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E-Reader Tolino: Telekom steigt bei Kindle-Konkurrenten aus

Die Telekom will bei Mobil-Kunden mit einer verlockenden Streaming-Flat punkten
Die Telekom will bei Mobil-Kunden mit einer verlockenden Streaming-Flat punkten

Vor knapp vier Jahren gehörte die Telekom zu den Gründern der Kindle-Konkurrenz. Jetzt verkauft der Telekommunikationskonzern die Technologieplattform des Buchhandelsbündnisses an den japanisch-kanadischen E-Book-Hersteller Rakuten Kobo zu einem ungenannten Preis. Für Tolino-Kunden soll sich durch den Verkauf nichts ändern.

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Seit fast vier Jahren macht die deutsche E-Book-Allianz Tolino dem US-Internetgiganten Amazon und seinem E-Reader Kindle erfolgreich Konkurrenz. Jetzt zieht sich der Technologiepartner des Buchhändlerbündnisses, die Deutsche Telekom, aus der Partnerschaft zurück. Die Telekom verkauft die Tolino-Technologieplattform an den japanisch-kanadischen E-Book-Hersteller Rakuten Kobo. Die Verträge seien kürzlich unterzeichnet worden, teilte die Telekom am Montag mit. Einen Kaufpreis nannte das Unternehmen nicht.

Für die Tolino-Kunden soll sich durch den Verkauf nichts ändern, wie die Telekom und die beteiligten Buchhändler betonten. Alle Geräte würden weiter technisch unterstützt, auch die gewohnten Serviceangebote wie die kostenlose Nutzung von Telekom Hotspots und die Tolino-Cloud blieben bestehen.

Die Tolino-Gründungsmitglieder Hugendubel, Thalia und Weltbild begrüßten den neuen Technologiepartner. Leser, Buchhandel und Verlage in Deutschland würden davon profiteren, dass künftig das Beste aus der Tolino– mit der Kobo-Welt zusammengeführt werde. Rakuten-Kobo-Chef Michael Tamblyn betonte, das Unternehmen bringe seine weltweite Erfahrung in der Zusammenarbeit mit nationalen Buchhändlern in das Bündnis ein. Das werde Tolino noch wettbewerbsfähiger machen. Der Thalia-Chef und Tolino-Mitbegründer Michael Busch betonte: „Nachdem die Telekom für uns der perfekte Gründungspartner war, geht es mit Kobe nun um weiteres Wachstum.“

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Das kanadische Unternehmen Kobo wurde 2009 gegründet und konzentriert sich seitdem auf das Thema E-Books. Es hat eine ganze Reihe von E-Readern – ähnlich den Tolino-Geräten – im Angebot, spielt jedoch in Deutschland bislang keine große Rolle. Im Jahr 2011 wurde es vom japanischen Internetkonzern Rakuten übernommen.

Tolino war 2013 von der Telekom und großen deutschen Buchhändlern ins Leben gerufen worden, um auf dem wachsenden E-Book-Markt ein konkurrenzfähiges Angebot nicht zuletzt gegen Amazons Kindle präsentieren zu können. Tatsächlich gelang es der Allianz, dem US-Giganten die Stirn zu bieten. Zur Thalia-Allianz gehören heute neben der Telekom und den Gründungsmitgliedern Thalia, Weltbild und Hugendubel auch die Mayersche Buchhandlung, Osiander und der Buchgroßhändler Libri mit rund 1500 angeschlossenen Buchhandlungen.

In Deutschland haben E-Books inzwischen einen Anteil von rund fünf Prozent am Buchmarkt. Allerdings ist das Wachstum zuletzt deutlich abgeflaut. Das Bundeskartellamt muss dem Verkauf der Tolino-Technologieplattform noch zustimmen.

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