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Warnhinweise und Faktenchecken von dritter Seite: So will Facebook jetzt gegen Fake-News vorgehen

Hat ein Fake-News-Problem: Facebook-CEO Mark Zuckerberg
Hat ein Fake-News-Problem: Facebook-CEO Mark Zuckerberg

Und er bewegt sich doch: Nachdem Facebook-Chef Mark Zuckerberg Fake-News erst als Bagatelle abgetan hatte, stellt das weltgrößte soziale Netzwerk nun doch Maßnahmen gegen die gefälschten Nachrichten vor. So soll es Nutzern künftig einerseits leichter gemacht werden, Fake-News zu melden, andererseits setzt Zuckerberg bei der Identifikation von gefälschten Nachrichten auf die Macht der Algorithmen. Zudem arbeitet Facebook künftig mit Factchecking-Organisationen zusammen.

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Mark Zuckerberg war sich sicher: „Ich halte es für eine ziemlich verrückte Idee, dass Fake-News auf Facebook die US-Wahl auf irgendeine Weise beeinflusst haben könnten“, hatte der Chef des drittwertvollsten Internetkonzerns der Welt nach dem Wahlsieg von Donald Trump im November erklärt.

Doch der Generalverdacht war so überwältigend, dass sich selbst US-Präsident Obama mit einer Rüge einschaltete. Mark Zuckerberg ruderte zurück und kündigte vor drei Wochen Maßnahmen im Kampf gegen gefälschte Nachrichten an, die nun umgesetzt werden.

Wie Facebook News Feed-Chef Adam Mosseri in einem Blogeintrag mitteilte, will es das Social Network Nutzern künftig ermöglichen, leichter Fake-News zu melden.

Zudem arbeitet Facebook von nun an mit 42 Factchecking-Organisationen zusammen, die sich dem Ethik-Kodex von Poynter’s verschrieben haben. Potenzielle Falschnachrichten sollen demnach mit einem Warnhinweis versehen werden.

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Addressing Hoaxes and Fake News from Facebook on Vimeo.

Konzernchef  Zuckerberg will bei der Identifikation von Fake-News wie angekündigt zudem auf die Macht der Algorithmen setzen. So könnte mangelnde Interaktion auf einen Beitrag ein Indikator auf eine fragwürdige News sein und der Absender künftig entsprechend schlechter im News Feed platziert werden.

Ferner kündigte Facebook an, auch in finanzieller Hinsicht konsequenter gegen Verbreiter von Fake-News vorzugehen, die bei hohem Traffic-Aufkommen entsprechend in Form von gestiegenen Werbeeinnahmen profitiert haben. Ist eine Fake-News als solche mit einem Warnhinweis identifiziert, kann sie künftig etwa nicht mehr beworben werden.

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Alle Kommentare

  1. Es ist natürlich leichter, mit dem Finger auf den großen bösen Zuckerberg zu zeigen, als sich an die eigene Nase zu fassen. Entengelege – Denglisch: Fake-News-Brutstätten – gab es schon immer, wahlentscheidende politische Relevanz gewannen sie aber erst zu dem Zeitpunkt, als sich der Qualitätsjournalismus entschloss, ihnen das Feld zu überlassen und sich hinter Paywalls einzumauern, an denen jeder abprallt, der Fake News zu falsifizieren versucht, wie sie etwa der Süddeutschen mit dem Künast-Zitat untergeschoben worden sind. An Trump ist mithin nicht nur Zuckerberg schuld, sondern auch die Bezahlschranke der New York Times und verwandter Medien. Denn seitdem gilt: Die Ente ist frei, die Wahrheit gibt es nur gegen Kohle.

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