Nach Kritik an Silvester-Einsatz: Polizist landet mit Facebook-Standpauke an Grünen-Chefin Viralhit

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Es passiert selten, dass ein Ordnungshüter einen Politiker öffentlich so richtig abkanzelt. Nach der Kritik an der Polizeiarbeit an Silvester platzte dem Hamburger Landesvorsitzenden der Gewerkschaft der Polizei jedoch so richtig der Uniformkragen. Via Facebook hielt Gerhard Kirsch der Grünen-Chefin Simone Peter eine heftige Standpauke und erhielt dafür im Social Web viel Beifall.

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Peter hatte sich in der Rheinischen Post über ein mögliches „Racial-“ oder auch „Social-Profiling“ beschwert, bei dem die Ordnungshüter anhand von ethnischen Kennzeichen die Entscheidung treffen würden, eine Person zu überprüfen oder nicht. Peters gab schon zu, dass die Polizei durch ihr Vorgehen und ihr Großaufgebot potenzielle Übergriffe deutlich begrenzt hätte. „Allerdings stellt sich die Frage nach der Verhältnis- und Rechtmäßigkeit, wenn insgesamt knapp 1000 Personen allein aufgrund ihres Aussehens überprüft und teilweise festgesetzt wurden.“

Erst wurde Peters von Politik-Journalisten wie Nikolaus Blome für ihre Aussagen kritisiert, dann legte auch Kirsch nach: „Sehr geehrte Frau Peter“, schreibt er. „Ich weiß zwar nicht, wo Sie Ihre Silvester-Nacht verbracht haben, aber es kann nach meinem Dafürhalten nicht in Köln, Hamburg oder an einem anderen neuralgischen Ort des Jahreswechsels 2015/16 gewesen sein.“ Weiter heißt es:

Lassen Sie sich gesagt sein, dass alles getan wurde, um u.a. sexuelle Übergriffe auf Frauen jeglicher Hautfarbe und Aussehens nach den Erfahrungen des Jahreswechsels 2015/16 zu verhindern – und: Sie wurden mit wenigen Ausnahmen verhindert. Als Gewerkschafter und Polizeibeamter, der in der Silvesternacht in Hamburg bei seinen Kolleginnen und Kollegen war, empfinde ich ihre Äußerungen als einen Schlag ins Gesicht derjenigen, die eine hoch brisante Lage – nicht nur in Hamburg – mit Bravour gemeistert haben.

Krisch schreibt, dass seine Kolleginnen und Kollegen seit Monaten nicht mehr aus den Stiefeln raus kommen würden. Weil die dafür sorgen würden, „dass auch Sie in diesem Staat weiterhin ihre Meinung oder eben auch Unfug sagen können.“

Die Wutrede des Wachtmeisters kommt zu der abschließenden Bemerkung: „Liebe Frau Peter – Warum ist es Ihnen eigentlich auch vor dem Hintergrund des Berliner Terroranschlages nicht möglich zu sagen, dass meine Kolleginnen und Kollegen einfach einen brisanten Einsatz exzellent gemeistert haben? Stattdessen kommen Sie mit dem „Aussehen“ der Menschen daher. Kommen Sie bitte zurück in die Realität – denn die wird uns noch sehr viel abverlangen.“

Der GdP-Funktionär trifft offenbar einen Nerv. Über Stunden wird sein Postig massiv geteilt und kommentiert. So wurde es bereits über 1.900 Mal weitergereicht und sammelte über 4.800 Reaktionen und über 830 Kommentare.

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