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„Mächtiges Instrument im Wahlkampf“: Kanzleramts-Chef Altmaier will von Twitterer Trump lernen

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Trump und der 140-Zeichen-Dienst - ein hochexplosives Duo, das sich stets eruptiv in einer neuen Art von Twitter-Tourette des designierten US-Präsidenten entladen kann. Schnell ist hier mal eine Randgruppe beleidigt oder ein Kritiker beschimpft. Nun überrascht der Kanzleramtschef Peter Altmaier jedoch mit der Aussage, dass die deutschen Politiker gerade in der Zwitscher-Nutzung einiges von Trump lernen könnten.

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Gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland sagte der Merkel-Vertraute: „Donald Trump hat Twitter zu einem mächtigen Instrument während des Wahlkampfs gemacht. Ich würde allen empfehlen, sich sehr genau anzusehen, wie er dieses Medium gebraucht.“ Denn schließlich könne man davon lernen: im Guten wie im weniger Guten.

Grundsätzlich lassen diese Aussagen erahnen, dass sich die Mannschaft der Bundeskanzlerin fest vorgenommen zu haben scheint, im kommenden Wahlkampf die Möglichkeiten der sozialen Medien besser und engagierter zu nutzen, als bisher. Dazu passt auch, dass das Social-Media-Team der Kanzlerin, das unter der Leitung ihres Sprechers Steffen Seibert steht, auch seit Jahren wächst.

Altmaier, der selbst ein Heavy-User des 140-Zeichen-Dienstes ist, begrüßte zudem, dass sich Trump auch nach seinem Wahlsieg weiterhin per Twitter zu Wort melde. „Wenn Donald Trump twittert, wissen wir zumindest Bescheid“, so Altmaier.

Welche Folgen die geöffnete Twitter-App im Smartphone des kommenden Präsidenten haben kann, konnte am gestrigen Dienstag erst wieder beobachtet werden. Via Kurznachrichten-Dienst mischte sich Trump in die konstituierende Sitzung des frisch gewählten US-Kongresses ein und verhinderte, dass sich die Abgeordneten mit der für Korruption zuständige Ethik-Kommission beschäftigen.

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Die US-Demokraten warnen schon einmal vor den politischen Folgen einer möglichen Zwitscher-Herrschaft und fordern, dass der künftige Präsident dringend in der Realität ankommen müsse. „Die USA können sich keine Twitter-Präsidentschaft leisten“, sagte der neue Fraktionschef der Demokraten, Chuck Schumer.

Die Gefahr einer Twitter-Kanzlerin besteht hierzulande jedoch weniger. Eine ähnlich exzessive Nutzung des Social-Media-Angebotes ist bei Angela Merkel, die selbst allerdings bevorzugt über SMS kommunizieren soll, ist kaum vorstellbar.

In sofern müssen die CDU-Strategen ihre Twitter-Taktik im Wahlkampf gänzlich anders konzipieren, als es das Trump-Team tat. Im Übrigen sehen Teile der CDU auch den Einsatz von Bots eher skeptisch. Mit Hilfe der Posting-Roboter verstand es Trump sehr geschickt, in den sozialen Netzwerken Stimmung zu machen.

So viel scheint für die Merkel-Kampagne vom Social-Media-Vorbild Trump nicht mehr zu bleiben.

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