Anzeige

Anleitung zur Umgehung der Ad-Blocker-Blockade: Bild.de gewinnt Prozess gegen YouTuber

YouTuber Tobis_Tricks kämpfte vor dem Landgericht Hamburg gegen Bild.de
YouTuber Tobis_Tricks kämpfte vor dem Landgericht Hamburg gegen Bild.de

Es war ein Kampf David gegen Goliath - und David hat verloren: Ein YouTuber kassierte eine Abmahnung, weil er eine Anleitung zur Umgehung der AdBlocker-Blockade von Bild.de online gestellt hatte. Damit wollte sich der Video-Blogger nicht zufrieden geben und sammelte Geld für eine juristische Erwiderung. Am Mittwoch entschied nun das Landgericht Hamburg zu Gunsten von Axel Springer.

Anzeige

Dabei hatte sich der YouTuber Ende November noch mit viel Enthusiasmus auf den Weg in die Hansestadt gemacht. Wie er den Prozesstag gegen den vermeintlich übermächtigen Verlag empfand, hielt er passenderweise in einem YouTube-Video fest.

Der Rechtsstreit kam zustande, weil Bild.de im Oktober des vergangenen Jahres entschied, die Nutzer von Ad-Blockern auszusperren. Nur wer bereit ist ein Abo abzuschließen oder die Anti-Werbe-Software deaktiviert, kann seitdem die Texte des Boulevard-Portals lesen. Nach Einführung der Anti-Werbe-Schranke dauerte es nicht lange, bis sich im Netz erste Anleitungen verbreiteten, wie Ad-Blocker-Nutzer die Sperre umgehen könnten. Axel Springer alarmierte seine Juristen, ging gegen AdBlocker-Hersteller Eyeo mit einer einstweiligen Verfügung vor und mahnte unter anderem auch den YouTuber Tobis_Tricks ab.

Dieser hatte ein Anleitungsvideo online gestellt. Dagegen ging Springer erst einmal mit einer Aufforderung zu einer Unterlassungserklärung inklusive einer Kostennote in Höhe von 1.800 Euro vor. Statt den Forderungen nachzukommen, initiierte der YouTuber ein Crowdfunding, um sich gegen den Verlag zu wehren.

Der Plan ging auf, es kam zum Prozess, den er dann jedoch verlor. In dem dazugehörigen Video zeigt sich Tobis_Tricks recht geknickt. „Alle Prozesse, die von Euch bezahlt wurden, sind beendet“. Wie es nun weitergeht, weiß er nicht. Falls er eine Chance sieht weiter zu klagen, will er jedoch wieder seine Anhänger um Unterstützung bitten.

Mit einer gewissen Genugtuung kommentiert Springer den gewonnenen Rechtsstreit: „In dem von dem YouTuber Tobias Richter initiierten Rechtsstreit hat das Landgericht Hamburg erneut bestätigt, dass die Verbreitung von Umgehungsregeln für die Ad-Blocker-Sperre auf Bild.de rechtswidrig ist.“

Anzeige

Alle Kommentare

  1. Ein Kampf gegen Windmühlen, und das von beiden Seiten? Ich hatte bis dato noch nie versucht, auf diese Schrott- und Fake-News-Seite zu gehen. Erst durch das zufällige Stoßen auf die Meldungen zu diesem Urteil kam ich auf die Idee mir das mit der Sperre mal anzuschauen. Mein Erstaunen war jedoch groß, als ich feststellte, dass mich trotz Werbeblocker kein „Erpressungs-Sperr-Overlay“ am Lesen hinderte. Sieht so aus, als ob der A.-S.-Verlag die Sinnlosigkeit seiner Aktion erkannt hat und nun sang und klanglos diese Sperre hat verschwinden lassen. Denn im Netz und bei YouTube kursieren weiterhin diverse Tips zur Sperrumgehung, und die sind z.T. wesentlich einfacher umzusetzen als der komplizierte Java-Script-Bearbeitungs-Trick des in Hamburg juristisch unterlegenen YouTubers. Sowohl der A.-S.-Verlag als auch das Landgericht haben sich bei der Sache nur lächerlich gemacht, denn was will man denn unternehmen, wenn eine Sperrumgehungs-Anleitung auf einer Website zu finden ist, die irgendwo im Nicht-EU-Ausland gehostet ist und/oder die Anleitung über irgendwelche Proxys oder z.B. über Tor (Netzwerk) verbreitet wird? Da haben LG Hamburg wie Axel und Konsorten wohl nix mehr zu vermelden.

    Mich würde es übrigens wundern, wenn andere Leser feststellen, dass sie immer noch von einer Anti-Adblock-Sperre außen vor gehalten werden. Dass würde dann bedeuten, dass ich per Zufall eine Firefox-Konfiguration habe, die die Blöd.de-Maßnahme ins Leere laufen lässt. Nun, eine Möglichkeit ist die, dass ich mir schon vor geraumer Zeit einen anderen, vlt auch in dieser Hinsicht besseren, nämlich den wesentlich weniger CPU- und Speicher-Ressourcen verbrauchenden „uBlock Origin“ zur Abwehr gegen meine psychische Gesundheit bedrohenden Einblendungen zugelegt habe, zumal mir auch die Käuflichkeit der Adblock-Plus-Macher gehörig auf den Keks ging. Allerdings wird von beiden Werbeblockern die gleiche Filterliste (EasyList) genutzt. Möglicherweise ist es auch die Firefox-Erweiterung „Disable Anti-Adblock“ die noch aus meinen Adblock-Plus-Zeiten meinen Firefox verziert oder mein „NoScript“. Aber wie auch immer, jedenfalls könnte ich den B.-Dünnpfiff offensichtlich trotz Werbeblocker ungesperrt konsumieren, woran ich jedoch ein Interesse kleiner Null habe.

  2. Der Axel Springer Verlag geht hier meines Erachtens eindeutig zuweit.
    Es fehlte noch, das mann wegen einer „Cookie – Sperre“ auch noch abgemahnt wird, da mann ja anhand dieser die Werbung für „den Kunden“ noch besser platzieren und abstimmen kann.
    Wir haben ein Problem, bezüglich Werbung im Internet.
    Jeder will mit Werbung Geld verdienen, am besten Füße hochlegen und gespannt schauen wie das „gewonnene“ Geld durch Werbung auf das eigene Konto Einzug hält.
    Da nun mittlerweile immer mehr versuchen auf diese Art und weise Geld zu verdienen, sinken die Preise für den erlös angezeigter Werbung, und selbst da reicht das Anzeigen schon nicht mehr aus, der „Kunde“ muss direkt diese anklicken, um bares zu verdienen.
    Die Folge : Ein einzelner Banner reicht hier schon nicht mehr aus, um Erträge zu erzielen, sodass mann auf vielen Seiten schon nicht mehr erkennt, was Werbung, und was die eigentliche Information ist die ich haben wollte.
    Der Springer Verlag geht hier schon einen Schritt weiter, Werbung mit einer Verzögerung auszustatten die den Nutzer erst nach ein paar Sekunden erlaubt, den Banner zu schließen, von andauernd derselben Werbung möchte ich erst gar nicht schreiben, um wenigstens ein zwei Cent sicher zu haben.
    Werbung ist heutzutage das „Schmieröl“ im Internet, jeder will damit Geld Verdienen dem danach ist dies bequem zu erzielen.
    Ich möchte keine Alternativen angeben, aber Öl gibt es auch nicht immer.
    Und wenn jemand im Internet, wie hier beschrieben, einen Weg beschreibt, Jene Werbung auf der Internetseite zu deaktivieren, dann liegt hier keine Straftat vor, denn wo wurde hier ein Gesetz gebrochen? Wo wurde hier per Gesetzesregelung verboten Werbung legal zu entfernen?
    Das der Springer Verlag gleich eine Kostennote angibt, zeugt einfach nur davon um was es dem Verlag geht, um Geld durch Werbung.
    Wen will der Verlag Verklagen wenn keine Nutzer mehr bereit sind für jene Informationen zu bezahlen, bzw sich diesen „Datenmüll“ anzuschauen?
    Wo ist auf der Seite mein Recht auf Freiheit?
    Wird hier nicht auch ein Gesetz gebrochen wenn ich mir die Werbung Zwangshaft anschauen muss?
    Wenn ich keine Werbung im Briefkasten haben will, erledige ich das mit einer Info am Kasten, und der Zusteller weiß bescheid.
    Wo habe ich diese Info (hier der Springer Verlag als b.s.p.) auf der Seite, das ich mit Werbung regelrecht zugeballert werde?
    Und wo die Frage ob Ich das auch möchte oder nicht, natürlich bevor ich meine Informationen die Ich haben möchte, bekomme.
    Der Verlag gibt an das mit Werbung auch der Journalismus bezahlt wird…
    Er wird damit vlt bezahlt…wie viele Millionen andere Nutzer auf der Welt, die diese Art der Vergütung gewählt haben…
    Schaut mann die Werbung mit Film, oder den Film mit Werbung?!
    Ich habe mich von der Bild Seite getrennt, es gibt viele andere Seiten, und nicht nur Internetseiten, wo Journalismus, oder Informationen aus aller Welt für eine „Umsonstkultur“ schon längstens präsent sind.

    Das ich mich für dies entschieden habe, ist eine Entscheidung, wenn es heute nicht diese ist, ist es morgen eine andere.
    Werbung ist und bleibt Kunden abhängig, gibt es keine Kunden, gibt es auch kein Geld!

  3. Die Nummer mit dem blöden Adblocker halte ich so langsam für Fake!
    Weiß gar nicht, wie oft ich mir nach einem Klick auf eine Site – und zwar KEINE von Springer (Wiwo et. al.) verwundert die Augen gerieben habe über die freundliche Aufforderung nebst Anleitung, doch bitte meinen Adblocker abzuschalten – der bereits abgeschaltet war! Neuladen der Site half nix.

    Also, das Ganze läuft einfach nicht blasenfrei – ohne AdBlocker. Mit dagegen: Alles prima! Liebe Techniker und Verlagskaufleute: Macht’s doch einfach funktional, so dass es läuft und nutzerfreundlich – das gilt insbesondere auch für das, was Ihr so an Werbung auf Euren Sites zugelassen habt. Die Idee mit den AbBlockern ist schließlich nicht vom Himmel gefallen…

  4. Warum geht Springer nur gegen diesen Tobi vor?

    Mir fallen ohne gross nachzudenken mindestens 7 weitere Anleitungen ein den Quatsch bei bild.de abzustellen. Die sind alle noch online und teils in überarbeitenden Versionen kostenlos abrufbar.

    Also was soll das?

  5. bild.de? Muß man das kennen? Achja, das reisserische Schmutzblatt mit seinen Fake-News.

    DNS-Server oder hosts-Datei: bild.de 127.0.0.1

    Problem gelöst. Empfiehlt sich im Übrigen auch für alle anderen Produkte des Axel Springer Verlags.
    Seit der BILD-Big-Boss auch bei der taz.de mitmischt, dort leider auch… und die waren mal grandios.

  6. Auf meinem eigenen PC schalte ich den Adblocker grundsätzlich für alle Medien aus, die auf Anzeigenerlöse angewiesen sind, so auch für die Medien des Springer Verlages.
    Leider treibt gerade Bild immer wieder üble Spielchen und kommt alle paar Wochen trotz ausgeschaltetem Adblocker mit Unterdrückung der Seite und aggressivem Selling des kostenpflichtigen Angebotes.
    Ich habe es jetzt aufgegeben und siehe, welche Wohltat. Jeder Tag ohne „Bild“ ist ein gewonnener Tag.

  7. Kann man das Bundesland Hamburg nicht mal Niedersachsen eingemeinden? Was da am LG abläuft ist nur noch mafiös.

  8. Richtig so ! Wer nicht hören will, muß fühlen und wer Menschen unbedingt dazu verleiten will, dort zu lesen, muß halt bestraft werden. Man sollte doch froh sein, wenn der Verlag der Meinung ist, das seine Texte nicht zu viele lesen sollten und diese vernünftige Einstellung respektieren…

  9. Landgericht Hamburg – alles klar …

    In diesem Laden an der Elbe wird man nach einer Wende zu einer demokratischeren Gesellschaft als der heutigen wohl ganz zuerst mit dem eisernen Besen auskehren. Jeder miese Abmahnanwält dieses Landes bekommt feuchte Schlüpfer, wenn er den Namen dieses Landgerichts vernimmt.

    Was diese „Juristen“ gerade dieses Landgerichts sich im Laufe der Zeit mittlerweile schon alles geleistet haben, geht auf keine Kuhhaut. Nordkorea lässt grüßen.

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige