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„Der immaterielle Schaden ärgert mich sehr“: Wie der VDZ-Präsident den Rückzug von Gruner + Jahr & Co. sieht

Der zurückgetretene VDZ-Chef Stephan Holthoff-Pförtner
Der zurückgetretene VDZ-Chef Stephan Holthoff-Pförtner

Die Nominierung von Stephan Holthoff-Pförtner zum neuen Präsidenten des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) hat viel Wirbel ausgelöst. In einem Interview mit der FAZ beteuert der Miteigner der Funke Mediengruppe, dass in den Wochen bis zu seiner Wahl kein Verlag Interesse gezeigt habe, die Nachfolge des inzwischen ausgeschiedenen Verlegers Hubert Burda als VDZ-Präsident anzutreten. Jetzt hätten die Verlage im Juni 2018 die Chance, das Amt neu zu besetzen.

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Der Teil-Austritt von Gruner + Jahr, des Spiegel, der Zeit und der Medweth Mediengruppe aus dem Arbeitskreis der Publikumszeitschriften reißt zwar ein Loch in die Kasse der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ), dies sei aber lösbar, erklärt der neue VDZ-Präsident Stephan Holthoff-Pförtner in einem Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (hier eine gekürzte Online-Version, das komplette Interview ist Paid Content). Viel schlimmer sei der immaterielle Schaden für den Verband, den der Teil-Rückzug des Hamburger Zeitschriftenhauses Gruner + Jahr, des Spiegel, der Zeit und die Medweth Mediengruppe aus dem Verband verursacht habe. „Wir brauchen die Kraft der Geschlossenheit und die Mitarbeit der geschätzten Kollegen aus den Häusern, um weiterhin erfolgreich die Herausforderungen unserer Branche zu meistern,“ erklärte der Cheflobbyist, der mit 16,7 Prozent an der Essener Funke Mediengruppe beteiligt ist.

Gruner + Jahr, Spiegel, Zeit und Medweth hatten bekannt gegeben, sich Mitte 2017 aus dem Arbeitskreis der Publikumszeitschriften zurückzuziehen. Die vier Medienhäuser entschieden sich zu dem Schritt, weil sie sich von der Berufung von Holthoff-Pförtner zum neuen Verbandschef überrumpelt fühlen. Sie hatten das intransparente Berufungsverfahren heftig kritisiert und hierbei von „Hinterzimmer-Bünden“ gesprochen.

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VDZ-Chef Holthoff-Pförtner wehrt sich in der FAZ gegen diese Vorwürfe: „Ich war in keinem Hinterzimmer. Und das war auch nicht nötig“, erklärte er. So habe der 68-Jährige erst nach der VDZ-Sitzung am 21. September erfahren, dass der Verleger Hubert Burda für eine weitere Wahlperiode nicht mehr zur Verfügung stehe. „Bis zu meiner Nominierung vergingen einige Tage, weil ich das Okay der anderen Funke-Gesellschafter brauchte“, beteuert der VDZ-Präsident. Es habe kein Verlag Interesse gezeigt, das Amt des Verbandspräsidenten zu übernehmen. „In den Wochen bis zur Wahl hat niemand sonst seinen Hut in den Ring geworfen“, erklärt der Funke-Gesellschafter. Jetzt hätten die Verlage im Juni 2018 die Chance, den Posten des VDZ-Chefs neu zu besetzen.

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