Handball-WM bei YouTube: Alles zum DKB-Livestream, welche Spiele gezeigt werden – warum ARD und ZDF weiterhin Blackout droht

Die DKB zeigt die Handball-WM 2017 im Netz via YouTube – über Highlights dürfen die Nachrichtensendungen von P7S1, ran.de, bild.de und Sportdeutschland TV berichten
Die DKB zeigt die Handball-WM 2017 im Netz via YouTube – über Highlights dürfen die Nachrichtensendungen von P7S1, ran.de, bild.de und Sportdeutschland TV berichten

Die Deutsche Kreditbank (DKB) hat sich überraschenderweise die Sendelizenz für die Handball-WM, die vom 11. bis 29. Januar in Frankreich stattfindet, gesichert. Nun hat der Hauptsponsor des Deutschen Handball-Bundes (DHB) Details zur Streaming-Lösung auf YouTube bekannt gegeben. Den öffentlich-rechtlichen Sendern droht immer noch ein Bewegtbild-Blackout in der Nachrichten- und Highlightberichterstattung.

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Die DKB will „eine einfache und frei empfangbare“ Livestream-Lösung in HD anbieten – eine vorherige Anmeldung sei dabei nicht nötig. Zwar hoffe man künftig wieder auf eine Live-Übertragun im Free-TV – immerhin sei man nur kurzfristig eingesprungen – doch der Livestream soll das Rahmenprogramm klassischer TV-Berichterstattungen nicht kopieren.

Und so sieht der „attraktive Livestream“ der DKB aus: Auf YouTube werden die Handball-Experten Markus Götz und Uwe Semrau die Spiele live kommentieren. Darüber hinaus werden Sie auch das Eröffnungsspiel, die Halbfinalspiele sowie das Finale der Handball-WM in Frankreich am Mikrofon begleiten – ein Studio oder Team vor Ort soll es nicht geben. Die DKB wird über ihren technischen Partner YouTube das internationale Signal des Host Broadcasters live streamen. Bei Spielen ohne deutschen Kommentator hören die Zuschauer den englischen Kommentar des Signalgebers. Die Übertragung im DKB-Livestream – bzw. auf dem YouTube-Kanal der DKB – beginnt mit dem Einlauf der Mannschaften ins Stadion und endet kurz nach dem Spiel.

Der Livestream soll auf jedem internetfähigen Endgerät funktionieren (inklusive Smart-TV) und über die direkte Seite handball.dkb.de oder durch Aufruf des DKB-YouTube-Kanals erreichbar sein. Bei einer Streaming-Lösung kann es natürlich zu Zeitverzögerungen kommen, doch „um die Übertragung zu verfolgen, ist keine bestimmte Geschwindigkeit Voraussetzung – YouTube passt die Qualität des Livestreams automatisch an die Geschwindigkeit der Internetverbindung des Nutzers an“, heißt es in der Mitteilung.

Im Vorfeld der Übertragungen habe die DKB mit ihren Partnern auch sichergestellt, dass die Anforderungen an das Geo-Blocking erfüllt werden – die Handball-WM wird über die DKB also nur in Deutschland zu sehen sein. Den kompletten Turnierplan für die Übertragungen sowie die wichtigsten technischen Fragen und Antworten hat die DKB auf einer Website zusammengefasst.

Den öffentlich-rechtlichen Sendern droht immer noch ein Blackout in der Nachrichten- und Highlightberichterstattung: „Wir haben beim Rechtegeber ein Angebot für die Nachverwertungsrechte von der Handball-WM hinterlegt, es gibt allerdings noch keine finale Rückmeldung dazu“, so ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky auf Nachfrage von MEEDIA. Im Zweifel wird die Handball-WM also wirklich nur über die DKB frei empfangbar zu sehen sein – und Zuschauer der „Tagesschau“ und „heute“ müssten in die Röhre schauen.

Vor wenigen Tagen haben sich viele Handball-Fans bereits von einer Übertragung der Handball-WM im TV zumindest gedanklich verabschiedet: Sowohl an der ARD als auch dem ZDF sind die TV-Rechte vorbeigegangen, Pay-TV-Sender Sky ging gegenüber MEEDIA „nicht von einer Übertragung aus“ –auch die Verhandlungspartner Online-Dienste Sportdeutschland.TV und DAZN sind leer ausgegangen. Überraschenderweise sicherte sich die Deutsche Kreditbank (DKB) – Hauptsponsor des Deutschen Handball-Bundes (DHB) – die Sendelizenz. Der Präzedenzfall, dass ein Sponsor die Übertragung eines Turnieres übernimmt, hat eine vielschichtige Debatte eröffnet.

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