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Samsung-CEO stimmt Belegschaft nach der „teuren Lektion“ des Note 7 auf ein schwieriges Jahr ein

Das Samsung Galaxy Note 7 hatte sich für CEO Oh-hyun Kwon zum Krisengerät entwickelt
Das Samsung Galaxy Note 7 hatte sich für CEO Oh-hyun Kwon zum Krisengerät entwickelt

Es war die Blamage des Jahres in der Tech-Welt: Samsungs Totalfiasko mit dem explorierenden Note 7, das schließlich vom Markt genommen werden musste und den Koreanern bislang einen Schaden von mehr als 5 Milliarden Dollar einbrockte. Entsprechend selbstkritisch äußerte sich Samsung-CEO Kwon Oh-hyun: In seiner Neujahrsansprache an die Belegschaft forderte Oh-hyun nach der "kostspieligen Lektion" des vergangenen Jahres Reformen, warnte aber gleichzeitig vor nachlassendem Wachstum in den Kernmärkten.

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Ungewohnt selbstkritische Töne aus Seoul. Den Super-GAU des explodierenden Phablets Note 7, das nach mehr als hundert Brandfällen schließlich im Oktober vergangenen Jahres vom Markt genommen wurde, bezeichnete Konzernchef Kwon Oh-hyun in seiner Neujahrsansprache an die Belegschaft, die CNBC vorliegt, als „kostspielige Lektion“, durch die Samsung bislang ein Schaden von mehr als 5 Milliarden Dollar entstanden ist.

Bis zu 15 Millionen Note 7 hätte Samsung allein bis Jahresende verkaufen können, mutmaßten Analysten nach dem sehr wohlwollend aufgenommenen Launch im August. Die Verkäufe fehlen Samsung nun und dürften sich insgesamt in einem entgangenen Umsatz von 17 Milliarden Dollar niederschlagen.

„Das Wachstum in unseren Kernmärkten ist erlahmt“

Oh-hyun forderte die weltweit rund 500.000 Mitarbeiter auf, aus dem Debakel die Konsequenzen zu ziehen und nötigen Reformen umzusetzen. Die Wettbewerbsfähigkeit der Produkte stehe an erster Stelle: „Qualität war immer Grundstein unseres Erfolgs, den wir nicht vernachlässigen dürfen“, erklärte Oh-hyun. Vielmehr werde man die höchsten Qualitätsstandards durch vermehrte Testabläufe wiederherstellen“,  so der Samsung-CEO.

Gleichzeitig räumte Konzernchef Kwon Oh-hyun ein, dass Südkoreas mit Abstand wertvollster Konzern vor einem herausfordernden Jahr stehe: „Das Wachstum in unseren Kernmärkten ist erlahmt und politische und wirtschaftliche Unsicherheiten haben sich wegen der Veränderungen in der Weltpolitik und in den Wechselkursen erhöht“, schwört der Samsung-Chef die Belegschaft auf stürmische Zeiten ein.

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Samsung steht vor „überwältigenden Herausforderungen“

Nicht zuletzt, weil die Wettbewerber „wegen mutigen Investments“ im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) stärker geworden seien. Es brauche daher die vereinten Kräfte der Belegschaft um die „überwältigenden Herausforderungen“ zu überwinden, schärfte der Samsung-Chef den Korpsgeist.

Abgesehen vom PR-Debakel des Note 7 konnte Samsung eigentlich mit seinem abgelaufenen Geschäftsjahr zufrieden sein: Im letzten Sommer verdiente Samsung, das auch 2016 weiterhin die meisten Smartphones der Welt verkaufte, mit 7,2 Milliarden Dollar (Juni-Quartal) schon wieder fast so viel wie Apple (7,8 Milliarden Dollar) und konnte nach Umsätzen sogar wieder zeitweise am Erzrivalen aus Cupertino vorbeiziehen.

Lohn des Comebacks: Mit einem Kursplus von 43 Prozent an der Börse stieg Samsung wieder zum wertvollsten Konzern Asiens auf.

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