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Prozessauftakt im Unister-Fall: Drei frühere Manager sitzen auf der Anklagebank

Der verstorbene Unister-Chef Thomas Wagner (Foto)
Der verstorbene Unister-Chef Thomas Wagner (Foto)

Das Internetunternehmen Unister ist im vergangenen Jahr nach dem tragischen Tod des Firmengründers Thomas Wagner in die Insolvenz geschlittert. Jetzt findet an diesem Mittwoch am Landgericht Leipzig der Strafprozess gegen drei ehemalige Manager des zusammengebrochenen Unternehmens statt. Der Vorwurf: Steuerhinterziehung und Computerbetrug.

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Es ist der Stoff für einen Wirtschaftskrimi, der bundesweit für Schlagzeilen sorgte. Ein Koffer voller Falschgeld, eine dubiose Geldübergabe in Venedig. Der Gründer der Leipziger Firmengruppe Unister, Thomas Wagner, stirbt wenig später auf tragische Weise bei einem Flugzeugabsturz – mit ihm sein Mitgesellschafter Oliver Schilling. Kurz darauf muss die ostdeutsche Firmengruppe, zu der 40 Web-Portale wie ab-in-den-Urlaub.de oder fluege.de gehören, Insolvenz anmelden.

Jetzt wird ein anderer Teil der Vergangenheit der Firmengruppe juristisch aufgearbeitet. Denn an diesem Mittwoch findet vor dem Landgericht in Leipzig der Strafprozess gegen drei ehemalige Führungskräfte der Unternehmensgruppe statt. Die Generalstaatsanwaltschaft wirft den 39, 51 und 59 Jahre alten Männern Steuerhinterziehung und Computerbetrug vor, den diese bestreiten: Der Schaden soll sich angeblich auf mehr als 7,6 Millionen Euro beziffern. Der Prozess wurde auf 18 Verhandlungstage angesetzt und soll sich bis Juni hinziehen.

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Laut Frankfurter Allgemeiner Zeitung stützt sich der Vorwurf des Computerbetrugs darauf, dass mehr als 87.000 Flugtickets nachträglich auf günstigere Tarife umgebucht worden sein sollen. „Die Differenz zum ursprünglich von Reisenden verlangten Preis soll Unister einbehalten haben,“ schreibt die Zeitung.

Nicht aufgearbeitet werden in dem Strafprozess allerdings die mysteriösen Umstände, die zum Niedergang des Internetunternehmens geführt haben. Dazu gehören der Flugzeugabsturz des Firmengründers und die Frage, wer Holding-Chef Wagner einen Koffer voller Falschgeld untergejubelt hat. Inzwischen wurde für einen Teil des einst weit verzweigten Firmenreichs ein neuer Eigentümer gefunden. So hat die Investmentgruppe Rockaway Capital die Reiseportale ab-in-den-Urlaub.de und fluege.de erworben. Davon betroffen sind 520 Mitarbeiter, die mit dem tschechischen Investor einen neuen Arbeitgeber gefunden haben.

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