„Es war mir eine Ehre“: Bild-Herausgeber Kai Diekmann verlässt Axel Springer mit unbekanntem Ziel

Kai Diekman, Bild-Chefredakteur 2000 bis 2015, bis Ende 2016 Herausgeber
Kai Diekman, Bild-Chefredakteur 2000 bis 2015, bis Ende 2016 Herausgeber

Die Hammer-News im Medienjahr 2016 kommt zum Schluss: Kai Diekmann, 52, Herausgeber der Bild-Gruppe, wird mit Wirkung zum 31. Januar 2017 seine Tätigkeit für Axel Springer auf eigenen Wunsch beenden und aus dem Verlag ausscheiden. Er wird sich künftig anderen Aufgaben außerhalb des Unternehmens widmen. Das teilte der Verlag am Freitag mit. Damit endet eine über eineinhalb Jahrzehnte währende Ära.

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Die Mitarbeiter wurden nach MEEDIA-Informationen am Freitagvormittag von Diekmann selbst über seinen Ausstieg unterrichtet. In einer emotionalen Ansprache dankte der langjährige Chefredakteur auch Verlegerin Friede Springer und dem Vorstandschef Mathias Döpfner.

Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender Axel Springer SE, erklärte zu der überraschenden Personalie: „Kai Diekmann kann auf eine einzigartige Karriere bei Axel Springer zurückblicken. Es ist vor allem ihm zu verdanken, dass Bild heute Trendsetter des digitalen Journalismus ist und eine hochprofitable Multimediamarke. In 16 Jahren an der Redaktionsspitze ist es ihm gelungen, Bild inhaltlich und strukturell stets weiterzuentwickeln und ihr damit eine kraftvolle publizistische Stimme zu verleihen. Wir danken ihm dafür, dass er die seit Jahresbeginn neu aufgestellte Chefredaktion beraten und unterstützt hat, so dass jetzt ein problemloser Übergang möglich ist. Wir sind traurig über sein Ausscheiden.“

Kai Diekmann selbst sagt: „Nach 30 Jahren bei Axel Springer fällt es mir schwer, das Haus zu verlassen, dem ich beruflich alles zu verdanken habe. Ich weiß Bild, BamS und B.Z. bei Tanit Koch, Julian Reichelt, Marion Horn, Peter Huth und all den anderen großartigen Kolleginnen und Kollegen im Team in den allerbesten Händen und kann mich nun neuen Aufgaben stellen.“

Zur Vita: Kai Diekmann kam 1985 zu Axel Springer, um eine Ausbildung an der Axel Springer Journalistenschule zu absolvieren. Seitdem ist er mit kurzen Unterbrechungen für das Unternehmen tätig: zunächst als Bild- und Bild am Sonntag-Parlamentskorrespondent, später als stellvertretender Chefredakteur B.Z. sowie als Bild-Politikchef und Chefredakteur der Welt am Sonntag, bevor er 2001 die Bild-Chefredaktion übernahm und später zusätzlich zum Herausgeber der gesamten Bild-Gruppe berufen wurde. Ende 2015 gab er die Funktion des Bild-Chefredakteurs ab und übernahm als Herausgeber die Führung der Chefredakteure, die übergeordnete Steuerung der Bild-Angebote sowie laut Verlag „der publizistischen Ausrichtung und Weiterentwicklung der Bild-Marken“.

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Alle Kommentare

  1. Auf jeden Fall war Kai Diekmann auch in jungen Jahren bereits ein Visionär.
    So ist er laut ihrem Artikel 1985 zu Springer gegangen, um eine Ausbildung an der Axel Springer Journalistenschule zu absolvieren. Die wurde allerdings erst 1986 gegründet.

    Im Oktober 1986 wurde in Berlin der 1. Jahrgang begrüßt, kein Kai dabei und auch nicht auf den Veranstaltungen die folgten. Ich weiss es, denn ich war im 1. Jahrgang.

    Ich (Praktikant) lernte Kai Diekmann Ende 1985 bei der Bams kennen. Dort war er Volontär und hat das Volotariat dort wohl auch abgeschlossen.

  2. Das Bild zeigt ikonographisch „einen Trendsetter des digitalen Journalismus“. Akten, Schreibtisch, kein Computer. Eine recht gelungene Zusammenfassung von Springers Digitalisierungsstrategie. Nun, Herr Diekmann ist zurecht berühmt für die Fähigkeit, Aussagen in sprechenden Bildern zu formulieren. Diese hier ist eindeutig. Die Print-Marken haben bei Springer keine Zukunft. Sie sind, mit Ausnahme der Welt, profitabel, aber längst schon ein Nebengeschäft ohne Zukunft. Sein Abschied hat also einen ernsten Hintergrund. „Echten“ digitalen Journalismus wird es bei Springer in Deutschland nicht geben. Das ist eine strategische Entscheidung von ganz Oben. Zu Risikoreich, zu Fordernd für eine alte Unternehmerwitwe und ihren Adlatus. Interessant ist demgegenüber die Ausrichtung des Konzerns auf den angelsächsischen Markt. Dort wollte man die „Financial Times“ kaufen, eine Zeitung, die einen berühmten Namen, aber ein durchaus unsichere ökonomische Zukunft hat. Nach dem Scheitern des Kaufs hat man beim „Business Insider“ zugegriffen. Ein Non-Starter ohne Esprit und ohne Geschäftsmodell. Wie es scheint, sind hier gar keinen ökonomischen Interessen ausschlaggebend, sondern das Bedürfnis, Teil der angelsächsischen globalen Business Community zu sein. Die ökonomische Zukunft Deutschlands wird in den Vorstandsetagen der deutschen Wirtschaft offenbar anders eingeschätzt, als in der Neujahrsansprache unsere geliebten Bundeskanzlerin, die der Springer-Verlag ansonsten ja nicht müde wird, in Szene zu setzen. Die anderen, so Frau Merkel, hätten sie sehr enttäuscht. Damit meinte sie diesmal nicht exklusiv die, die schon länger hier leben (früher als Deutsche bezeichnet) , sondern auch die von ihr eingeladenen anderen, die ihr das Weihnachtsfest und den Wahlkampf gründlich versaut haben. Das wird sie uns nur schwer verzeihen. Wir müssen uns alle daher gewaltig anstrengen, damit Deutschland wieder ein Land wird, in dem sich die Frau Bundeskanzlerin wieder wohl fühlt. Die Grundvoraussetzung hat sie auch genannt: Brav arbeiten gehen ohne aufzumucken, keine falschen Meinungen vertreten, und etablierte Parteien wählen. Das war jetzt keine Satire, dass hat Sie wirklich so gesagt! Also, lassen Sie sich nicht unterkriegen. Man kann Medien, die so etwas ungewollt verbreiten, einfach abschalten. In diesem Sinne wünsche ich den verbliebenen Restlesern hier ein frohes neues Jahr.

  3. Eine „Ehre” sei die Tätigkeit bei Springer und vor allem bei Bild gewesen:
    Polit-Hetze, Promi-Dreck, Im-Fahrstuhl-rauf-und-runter, Blaulicht, Titten, Kohl-Apotheose.

    „Der Mann von Ehre denkt bei allen Dingen zuerst an sich selbst; und nicht, ob etwas an und für sich recht sei oder nicht, ist die Frage, sondern, ob es ihm gemäß sei, ob es seiner Ehre gezieme, sich damit zu befassen, oder davonzubleiben. Und so kann er wohl auch die schlechtesten Dinge tun und ein Mann von Ehre sein.” (Hegel)

    1. Ich sehe das anders:
      Kai Diekmann hat fast immer sehr gut für Bild gearbeitet. Er hat Der Bild einen ganz neuen Charakter verpasst, und diesen Charakter finde ich persönlich echt gut. Warum regt ihr euch jetzt noch auf? Er geht und witmet sich neuen Möglichkeiten. Ich bin mir sicher, dass wir ihn bald woanders wieder sehen. vielleicht habt ihr teilweise recht, aber nicht alles was er gemacht hat war falsch.

  4. Nun kann er ja endlich Pressesprecher seines geliebten IS werden. Nein, nicht von denen! Ich meine die anderen. Internationale Seidentoilettenpapiere KG. Oder so.

  5. nachdem er die BILD in beispielsloser Weise in der Geschichte dieser „Zeitung“ abgewirtschaftet hat – während seiner Amtszeit sank die Print-Auflage um ca. 60% – und auch die BILD-Digital-Modelle dem Vernehmen nach mehr als floppen, war der Abtritt wohl nicht ganz so freiwillig. Für mich war der Typ schon immer ein Blender. Ohne den frühen Zuspruch seines Mentors Helmut Kohl hätte er wohl niemals so eine Karriere bei Springer machen können. Allerdings muss man auch sagen: Wenn man solche Typen wie Herrn Reichelt sieht, ist Diekmann noch Gold. Herr Reichelt positioniert Bild-Online ja als digitales Anti-Russland/Putin-Kampfblatt und beschwört den neuen kalten Krieg. Ekelhaft.

  6. Atlantikbrücke Kai wird,

    so sagen es Gerüchte, Agent für besondere Verwendung bei George, also dem Soros George, Ihr wisst schon, der mit den OpenBoarder Fluten gegen Deutschland.

    Nachdem Trump jetzt unaufhaltsam – auch die Lame Duck Obama kann mit ihrem letzten Wüten nichts mehr ausrichten – die US Politik wieder aus dem FED-FIAT-Money Wolkenkuckucksheim, das ohne Millionen Tote nicht zu haben ist, wieder auf den Boden der Tatsachen holen, mit den Füßen zuerst versteht sich.

    FED Propagandist Kai aber sollte man nicht abschreiben, der ist gefährlich und wird wahrscheinlich Angie im Wahlkampf unterstützen, damit die den Frevel des Barack und der unterirdischen Killary weiter führen kann.

    Friede, Liz Anetta und Arvato haben Heikos wahrheitsministerium auf gesunde wirtschaftliche Füße gestellt, jetzt sorgt das als Familienministerium getarnte „Kampf gegen politische Konkurrenz“ Modell, das mit der Küstenbarbie, dafür, dass die Prints, natürlich nur die Willigen ordentlich Werbeschaltungen erhalten. Ach die Welt steht Kopf, Frauke hilf!!

    Na denn Prost

  7. Ist Kaischi über „Wir schaffen das“ gestolpert und verschafft man ihm jetzt einen sauberen Abgang? Geld dürfte er genug verdient haben. Mal sehen, ob er eine neue Herausforderung findet, nachdem er BILD unter die Marke von zwei Millionen gebracht hat?

  8. Er war sicher fleißig… in seinem Büro waren „die Jungs“ unter sich, da war das Testosteron schon weit vor der Tür zu riechen. Den natürlich ZU-arbeitenden Mädels müsste es eigentlich schlecht geworden sein. Dann hatten die marschierenden Alt-68er die Institutionen und Medien besetzt (irgendwie gehört dazu auch der Döpfner, wenn auch verspätet oder?) und auch bei BILD zog das verschwiemelte political correctness Gutmenschen- und Werte-Getue ein. Die BILD wurde zur Freundin der Regierenden weil Diekmann und seine Frau – hektisch auf dem Weg zum Establishment-Platz ganz vorne (das konnte man gut beobachten) – dann auch dort angekommen sind. Damit verbunden: Kurze schnelle Aufregerartikel… aber Null Weiterverfolgung von Auswüchsen, deren Beobachtung für die Bürger ganz wichtig wären und sind. Was hilft es, mal EINEN guten Artikel über die Fehler beim Berliner Anschlag zu lesen und das war’s dann. WOZU WIRD DAS GESCHRIEBEN?? Die Politiker wissen längst, dass danach wieder Ruhe einkehrt. Es kotzt einen an. Halloooo BILD!!!! Stattdessen Schulterklopfen – bis heute: WIR sind die Größten, Besten, Klügsten und die einzigsten weltweit mit den ober-geilen WERTEN und WIR können deshalb allen anderen sagen, wie es geht. Bis zu Merkels verrückter Grenzöffnung, die sowohl den realen Totalverlust der Sicherheit wie auch die Erkenntnis brachte, dass wir hier Auswüchse in den Bürokratien, im „Rechtsstaat“ (den wir ständig auf den Lippen tragen, der aber unglaubliche Fehlleistungen und Fehl-Urteile zeigt) zugelassen haben, die furchtbar sind. Dieser „Staat“ verfolgt seine sowieso schon gläsernen und von viel zu hohen Steuern ausgebeuteten Bürger mit Bestrafungs-Unverschämtheiten in Sachen Steuern (DAS ist das schlimmste Verbrechen überhaupt, für Steuerhinterziehung geht man ins Gefängnis, während gewalttätige Vielfachverbrecher und Extremisten permanent laufen gelassen werden (man könne denen nichts nachweisen hä????) Ist DAS Rechtsstaat???) Auch im Verkehr (bei wieder weniger Verkehrstoten) treibt die Bürokratie in riesigen Behörden mit Total-Überwachung, Strafexzessen und Strafverfolgung bis zur Existenz-Vernichtung fröhliche Urständ. Während die Bürokratie mit Krankenhauskeimen und 40.000 Toten untätig bleibt. Ist das nicht zum Wiehern BILD??? Hier und auch beim Totalchaos und dem Asyl-Waterloo von Merkel & Co. hat die BILD NICHTS frühzeitig angeprangert und jemals in einer Art weiter verfolgt, dass die Politik „Angst“ haben musste vor diesem Medium, das mal von Linken bekämpft und belacht wurde, weil es den Normal-Bürger vertrat. Statt dessen Aktionen zur Unterstützung einer Politik, die der Bürger sehr früh deutlich abzulehnen begann. Unbemerkt von den „Etablierten'“ in ihrer Rosaroten Harmonie-Glocke (gilt auch für die grüne Oase Freiburg). Erst nach Brexit und Trumps Wahl und nach Übergriffen von Illegalen und „Asylbewerbern“, die Menschen töteten, Frauen vergewaltigten und begrapschten und vieles mehr begann das Heulen und Zähneklappern. Aber geändert hat sich bis heute noch nichts. Julian Reichelt beschimpft Assad und die Russen (der begreift nicht, dass es diesen beiden gelingen könnte, den vom Westen unterstützten „Bürgerkrieg“ zu beenden). Und was Frau Horn mit der BILD AM SONNTAG gemacht hat – ein tütteliges Mutti-und-Kind-Wochenend-Blattl mit unsäglichen politischen Kommentaren von ihr und ihrem Stellvertreter. Und dazu noch Frau Käsmann – .. DAS soll ein Erfolg sein? Da lachen ja die Hühner und der gemeine Bürger weint, denn er hat keine Medienpartner mehr, die auf seiner Seite stehen. Überall – insbesondere bei den vom Bürger finanzierten öffentlich-rechtlichen Sendern – wird das Establishment und dessen Wunsch, den Bürger zu domestizieren, von den Medien unterstützt, werden Kampagnen mit-gefahren, die die Politik gerne hätte. Wollen wir hoffen, dass der Widerstand der Bürger immer größer und größer wird. Egal wie, all das – inklusive DIESES Europa – muss ein Ende haben, denn SO ist es eine furchtbare „Demokratie“ geworden. Der Dank des Verlages schleicht Ihnen nach aber eigentlich, Herr Diekmann, sollten Sie sich darüber nicht freuen!!

    1. @keumel wäre nie für Twitter tauglich oder die Bild. Er braucht 100 Zeilen um einen einzigen Gedanken halbwegs vorzutragen. Boy, fasse er sich doch bitte kurz.

      1. Na, na, na! Laß den Keumel mal in Ruhe, sonst setzen wir Dich auf unsere Liste! Du bist hier ab jetzt für 1 Woche gesperrt. Lesen wir während dieser Zeit etwas von Dir, gibt es – zack, so schnell kannste Deine Tastatur gar nicht verstecken – sofort Bloggerkeile und Twitterverbot. Hast Du das jetzt endlich kapiert, Schulze.Ulrich alias Mathias Gxxxxxxxxx? Wir sehen alles und beobachten Dich! Grüße von uns.

      2. Aber, aber, das AlternativeListing wird doch wohl keine weitere boshafte Variante des Schabrunskis sein, oder?
        Im wirklichen Leben ein lächerlicher Niemand, aber im Netz großkotzig absurde Drohung aussprechen – ganz großes Kino für hoffnungslose Alternative.

  9. Wer weiß wo er als nächstes anfängt… öffentlich rechtlich vielleicht? Bundestag? Die besten Jahre liegen noch vor ihm!!!

  10. „Es ist vor allem ihm zu verdanken, dass Bild heute Trendsetter des digitalen Journalismus ist und eine hochprofitable Multimediamarke.“

    Ist das die politisch korrekte Umschreibung für maximale Auflagenvernichtung?

    Gut das er weg ist!

  11. Pro-Asyl-Kommandant Diekmann verlässt die Andrea Doria. Er hat sie mit Anschreiben gegen seine Leserschaft schon unter die Wasserlinie gedrückt. Nur noch 1,79 Millionen Kernauflage (10/2016). In guten Zeiten nach 1990 waren es noch 6 Mio. und dann 4 Mio. Diekmanns Bild verliert heute pro Jahr eine Viertel-Million Leser (IVW 248.540). Unglaublich! Diekmann hat das Konservative preisgegeben. Axel Springer hätte ihn längst rausgeschmissen.
    Jetzt will er nicht mehr das Ergebnis mit dem Absinken unter 1,5 Millionen Leser verantworten. Oder hat man sich des Problemkapitäns Diekmann bei Springer entledigt? Wenn ja, es kommt viel zu spät. Die Abstimmung der Bild-Leser mit den Füßen ist nicht mehr aufzuhalten. Für den Sport gibt es den Kicker und andere Magazine. Der Politikbrei ist ohnehin überall gleich.

  12. wenn ich mir sein Twitter-Foto anschaue, ist er aber ganz schön gealtert in den 30 Jahren bei Springer: Sein Gesicht sieht eher wie Mitte 60 als wie Anfang 50 aus…

    Und ich hoffe in seinem neuen Job verdient er so gut, daß er sich mal passendes Hemd und Sakko leisten kann, sieht stylemäßig ja übel aus auf dem Twitter-Foto. 😉

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