „Die Lüge von der Gerechtigkeit – Die Reichen werden immer reicher, alle anderen treten auf der Stelle“ war also kein Bestseller. Der Gesamtverkauf lag laut IVW bei 638.245 Exemplaren, darunter 17.203 ePaper.

Auch das dritte Magazin in unserem Cover-Check, der Focus, kam nicht an sein Normalniveau heran. Mit dem Titelthema „Der kluge Patient – Endlich die beste Behandlung“ lockte man nur 55.099 Leute im Einzelhandel. Normal waren in den vergangenen 12 Monaten 67.800 Exemplare, in den vergangenen drei Monaten 63.900. Auch hier der Blick auf den Gesamtverkauf: Er lag zusammen mit 29.994 ePapern bei 468.056.

Mit unserem Cover-Check-Tool können Sie jederzeit sehr flexibel die vergangenen und aktuellen Einzelverkäufe von Spiegel, stern und Focus analysieren.

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Alle Kommentare

  1. ist dieses Ergebnis wirklich überaschend? Kein Mensch in dieser Republik kann das Rad der wunderbaren WM 2006 in Deutschland zurückdrehen. Jogi nicht mit seiner fulminanten Fehlaufstellung gegen Italien, die Spiegel nicht nicht mit dem zähnefletschenden, zehn Jahre danach nachgeschobenen:wir wissen es . . . Die Leute hatten 2006 ihren Spaß und den hatte die ganze Welt damals zu Recht. Das rechtfertigt nicht irgendwelche Mauscheleien – die nicht nur im Fußball, sondern auch in der Politik, Gang und Gäbe sind: aber zehn Jahre nach dem Glückstreffer Sommermärchen das Enthüllungstuch des Zaubermagiers Spiegel zu lüften – das ist dünn, blass, oberlerlehrerhaft, günstigenfalls rotrotgrün hoch 2 plus AfD. Hauptsache Kritik! Rinks Lechts sind seltsame Brüderchen. Man merkt die Absicht und ist verstimmt. Vielleicht verstehe man: Die Leute haben genug von diesen Belehrungen. Die Medien wissen es nicht genau, aber beständig besser. Zur Klärung: ich gehöre keine Partei an, schon gar nicht der AfD, bin Journalist, und deshalb manchmal empört über die beständige Besseriwisserei der Kollegen.

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