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Stellenabbau bei DuMont in Köln: Verlag macht „freiwillige Abfindungsangebote“

Der gläserne Verlagssitz in Köln: Die DuMont Mediengruppe verlegt u.a. den Express und den Kölner Stadt-Anzeiger
Der gläserne Verlagssitz in Köln: Die DuMont Mediengruppe verlegt u.a. den Express und den Kölner Stadt-Anzeiger

Seitdem innerhalb der DuMont-Gruppe in Berlin und Hamburg Maßnahmen für weiteren Stellenabbau bekannt wurden, werden entsprechende Pläne auch in Köln erwartet. Offiziell wird im kommenden Jahr entschieden, wie es im Medienhaus Rheinland, wo Express und Stadt-Anzeiger angesiedelt sind, weitergeht. Via Intranet werden Mitarbeitern bereits jetzt freiwillige Abfindungsangebote unterbreitet.

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Die folgende Meldung an die Mitarbeiter kursiert bereits seit einigen Tagen im DuMont-Intranet. Am heutigen Freitag, einen Tag vor Heiligabend, wird sie Mitarbeitern noch einmal präsent vor Augen geführt. Darin heißt es: „Aufgrund der wirtschaftlich weiterhin angespannten Lage hat sich die Geschäftsführung des Medienhauses DuMont Rheinland dazu entschlossen, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Redaktionen von Express und Kölner Stadt-Anzeiger freiwillige Abfindungsangebote sowie Altersteilzeit-Angebote zu unterbreiten.“

Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Redaktionen, die sich vorstellen können, das Unternehmen freiwillig zu verlassen, werde ein Aufhebungsvertrag inklusive Zahlung einer Abfindung angeboten werden, heißt es weiter. „Daneben werden – unter bestimmten Voraussetzungen – Altersteilzeit-Angebote gemacht. Über die inhaltlichen Rahmenbedingungen ist der Betriebsrat im Vorfeld informiert worden.“ Auf Nachfrage von MEEDIA hat ein Unternehmenssprecher diese Maßnahme bestätigt und betont, dass dies ein herkömmlicher Vorgang sei.

In der Tat es nicht die erste Runde, in der DuMont seinen Mitarbeitern anbietet, das Unternehmen gegen eine Abfindung freiwillig zu verlassen. So einigten sich Unternehmen und die Gewerkschaft Verdi bereits im Jahr 2014 auf entsprechende Angebote, um bei einem Abbau von 84 Stellen in Verlag, Verwaltung und Druckerei den Anteil der betriebsbedingten Kündigungen zu reduzieren. Wer damals mehr als fünf Jahre im Unternehmen war, sollte ein Angebot von 25.000 Euro plus 2.000 Euro pro Jahr der Betriebszugehörigkeit erhalten. Ähnlich handelte in diesem Jahr auch die zu Axel Springer gehörende Welt-Gruppe.

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Wie viele Stellen DuMont hofft, durch das Abfindungsangebot abbauen zu können, ist derzeit nicht bekannt. Die Maßnahme scheint auch dieses Mal durchgeführt zu werden, um bei einem möglichen Stellenabbau im kommenden Jahr den Anteil der betriebsbedingten Kündigungen zu senken. Der Verlag kündigte bereits an, dass es 2017 zu weiteren Änderungen bei Express und Stadt-Anzeiger kommen werde. Derzeit werden Redaktionsprozesse über- und neue Synergiemöglichkeiten geprüft.

Dabei bleibt abzuwarten, ob auch in Köln das Berliner Modell der DuMont Mediengruppe zum Tragen kommt. Im Oktober gab das Unternehmen bekannt, beim Berliner Verlag die Redaktionen von Berliner Kurier und Berliner Zeitung zusammenzuführen. Damit einher geht ein Personalabbau in Höhe von insgesamt rund 30 Stellen. Derzeitige Mitarbeiter müssen sich bei einer neuen Gesellschaft bewerben. In dieser Woche kündigten DuMont und Gewerkschaften an, für diese über einen Haustarifvertrag verhandeln zu wollen. Zum Stellenabbau soll es im kommenden Jahr auch am Standort Hamburg kommen. Der dortige Betriebsrat fürchtet den Abbau von rund 25 Prozent der Redaktion.

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Alle Kommentare

  1. Obwohl einige Jahrzehnte der Verlag vom eitelsten- Bundesrepublikanischen Verleger -geleitet wurde, (Eitelkeit führt bekanntl. schnell zu „Erblindung fürs Wesentliche) blieb die Auflage glorreich. In den -Achtzigern- allerdigs von Linksliberal in mehr + mehr konservative Richtung geschwenkt, wurden verstärkt- Verlegerhörige Mitarbeiter- eingestellt ,bzw. geduldet. Kritische Gedanken betr. koserv. Politik und Wirtschaft blieben auf der „Strecke“. Alfred Neven-Dumont, mittlerweile von eigenen Gnaden zum Prof. avanciert musste zusehen wie sein Blätterwald lichter wurde. Resultat: s.laufende Berichte.

  2. Obwohl einige Jahrzehnte der Verlag vom eitelsten- Bundesrepublikanischen Verleger -geleitet wurde, (Eitelkeit führt bekanntl. schnell zu „Erblindung fürs Wesentliche) blieb die Auflage glorreich. In den -Achtzigern- allerdigs von Linksliberal in mehr + mehr konservative Richtung geschwenkt, wurden verstärkt- Verlegerhörige Mitarbeiter- eingestellt ,bzw. geduldet. Kritische Gedanken betr. koserv. Politik und Wirtschaft blieben auf der „Strecke“. Alfred Neven-Dumont, mittlerweile von eigenen Gnaden zum Prof. avanciert musste zusehen wie sein Blätterwald lichter wurde. Resultat: s.laufende Berichte.

  3. Das ist ein absolutes Alarmsignal: Die haben schon mal vor Jahren den altgedienten Leuten Abfindungsangebote im fünfstelligen Bereich gemacht, und dann wenige Monate später diejenigen, die es nicht angenommen hatten, für lau rausgekegelt. Versorgerposten sind nur noch Chefredakteur und sein Vize. Der Rest wackelt und der Trend geht zu Billig-Kräften mit Facebook-Qualitäten. Ein besonders erschreckendes Beispiel für die Denkart, die dort herrscht (kritische User müssen reihenweise wegen „Hate Speech“ gesperrt werden usw.), kann man hier im Interview sehen:
    http://www.lfm-nrw.de/service/veranstaltungen-und-preise/medienversammlung/medienversammlung-2016/video-ik.html
    Und die redet, als wäre die noch stolz darauf…….
    Bei ksta.de sind immer weniger Journalisten und immer mehr Political-Correctness-Ideologen mit McDonalds-Studium am Werk.

  4. Das ist das langfristige Unternehmensziel:
    -eine Red.
    -eine Meinung
    -verschiedene Zeitungen, die sich nur noch am Titel unterscheiden…

    Mit dem Rad zum Arbeitsamt!

  5. Kein Problem, die kommen doch alle bei Seiberts Wahrheitsministerium, pardon FAKTENMINISTERIUM in Muttis Kanzleramt unter …

    Merkt eigentlich noch irgendwer irgendwas?????

    Frohes Fest 2016 !!

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