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Warum Spiegel-Legende Cordt Schnibben findet, die neue SpOn-Chefin habe ihren Beruf verfehlt

„Tagesschau“ macht lustig, Titanic macht ernst, Schnibben macht Thesen, Spiegel macht Überraschungen
"Tagesschau" macht lustig, Titanic macht ernst, Schnibben macht Thesen, Spiegel macht Überraschungen

Natürlich muss man zum Ende der Woche noch einmal den Spiegel reden und sein berüchtigtes Personal-Karussell. Diese Woche hat es Spiegel-Online-Chef Florian Harms aus der Kurve getragen. Seine Nachfolgerin ist nicht nur ein echtes SpOn-Gewächs sondern auch eine weitgehende Social-Media-Abstinenzlerin. Und sonst: Cordt Schnibben beim Reporterpreis, Titanic-Chef Wolff sorgt für ein Busen-Gate bei Facebook und die „Tagesschau“ wird immer lustiger. Im MEEDIA-Wochenrückblick.

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Es gab mal eine Zeit, da konnte man sich diesen so genannten Medienjournalismus ohne andauernde Zwischenstände und Volten aus dem Reich des Axel Springer Verlags kaum vorstellen. Von den ständigen Status-Updates der Bartlänge des Bild-Bosses Kai Diekmann ganz zu schweigen. Mittlerweile wurde der Springer/Diekmann-Komplex aber von den irren Kapriolen aus dem Spiegel Verlag abgelöst.

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Diese Woche also nun die Demission von Spiegel Online-Chef Florian Harms, der durch seine bisherige Stellvertreterin Barbara Hans ersetzt wird. Warum Harms gehen muss? So genau weiß man das nicht. In der offiziellen PM ist noch nicht einmal von den berühmten „unterschiedlichen Auffassungen“ über Irgendwas zu lesen. Horizont, die es von allen vorher wussten, schreibt zu den Gründen bloß: „Aus Verlags- und Redaktionssicht enttäuschend blieb allerdings Harms’ Vorstellungskraft für die publizistische Weiterentwicklung. Hinzu kamen kommunikative Konflikte. Über die Monate sammelte sich einiges an.“ Klingt dünne. Und was macht man, wenn man mit der „Vorstellungskraft für die publizistische Weiterentwicklung“ des Chefs nicht zufrieden ist? Klar, man ersetzt den Chef durch seine Stellvertreterin. Eine Frau, die praktisch ihr gesamtes Berufsleben seit dem Volo bei Spiegel Online verbracht hat. Ein Neuanfang, der für die ganz große, neue „Vorstellungskraft“ steht. Ist das so?

Thomas Knüwer hat auf Twitter und Facebook angemerkt, dass die neue SpOn-Chefin praktisch auf keinem Social Media-Kanal vertreten sei.

So ganz stimmt das nicht, immerhin hat sie einen Twitter-Account mit sieben Tweets, der 2014 zuletzt bedient wurde. Und die Meinungen, ob ein Digital-Chef nun jedes Social-Gedöns selbst aktiv mitmachen muss, gehen ja auch auseinander. Einer, der auf jeden Fall meint, dass ein Journalist, „der Facebook, Twitter und Co.“ nicht nutzt, seinen Beruf verfehlt habe, ist aber Spiegel-Reporter-Legende Cordt Schnibben. Selbiges sagte er in seiner diesjährigen Ansprache zum Reporterpreis.

Eine seiner 17 nicht so ganz überraschenden Thesen zum Journalismus, die er dort vortrug, lautet:

Schluss mit der hochnäsigen Verachtung der Sozialmedien. Ein Journalist, der Facebook, Twitter und Co. nicht nutzt – als Recherchetool, als Marketingkanal und als Kommunikationsplattform, ist im falschen Beruf.

Nimmt man Schnibben also beim Wort, dann wäre Frau Hans seiner Meinung nach im falschen Beruf. Und wieso sollte man Cordt Schnibben nicht beim Wort nehmen? Der Spiegel wird vermutlich auch 2017 für die eine oder andere Überraschung gut sein.

Nicht sehr überraschend war, als Facebook Titanic-Chefredakteur Tim Wolff sperrte. Dieser hatte zu der Bild-Schlagzeile „Die große Debatte um das Frauenbild der Flüchtlinge“ einige Bild-Artikel gelegt, die seiner Meinung nach wohl ein bedenkliches Frauenbild der Bild-Zeitung dokumentierten. Hashtag: #Frauenbilder.

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Weil auf einigen der Bild-Bilder nackte Frauenbrüste zu sehen waren, schlug natürlich der Facebook-Zensurhammer zu, auch bekannt als „Verstoß gegen die Gemeinschaftsrichtlinien“. Die Titanic reagierte darauf mit einem Griff ins Titelbild-Archiv, in dem sich zu jedem Anlass eine passende Optik finden lässt:

Facebook-Gemeinschaftsstandards: Weibliche Brüste sind schon okay, so lange die Nippel mit Hakenkreuzen abgedeckt sind.

Einen Clown verschluckt (hihi) haben sie auch bei der „Tagesschau“. Nein, nicht was Sie jetzt vielleicht denken. Hat nix mit Kai Gniffke und seine, Rechtfertigungs-Marathon in Sachen Freiburg und Bochum zu tun. Nach dem Theater um Ingo Zamperoni und seinen noch fehlenden Gute-Nacht-Spruch, filmte Kollege Jens Riewa den neuen „Tagesthemen“-Mann nun beim missglückten Einparken.

Lustig? Naja, es geht so. Vermutlich ist das Video eine dieser schlimmen Fake-News, von denen man neuerdings so viel hört.

Schöner dritter Advent!

PS: Peter „Bulo“ Böhling hat zusammen mit der Kombo BlankWeinek und der Produktionsfirma Bengel Media einen Song samt Musikvideo zu seinem Magazin Bock produziert. Gemäß der Unterzeile des Magazins heißt das Werk folgerichtig „Bock auf geilen Scheiß“. Im Video sind einige Medien- und Showpromis mit Cameo-Auftritten vertreten, u.a. Tele 5-Chef Kai Blasberg, Richard Gutjahr, Gunter Gabriel und Frederic Meisner. Erkennen Sie alle? Viel Spaß:

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