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Unruhe beim NDR: Sendereigene Arbeitsgruppe nimmt Nachrichtenproduktion unter die Lupe

NDR-Intendant Lutz Marmor
NDR-Intendant Lutz Marmor

Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) plant, seine Nachrichtenproduktion neu auszurichten. Als Teil des Zukunftsprogramms „Kompass 2022“ hatte Intendant Lutz Marmor hierzu Mitte des Jahres eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen. Sie sollte sich damit beschäftigten, „Doppelbefassungen“ zu erkennen und abzubauen. Noch sind keine Ergebnisse bekannt. In der NDR-Belegschaft wächst aber die Unruhe vor einem personellen Um- und Abbau.

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Der Name klingt wegweisend: „Kompass 2022“. Das Zukunftsprogramm hatte der NDR-Intendant Lutz Marmor den Mitarbeitern Mitte des Jahres präsentiert. Einer der Leitsätze hieraus: Die ARD-Anstalt will „auch 2022 führender Anbieter in den Bereichen Information, Kultur und Unterhaltung bleiben“, heißt es in einem Beitrag des hauseigenen NDR-Zeitschrift, der MEEDIA vorliegt.

Teil dieses Zukunftsprogramms ist es, auch die eigene Nachrichtenproduktion unter die Lupe zu nehmen. Sie soll effizienter gestaltet werden – auch im Verbund mit den anderen ARD-Anstalten. Seit Monaten beschäftigt sich daher eine eigens eingeführte Arbeitsgruppe bei dem norddeutschen Sender mit dem Thema. „Die unternehmensinterne Arbeitsgemeinschaft Nachrichten hat ihre Arbeit aufgenommen. Zu ihren Aufgaben zählt unter anderem eine Bestandsaufnahme der Nachrichtenproduktion im NDR, die Identifizierung möglicher Doppelbefassungen sowie eine ergebnisoffene Überprüfung bestehender Strukturen“, erklärt ein NDR-Sprecher auf MEEDIA-Anfrage. Geplant sei auch, „die Etablierung zeitgemäßer Honorierungs- und Vergütungsstrukturen“, heißt in der NDR-Zeitschrift.

Noch lägen keine Ergebnisse der Arbeitsgruppe vor. Dafür „wäre es angesichts der umfassenden Aufgaben auch noch deutlich zu früh“, ergänzt der NDR. Gerüchte hierzu gibt es hingegen in der Branche viele. Dazu gehört, dass die Landesrundfunkanstalt über eine Sendung in ihrem Verbreitungsgebiet nachdenke, die ausschließlich Nachrichten aus dem Ausland präsentiert. Dadurch erhoffe sich die ARD-Anstalt neue Zuschauergruppen, heißt es in Branchenkreisen. Doch ein Sender-Sprecher dementiert solche Pläne auf MEEDIA-Anfrage. „Nein, solche Überlegungen verfolgt die Programmdirektion Fernsehen des NDR nicht.“

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Viel lauter sind dagegen Spekulationen, dass der norddeutsche Sender seine Nachrichtenproduktion mittel- bis langfristig personell schlanker aufgestellt – sprich: Es könnten hier durch bessere Abläufe Stellen wegfallen. Befeuert werden die Gerüchte durch die jüngst aufgeflammte Debatte um eine ARD-Strukturreform. Danach will der Senderverbund zwar nicht die Zahl der Anstalten kappen. Doch die ARD-Intendanten hätten sich auf einer Sitzung in München bereits darauf verständigt, „in den Bereichen Produktion, Verwaltung, Technik und Programmerstellung die Prozesse und Strukturen zu optimieren“, erklärte jüngst ein ARD-Sprecher.

Der Veränderungsdruck in der ARD ist groß und nimmt weiter zu. Die ARD-Anstalten hatten erst vor Kurzem überraschend die Übertragungsrechte für die Olympischen Spiele 2018 bis 2014 an die Discovery-Tochter Eurosport verloren. Die ARD war angeblich nicht bereit, hierfür den geforderten Preis von rund 300 Millionen Euro zu zahlen.

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Alle Kommentare

  1. Vielleicht gehören ja einige NDR-Leute dann bald auch zu den „Globalisierungsverlierern“ und „Abgehängten“ und sie denken mal darüber nach, wie diskriminierend diese Begriffe sind, gelle?

  2. Die Chance mal die ganzen Antifa-Zuträger und dumpfe Linksextreme loszuwerden um damit in der Berichterstattung etwas seriöser zu erscheinen.

  3. Prima, auf der einen Seite „sparen“, auf der anderen Seite die üppigen Pensionen erhöhen. Das wird das Ergebnis sein. Prophezeit Ihnen jedenfalls Ihr Hartmut Schwensen

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