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Tech-Aktien 2016: Samsung trotz Note 7-Debakel um 43 Prozent im Plus

Das Samsung Galaxy Note 7 hatte sich für CEO Oh-hyun Kwon zum Krisengerät entwickelt
Das Samsung Galaxy Note 7 hatte sich für CEO Oh-hyun Kwon zum Krisengerät entwickelt

Comeback der alten Tech-Stars: Während zahlreiche Internet-Unternehmen den großen Kurszuwächsen der vergangenen Jahre an der Börse Tribut zollen mussten, erlebten hoch kapitalisierte Veteranen der IT-Industrie an der Wall Street und in Asien 2016 eine Renaissance. Dass rückläufige Umsätze und Gewinne kein Hinderungsgrund für Kurszuwächse sind, machten Apple, Microsoft, IBM und Nintendo vor. Den Vogel schoss indes Samsung ab, das trotz des PR-Debakels des Jahres durch das Note 7 das Comeback 2016 gelang.

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5. Apple: + 11 Prozent

Jede Serie geht einmal zu Ende. Dass es Apple nach dem kleinen Update vom iPhone 6 auf das iPhone 6s 2016 schwer haben würde, weiter zu wachsen, deutete sich bereits zu Jahresbeginn an – nur noch marginal um 0,4 Milliarden Dollar konnte Apple in  seiner Weihnachtsbilanz sein Vorjahresergebnis verbessern.

Danach folgte der Absturz vom Olymp: Schon der Ausblick aufs nächste Quartal deutete an, dass Apple 2016 auf ein Jahr im Rückwärtsgang zusteuern würde. Die Wall Street nahm den Absturz wenige Tage später vorweg und entthronte Apple kurzzeitig als wertvollsten Konzern der Welt.

Das Ausmaß des Geschäftseinbruchs überraschte dann jedoch selbst größte Skeptiker: Um insgesamt 8 Prozent brachen die Umsätze im Fiskaljahr 2016 ein, um gleich 15 Prozent die Gewinne. Es ist das erste Mal seit 2001, dass sich Apples Geschäfte wieder rückläufig entwickeln.

Der Grund für den Schrumpfkurs trägt sechs Buchstaben: iPhone. Apples Lebensversicherung fiel im Fiskaljahr 2016 plötzlich aus: Erstmals seit Einführung des Kultsmartphones 2007 setzte Apple weniger iPhones ab – und zwar gegenüber dem Vorjahreszeitraum gleich mehr als 17 Millionen Geräte.

Weil auch die anderen Konzernabteilungen – die iPad- und Mac-Unit und die „Anderen Produkte“ (inklusive der Apple Watch) – rückläufige Absätze verzeichneten und sich nur die Service-Sparte gegen den Abwärtstrend stemmen konnte, verbuchte der Kultkonzern aus Cupertino 2016 18 Milliarden Dollar weniger Umsatz und knapp 8 Milliarden Dollar weniger Gewinn.

Doch unter das Fiskaljahr 2016 hat Apple bekanntlich per Ende September bereits einen Schlussstrich gezogen. Dass Apple nach einem Jahr im Rückwärtsgang 2017 ein (Börsen-) Comeback gelingen könnte, glaubt die Wall Street, die den iKonzern in den vergangenen Wochen in Erwartung der im nächsten Jahr durch ein generalüberholtes iPhone 8 wieder steigenden Absätze immerhin um 11 Prozent nach oben beförderte.

4. Microsoft: + 14 Prozent

Es ist eine der Überraschungen des Jahres: Erstmals seit 1999 durchbrach die Microsoft-Aktie  wieder die Marke von 60 Dollar und stellte im Zuge dessen nach 17 Jahren wieder neue Allzeithochs auf, die der Windows-Hersteller in den letzten Handelstagen des Jahres bei Kursen von knapp 64 Dollar immer weiter ausbauen konnte.

Dabei entwickelten sich Microsofts Geschäfte zuletzt wenig spektakulär: So konnte der nach Apple und Alphabet drittwertvollste Konzern der Welt für den jüngsten Dreimonatszeitraum zwischen Anfang Juli und Ende September mit Umsätzen von 20,5 Milliarden Dollar lediglich den Vorjahreswert marginal übertreffen, während die Nettogewinne sogar einen Rückschritt um vier Prozent auf 4,7 Milliarden Dollar hinnehmen mussten.

Doch dem neuen Konzernchef Satya Nadella, der seit 2014 die Geschicke des Software-Giganten aus Redmond führt, ist etwas gelungen, woran sein glückloser Vorgänger Steve Ballmer 13 Jahre scheiterte – eine Vision für die Post-Windows-Ära zu präsentieren.

Neue Geschäftsdynamik hauchte Nadella dem Dow Jones-Mitglied mit der Intelligent Cloud-Sparte ein, deren Umsätze zuletzt  um acht Prozent auf 6,4 Milliarden Dollar stiegen. Treiber der Entwicklung ist das Cloud-Flaggschiff Azure, das mit Amazons AWS-Sparte wetteifert, und explosives Wachstum von 116 Prozent versuchen kann.

Dabei entwickelten sich Microsoft Geschäfte zuletzt wenig spektakulär: So konnte der nach Apple und Alphabet drittwertvollste Konzern der Welt für den jüngsten Dreimonatszeitraum zwischen Anfang Juli und Ende September mit Umsätze von 20,5 Milliarden Dollar lediglich den Vorjahreswert marginal übertreffen, während die Nettogewinne sogar einen Rückschritt um vier Prozent auf 4,7 Milliarden hinnehmen mussten.

Doch dem neuen Konzernchef Satya Nadella, der seit 2014 die Geschicke des Software-Giganten aus Redmond führt, ist es etwas gelungen, woran sein glückloser Vorgänger Steve Ballmer 13 Jahre scheitert – eine Vision für die Post-Windows-Ära zu präsentieren.

Neue Geschäftsdynamik hauchte Nadella dem Dow Jones-Mitglied mit der Intelligent Cloud-Sparte ein, deren Umsätze zuletzt  um acht Prozent auf 6,4 Milliarden Dollar stiegen. Treiber des Entwicklung ist das Cloud-Flaggschiff Azure, das mit Amazons AWS-Sparte wetteifert, und explosives Wachstum von 116 Prozent versuchen kann.

3. IBM: + 21 Prozent
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Noch größere Kurszuwächse trotz einer stagnierenden Geschäftsentwicklung  kann ein Erzrivale von Apple und Microsoft verbuchen – der Computer-Pionier IBM, der 2016 um respektable 21 Prozent vorne liegt. Dabei verharrten die Erlöse im jüngsten Quartal bei 19,2 Milliarden Dollar, während die Nettogewinne sogar um vier Prozent auf 2,9 Milliarden Dollar zurückgingen.

Auch IBM versucht vermehrt vom Wachstumsmarkt Cloud Computing zu profitieren und übernahm 2016  allein für 2,6 Milliarden Dollar die Truven Health Analytics und die Blue Wolf Group für 200 Millionen Dollar.

Für die Wall Street-Veteranen James Cramer und Warren Buffett, der mit über 10 Milliarden Dollar in Big Blue investiert ist, steht IBM vor einem Comeback – nicht zuletzt angesichts einer attraktiven Dividendenrendite von 3,6 Prozent und massiven Aktienrückkäufen. Anleger haben die Comeback-Aussichten mit einem Kursplus von 21 Prozent bereits 2016 ein Stück weit vorweggenommen.

2. Samsung: + 43 Prozent

Auf den ersten Blick ziemlich erstaunlich erscheint die Nummer zwei unter den hochkapitalisierten Tuchwerten 2016. Samsung gelang tatsächlich mit einem Kursplus von 43 Prozent eines der bemerkenswertesten Comebacks des Jahres, das die Südkoreaner mit einem Börsenwert von 232 Milliarden Dollar wieder zu Asiens Nummer eins gemacht hat.

Dabei hat Samsung zumindest in der westlichen Welt in den vergangenen Monaten die Schlagzeilen praktisch ausschließlich mit dem PR-Debakel des Jahres dominiert – dem Super-GAU des explodierenden Phablets Note 7, das nach mehr als hundert Brandfällen schließlich im Oktober vom Markt genommen wurde.

Bis zu 15 Millionen Note 7 hätte Samsung allein bis Jahresende verkaufen können, mutmaßten Analysten nach dem sehr wohlwollend aufgenommenen Launch im August. Die Verkäufe fehlen Samsung nun und dürften sich in einem entgangenen Umsatz von 17 Milliarden Dollar niederschlagen.

Was dabei gern vergessen wird: Nach Jahren der Demütigung durch Apple befand sich Samsungs Mobil-Sparte dank des im Frühjahr gelaunchten Flaggschiff-Modells Galaxy S7 längst auf Comeback-Kurs. Während die Chip-Sparte solide Zuwächse einfährt,  sorgt die Virtual Reality-Brille Gear VR für zusätzliche Fantasie.

Lohn des Comebacks: Im Sommer verdiente Samsung, das auch 2016 weiterhin die meisten Smartphones der Welt verkauft, mit 7,2 Milliarden Dollar (Juni-Quartal) schon wieder fast so viel wie Apple (7,8 Milliarden Dollar). Nach Umsätzen zogen die Südkoreaner sogar wieder am Erzrivalen aus Kalifornien vorbei: Mit Erlösen von 45 Milliarden Dollar lag Samsung im abgelaufenen zweiten Quartal deutlich vor Apple (42,4 Milliarden Dollar).

Die Börse wettet unterdessen, dass sich Samsungs Aufwärtstrend 2017 mit dem Galaxy S8 fortsetzt. Profitieren dürfte der mit Abstand wertvollste Konzern Koreas im nächsten Jahr zudem ausgerechnet von Apple: Samsung soll den Auftrag zur Fertigung der biegsamen OLED-Displays für das iPhone 8 gesichert haben.

1. Nintendo: + 45  Prozent

Es war der Hype des Jahres: Das Mobil-Spiel „Pokémon GO“, das im Juli als App auf Smartphones kam, trieb Gamer auf der Jagd nach virtuellen Monstern im Sommer durch die Stadt. Die Nintendo-Aktie hob rasant ab und konnte sich zeitweise sogar verdoppeln – für einige Handelstage stieg Nintendo sogar zum wertvollsten Konzern Japans auf –, obwohl der Spiele-Pioniere nur Lizenzgeber war.

Tatsächlich nur ein Zehntel des erzielten Gewinns landet bei Nintendo– die Rechte am Smartphone-Spiel hält die The Pokémon Company gemeinsam mit den Entwicklern der ehemaligen Google-Tochter Niantic und anderen Investoren. Doch die Aussicht auf zukünftige Erlöse durch weitere App-Versionen von Nintendo-Kultspielen aus den 80er- und 90er-Jahren hielt die Fantasie am Leben.

Tatsächlich brachte der frühere Anbieter von Spielkarten sechs Monate später nun federführend seinen nächsten Spiele-Klassiker aufs Smartphone – „Super Mario Run“ kann seit vergangener Woche geladen werden. Obwohl 40 Millionen Downloads für neue Rekorde sorgten, stürzt die Nintendo-Aktie ab – wegen überwiegend schwacher Bewertungen der App.

Während die kostenlose Demo-Version nur ein sehr eingeschränktes Nutzungsszenario bietet, erscheint die Vollversion mit 10 Dollar offenbar zu teuer. Gebrauchen kann der japanische Gaming-Pionier die neue Erlösquelle im Smartphone-Zeitalter nur allzu gut.

Weil Nintendo im jüngsten Quartal nur noch halb so viel Einheiten seiner Video-Spielekonsole Wii U absetzt , gaben die Erlöse zuletzt um  33 Prozent auf 1,32 Milliarden Dollar nach, während sogar Verluste von 57 Millionen Dollar anfielen. Aktionäre werten das offenkundig als einen kurzfristigen Effekt und wetten weiter auf einen Turnaround durch Mobile Games wie Pokémon GO und Super Mario Run.

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