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SZ-Journalist in der Axel Springer-Chefetage: Johannes Boie wird Assi von Mathias Döpfner

Lockruf aus der Konzernzentrale: Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner holt Johannes Boie nach Berlin
Lockruf aus der Konzernzentrale: Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner holt Johannes Boie nach Berlin

Es ist ein höchst ungewöhnlicher Wechsel: Johannes Boie, viel beachteter und gelesener Online-Kenner und -Erklärer der Süddeutschen Zeitung wechselt aus der Redaktionsstube ins Chefbüro des Axel Springer Konzerns. Auf MEEDIA-Anfrage bestätigten die Berliner einen Turi2-Bericht. So wird der 33-Jährige ab Februar einer von zwei Assistenten des Vorstandsvorsitzenden Mathias Döpfner.

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Schon immer unterstützen zwei Assistenten oder Assistentinnen den Medienmanager. Für diesen Job gibt es allerdings keine starres Anforderungsprofil. So arbeiteten bereits Juristen, Musikwissenschaftler oder auch BWLer an der Seite von Döpfner. Dass allerdings ein gestandener Journalist auf die Position wechselt, der bereits einige viel beachtete Recherchen und Texte veröffentlichte und auch seine Fähigkeiten in der Umsetzung digitaler Projekte bewies, ist ungewöhnlich. Der heutige Funke-Sportchef Pit Gottschalk leitete zwar einige Jahre nach seiner Tätigkeit als Chefredakteur der Sport Bild das Büro des Vorstandsvorsitzenden, er war jedoch kein klassischer Assistent.

Grundsätzlich gilt der Job an der Seite des mächtigen Medienmanagers Döpfner als ein hervorragendes Karriere-Sprungbrett. Seine bisherigen Helfer arbeiten längst in Top-Positionen bei Rocket Internet, im eigenen Haus oder Investment-Gesellschaften. Welche Möglichkeiten die Position des Assistenten eines Vorstandsvorsitzenden bietet, weiß wohl keiner besser, als der Springer-Boss selbst. Er arbeitete zu Beginn seiner Karriere an der Seite des damaligen G+J-Chefs Gerd Schulte-Hillen.

Bei Springer hält man große Stücke auf die Social-Media- und Digital-Kompetenz des 33-Jährigen, den das Medium-Magazin schon einmal in seine Liste der „Top 30 unter 30“ gewählt hat. So entwickelte er u.a. in München die digitale Zeitungsausgabe der Süddeutschen Zeitung. Nach einem Studium an der Freien Universität Berlin und einem Volontariat bei der SZ arbeitete Boie seit 2010 erst als Redakteur und ab 2011 als Entwicklungsredakteur und später als Leiter der digitalen Ausgabe. Die für Springer so wichtige US-Erfahrung bringt der 33-Jährige durch zwei längere Aufenthalte in Washington DC und als Burns-Stipendiat und Gastautor der Los Angeles Times mit. Auf seiner Webseite schreibt der Noch-Journalist: „Mich fasziniert, wie die Digitalisierung die Welt verändert“.

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Es könnte jedoch sein, dass sich nicht jeder bei Springer über die Verpflichtung so richtig freuen wird. Gerade erst zog Welt-Autor Alan Posener im Streit um das Buch „Gefährliche Bürger“ über den SZ-Mann her. So beschrieb Posener den kommenden Döpfner-Assistenten in einem Facebook-Posting als „Pseudo-Investigativjournalist“, der durch „begründeten Neid und die Einflüsterungen seiner neurechten und altlinken Freunde motiviert“, die Buchautorin Liane Bednarz schädigen wolle.

Welche Tätigkeiten Boie genau ausfüllen und zu erledigen hat, ist nicht bekannt. Als Döpfner vor Jahren per Anzeige einen neuen „Querdenker“ suchte, hieß es in der Job-Beschreibung noch: „Sie wissen schon heute, was Ihr Chef morgen braucht. Eine ausgeprägte Serviceorientierung, Freude an Veränderung und Humor gehören ebenso zu Ihren Qualitäten.“

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