Anzeige

Nach Bild-Bashing wegen Sexismus: Facebook sperrt Titanic-Chefredakteur für Nippel-Posting

Darf 24 Stunden nichts mehr bei Facebook posten: Titanic-Chefredakteur Tim Wolff
Darf 24 Stunden nichts mehr bei Facebook posten: Titanic-Chefredakteur Tim Wolff

Bild-Bashing, Flüchtlinge, Sexismus und am Ende noch die berüchtigte Facebook-Zensur: Tim Wolff hat alles herausgeholt, was ein Aufregerthema derzeit ausmacht. Der Chefredakteur der Titanic hatte am Dienstag bei Facebook die Titelseite der Bild-Zeitung zum Anlass genommen, das vermeintliche Frauenbild des Boulevardblatts zu kritisieren und fotografierte den aktuellen Aufmacher zusammen mit sonst eher freizügigen Bild-Artikeln – zu freizügig für Facebook.

Anzeige
Anzeige

Die Bild-Zeitung beschäftigte sich in ihrer Mittwoch-Ausgabe mit Fällen in Freiburg und Bochum, bei denen zwei Flüchtlinge im Verdacht stehen, Gewalttaten begangen zu haben. In beiden Fällen ging es mindestens um Vergewaltigung. Für Springers Boulevardmarke war das Grund, sich auf der Titelseite mit dem „Frauenbild von Flüchtlingen“ zu beschäftigen. Das wiederum war für Wolff Anlass, das Frauenbild der Bild zu hinterfragen. Er schnappte sich einige Ausgaben und bastelte eine freizügige Collage, die er bei Facebook mit dem Hashtag #Frauenbilder einstellte.

Für das soziale Netzwerk war Wolffs Medienkritik zu freizügig. Denn auf einigen Bildern der abfotografierten Bild-Artikel waren nackte Brüste zu sehen. Ein Verstoß gegen die „Gemeinschaftsstandards“ bei Facebook, den das Netzwerk nach Meldung sanktioniert. Die Folge: Seit Donnerstagfrüh ist Wolff für 24 Stunden gesperrt. Während er sich noch einloggen und Inhalte sehen kann, darf er keine eigenen mehr erstellen, auch die Chatfunktion ist blockiert. Der Inhalt – samt nackter Brüste – aber ist noch da.

Wolffs Kommentar: „Die nackte Brust ist natürlich typisch für Bild, darf in einer Darstellung der Widersprüchlichkeiten der aktuellen Debatte nicht fehlen und ich habe naiv angenommen, sogar Facebook müsse erkennen, dass sie nicht wesentlich ist. Ich bin aber erfreut, dass Facebook mit der Sperre den Spaß abgerundet hat. Jetzt ist der bunte Strauß sexistischer Bestimmungen und Regulierungen des Frauenkörpers perfekt.“ Seine Redaktion empfiehlt jetzt die Nutzung von Twitter. Da sind Brüste erlaubt.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Alle Kommentare

  1. „das Netzwerk nach Meldung sanktioniert“ … Wer das wohl gemeldet hat? Ein Schelm, der dahinter einen Mann wie Kai vermutet 🙂

Die Kommentarfunktion für diesen Artikel ist deaktiviert.