Verrückte Welt: Wikileaks empört sich über US-Präsident Obama, weil er Geheimdienst-Dokumente an NBC leakt

Undurchsichtige Hacker-Vorwürfe und Enthüllungen: Wladimir Putin, Donald Trump und Wikileaks
Undurchsichtige Hacker-Vorwürfe und Enthüllungen: Wladimir Putin, Donald Trump und Wikileaks

Der Hacker-Skandal um eine russische Einmischung bei der jüngsten US-Wahl zieht immer weitere Kreise. Nachdem US-Präsident Obama schwere Vorwürfe gegen Moskau erhoben hatte, wurde der US-Geheimdienst nun in einem Bericht konkret. Weil Einzelheiten bereits tags zuvor an den US-Nachrichtensender NBC weitergegeben wurden, bevor der gewählte Präsident Donald Trump ein Briefing erhalte habe, ereifert sich der 70-Jährige auf Twitter. Unterstützung erhält Trump von Wikileaks, das die "Enthüllungen" ironischerweise kritisiert.

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Die letzten Tage der Ära Obama enden in einer Schlammschlacht zwischen dem scheidenden und dem neuen Präsidenten. Kaum ein Tag vergeht, an dem Donald Trump nicht Vorwürfe gegen die Obama-Regierung erhebt, ihm die Amtsübernahme so schwer wie möglich zu machen.

Neuster Vorwurf: Die Obama-Regierung würde den linksliberalen Nachrichtensender NBC mit Geheimdienst-Informationen zum Hacker-Skandal um eine russische Einmischung bei der US-Wahl versorgen, bevor Trump sie als gewählter Präsident habe einsehen können.

NBC hatte am Freitag exklusiv über die neusten CIA-Informationen berichtet, die Obama vom US-Geheimdienst am Tag zuvor erhalten habe. Zwei führende Geheimdienst-Mitarbeiter erklärten gegenüber NBC News, dass sich die russischen Cyber-Attacken nicht nur gegen die Demokratische Partei, sondern direkt gegen das Weiße Haus gerichtet hätten.

Bei der US-Wahl im vergangenen Jahr wären die russischen Cyber-Aktivitäten zur Schmälerung der Siegchancen von Hillary Clinton auf Weisung von Wladimir Putin erfolgt, heißt es im Bericht.

Mehr noch: Bereits 2008 und 2012 wurden russische Hacker-Aktivitäten bei den US-Wahlen beobachtet, so der Geheimdienstbericht, der gestern in einer Presse-Version veröffentlicht wurde. Donald Trump verurteilte die Vorab-Weitergabe von Geheimdienst-Informationen an NBC scharf und forderte den Kongress und Senat auf, Ermittlungen einzuleiten.

Und Trump ist nicht allein mit seinen Vorwürfen. Ironischerweise verurteilte auch die Enthüllungsplattform Wikileaks die Weitergabe der Geheimdienst-Informationen an NBC, „bevor der gewählte Präsident sie lesen konnte“.

Gleichzeitig verunglimpfte die 2006 von Julian Assange gegründete Enthüllungsplattform die weitergereichten Informationen als „Pseudo-Leaks“, weil keine Dokumente veröffentlicht worden wären.

„Das Weiße Haus erlaubt es, linientreuen ‚Journalisten‘ anonyme Vorwürfe zum eigenen Vorteil einzutrichtern“, wettert Wikileaks in einem weiteren Tweet. Auf dem Kurznachrichtendienst kommt der Vorwurf allerdings wie ein Bumerang zu Wikileaks zurück:

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