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„Regionale Bedeutung“ – Wieso die „Tagesschau“ nicht über den Mord an Maria aus Freiburg berichtete

Kai Gniffke ist Chefredakteur von ARD Aktuell und verantwortet die „Tagesschau“
Kai Gniffke ist Chefredakteur von ARD Aktuell und verantwortet die "Tagesschau"

Die "Tagesschau" entschied sich am Samstag, nicht über den Mord an Maria L. aus Freiburg zu berichten. Der Fall der Studentin, die von einem 17-jährigen Afghanen vergewaltigt und ermordet worden war, habe eine "regionale Bedeutung" und entspreche damit nicht den Relevanzkriterien der "Tagesschau", so die Begründung. Für die Entscheidung gab es viel Kritik. Am Montag reagierte "Tagesschau"-Chef Kai Gniffke erneut.

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Vor diesem Wochenende war es ein (grausamer) Mordfall wie jeder andere. Nachdem die Polizei aber am Wochenende den Tatverdächtigen festgenommen und den Fahndungserfolg kommuniziert hatte, erhielt der Fall eine neue Brisanz: Der mutmaßliche Vergewaltiger und Mörder ist den Ermittlern zufolge ein 17-jähriger Afghane, der im vergangenen Jahr als Flüchtling nach Deutschland gekommen war. Der Mord an Maria L. machte deutschlandweit Schlagzeilen. Trotz des großen Medieninteresses entschied sich die „Tagesschau“ am Samstag, nicht über den Fall zu berichten.

Der Fall habe „bei aller Tragik“ eher eine „regionale Bedeutung“, so die Erläuterungen der Redaktion bei Facebook. Darüber hinaus gelte vorerst die Unschuldsvermutung, bei einem 17-Jährigen sei zudem der „besondere Schutz von Jugendlichen“ zu beachten. Bei „Tagesschau.de“ habe man über den Fall berichtet. Obwohl die Redaktion mit ihrer Stellungnahme Verständnis bei ihren Zuschauern erzeugen wollte, gab es vor allem Kritik. Wohl deshalb legte am Montagmorgen „Tagesschau“-Chefredakteur Kai Gniffke in einem Blog-Eintrag nach und betonte dabei die Sensibilität dieses Themas.

Grundsätzlich berichte die Nachrichtensendung „nur sehr selten über einzelne Kriminalfälle.“ Während sich einige Redaktionen „auf die Berichterstattung über Kriminalfälle spezialisiert haben“, berichte die Tagesschau „über gesellschaftlich, national und international relevante Ergebnisse“, so Gniffke. „Da zählt ein Mordfall nicht dazu.“

Man habe in den vergangenen Tagen geprüft, ob sich der Mordfall in Freiburg von anderen abhebt. „Dies haben wir nicht so gesehen und deshalb den Tod der jungen Frau nicht gemeldet.“ Aus demselben Grund sei auch die Verhaftung keine Nachricht für die „Tagesschau“. Damit rechtfertigt Gniffke die Kritik, man habe aufgrund der Herkunft des Täters nicht über den Fall berichtet, um keinen Fremdenhass zu provozieren. Doch die Herkunft des Täters habe nichts mit der Entscheidung zu tun, beteuert Gniffke. Dass man kein Problem mit der Nennung hat, habe die Berichterstattung über die Kölner Silvesternacht gezeigt.

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Richtlinie des Presserates ist umstritten

Mit der Frage, ob und wie über den Mordfall zu berichten ist, mussten sich im Laufe des Wochenendes viele Redaktionen entscheiden. Die meisten entschieden sich – auch weil die Polizei die Herkunft und den politischen Status des Täters betonte – für eine Nennung der Herkunft. Nach der umstrittenen Richtlinie 12.1 im Pressekodex ist dies ethisch nicht unbedingt vertretbar. Laut dieser sollte die Nennung der Herkunft nur erfolgen, „wenn für das Verständnis des berichteten Vorgangs ein begründbarer Sachbezug besteht.“ Versehen ist die Richtlinie mit dem Hinweis: „Besonders ist zu beachten, dass die Erwähnung Vorurteile gegenüber Minderheiten schüren könnte.“ Darauf hingewiesen hat in den vergangenen Tagen auch die Politik. So warnte Freiburgs Oberbürgermeister Salomon vor Pauschalurteilen über Flüchtlinge, auch SPD-Chef und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel forderte, den Mord nicht zur Stimmungsmache gegen Ausländer zu nutzen. „So bitter es ist: Solche abscheulichen Morde gab es schon, bevor der erste Flüchtling aus Afghanistan oder Syrien zu uns gekommen ist“, sagte  er der Bild-Zeitung.

Dabei ist umstritten, ob die Nennung der Herkunft tatsächlich solche Folgen wie das Schüren des Fremdenhasses hat. Kritiker der Richtlinie 12.1 argumentieren, dass vor allem die Nicht-Nennung Hass schüre, weil Leser das Gefühl bekämen, dass etwas aus politischen Gründen verschwiegen werde. Viele haben Sorge, dass ihnen dies als Obrigkeitshörigkeit ausgelegt wird und damit der Glaubwürdigkeit der Medien schadet. Darüber hinaus sei diese Richtlinie eine „Bevormundung des Lesers“, wie Bild-Chefin Tanit Koch jüngst unterstrich. 

Die Entscheidung, ob und in welchem Ausmaß zu berichten, ist also stark umstritten. „Jeder Mord ist fürchterlich. Der Fall in Freiburg besonders, weil ein junges Menschenleben ausgelöscht wurde. Die Redakteurinnen und Redakteure bei der Tagesschau sind nicht gefühllos“, erklärt Gniffke.

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Alle Kommentare

  1. Bis ich das hier gelesen habe, war ich noch der Meinung die Öffentlich Rechtlichen sind Tendenziös, Manipullativ..
    und sollten ihr Geld nicht mit unserem Geld finanzieren, sondern Merkel zahlen lassen… denn die vertreten eindeutig nur ihre Politik.. alles andere ist „rechts“.

    Es gibt kaum einen Bericht über Flüchtlinge wo sie folgende Flosken nicht unterbringen: Taumatisiert, Ausnahme, es sind nicht alle so, arme Flüchtlinge..

    und ja, es interessiert uns wieviele Morde und Vergewaltigungen von den „kulturellen Bereicherer“ begangen werden.. auch wäre interessant mal zu wissen, nach wievielen Vergewaltigungen die Kanzlerin bereit wäre ihre Fehlentscheidung zu überdenken!
    denn stellen sie sich vor, wir haben Kinder

  2. In Offenbach wird eine junge Frau bei einer Schlägerei tödlich verletzt => überregionales Interesse, die Tagesschau berichtet mehrfach.

    In Freiburg wird eine junge Frau vergewaltigt und ermordet => lediglich regionale Bedeutung.

    Eine Erklärung von Herrn Gniffke zu diesem Widerspruch wäre sehr interessant. Zumal es noch einen ähnlichen bisher ungeklärten Fall in Endingen gibt, entweder haben wir es mit einem Serientäter zu tun oder es läuft noch einer frei herum.

  3. Was auch immer verschwiegen wird: Kein Land ist verpflichtet, Verbrechern Asyl zu gewähren. Frau Merkels unverantwortliche, unkontrollierte Einwanderungspolitik wirkt sich auf ganz Europa negativ aus. Man könnte die Probleme wesentlich reduzieren, wenn man sachlich und konsequent die Genfer Flüchtlingskonvention anwenden würde.
    Art. 2: Jeder Flüchtling hat gegenüber dem Land, in dem er sich aufhält, Pflichten, zu denen insbesondere die Verpflichtung gehört, sich den Gesetzen und Verordnungen sowie den Massnahmen zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung zu unterziehen. Das kann man ruhig prinzipiell von Ausländern verlangen. Davon ist man weit entfernt, wie viele Vorfälle beweisen.
    Art. 33: Ein Flüchtling kann sich nicht auf das Asylrecht berufen, wenn erhebliche Gründe dafür vorliegen, dass er als eine Gefahr für die Sicherheit des Aufenthaltsstaates angesehen werden muss oder wenn er eine Bedrohung für die Gemeinschaft dieses Landes bedeutet, weil er wegen eines besonders schweren Verbrechens oder Vergehens rechtskräftig verurteilt worden ist.

  4. Hätte die ARD in der Vergangenheit ihren Job gemacht – nicht nur in der Flüchtlingskrise, sondern auch bei der Ukrainekrise, der Krim, Syrien, etc. -, könnte sie von dem aufgebauten Vertrauen zehren.

    Aber ich finde, die ARD wird ihrem Programmauftrag seit langem nicht mehr gerecht. Mir geht deren penetrante Schwarz-Weiß-Malerei schlicht auf die Nerven. Obama hündchenstreichelnd, Obama mit Omas scherzend – Hofberichterstattung wie bei der GALA. Da fehlten den Cheerleadern Buhrow und Roth nur noch die pinkfarbenen Pompons. Das Kontrastprogramm bot dann der Dämon Putin und der hohntriefende Ton über den „Kremlchef“. Klar, wenn man Schwarz und Weiß mischt, erreicht man auch 18% Neutralgrau. Ausgewogenheit meint aber was anderes, glaube ich.

    Herr Gniffke setzt auch auf ein kurzes Gedächtnis, wie es scheint. Wer hat denn über die sexuellen Gewaltakte gegen Frauen in der Silvesternacht zuerst berichtet? Das waren Printmedien! Und wer erst mit gewaltiger Verspätung? Ach ja, letztere saßen in der ARD. Wer zu spät kommt, den bestraft das Publikum – mit Verachtung.

    Herr Gniffke scheint überhaupt zur Wahrheit ein gespanntes Verhältnis zu haben. Als in der Flüchtlingskrise die ARD – wie alle Medien – immer Frauen und Kinder zeigte, obwohl die ganz überwiegende Zahl der Flüchtlinge aus Männern bestand, merkte Herr Gniffke nach Monaten, dass Bilder und Wirklichkeit auseinanderklafften. Wer glaubt ihm das? Damit nicht genug: Er entschuldigte sich für diesen „Fehler“ – und schob die Schuld den Kameraleuten zu. Die hätten schließlich das Material geliefert. Und nun profiliert sich die ARD erneut durch Schweigen. Es soll nicht politisches Kalkül gewesen sein. Wer’s glauben mag.

    Herr Gniffke täte besser daran, wenigstens einmal, wenigstens in diesem traurigen Fall – der so regional war, dass Aktenzeichen XY darüber berichtete und internationale Zeitungen – zu schweigen. Seine Erklärung machte es nur noch schlimmer.

    Es sind die Chefs, die in den Redaktionen die Linie vorgeben. Man muss nicht gleich das ganze Öffentlich-Rechtliche System in Frage stellen – allerdings sehr wohl deren Geldverbrennung -, aber Herr Gniffke scheint mir über Monate hinweg hinreichend bewiesen zu haben, dass er mit seinem Posten überfordert ist. Man weiß doch bei den ÖR wie man sich unliebsamer Gesellen entledigt. Weiß man dort auch, wie man sich unfähiger Gesellen entledigt?

  5. Wie man’s macht, macht man’s falsch. In der Tat berichtet die Tagesschau selten von Einzelverbrechen. Laut Statista gab es in Deutschland im Jahr 2015 296 Mordopfer. Interessanterweise ist die Zahl seit 2000 nahezu kontinutierlich rückläufig – vor 16 Jahren hatten wir 497 Mordopfer, also 68 Prozent mehr(!)

    Warum sollte die Tagesschau jetzt über diesen einen Mord berichten, wenn sie über mindestens 250 der 296 anderen Mordopfer nicht berichtet. Was macht diesen Mord so besonders? Ist es schlimmer, wenn ein junges Mädchen von einem 17-jährigen Flüchtling aus Afghanistan ermordet wird, als wenn es von einem 34-jährigen Automechaniker aus Niedersachsen ermordet worden wäre?

    Und ist es nicht in Wahrheit so, dass die ganzen tumben Populisten ohnehin glauben, dass die bösen Ausländer ja nix weiter machen als unsere Frauen abzuschlachten? Und ist es nicht so, dass diese tumben Populisten sich jeden Fakt so hinbiegen, dass es ihnen in den Kram passt? Berichtet die „Tagesschau“, wird der Einzelfall in den sozialen Medien geteilt als Bestätigung, dass sie recht haben. Berichtet die Tagesschau nicht, wird das als Beleg genommen, dass sie recht haben, die Lügenmedien es aber nicht zugeben wollen.

    Allerdings: Es gibt einen Grund, der dafür spricht, dass die „Tagesschau“ über diesen Fall hätte berichten sollen: Vergewaltigungen mit Todesfolge sind Verbrechen, die in Deutschland extrem selten sind. Zwischen 2000 und 2015 hat das Bundeskriminalamt pro Jahr zwischen ca. 7.100 und 9.000 Vergewaltigungen registriert, das Jahr 2015 markiert mit 7.096 registrierten Vergewaltigungsdelikten den Tiefstand der letzten 15 Jahre. Zwischen 2001 und 2005 ging nicht nur die Zahl der Vergewaltigungen stark in die Höhe, auch die Zahl der Vergewaltigungen mit Todesfolge nahm zu: 2001 waren es zum Beispiel 34 Fälle. Seit 2006 ist die Zahl der Todesopfer nach Vergewaltigungen stark zurückgegangen, sie verharrt auf einem niedrigen einstelligen Stand. 2014 und 2015 wurde kein einziger Fall einer Vergewaltgung mit Todesfolge registriert.

    Insofern war der Mord des mutmaßlichen Täters aus Afgahnistan ein äußerst seltenes Delikt, allein deshalb hätte es einen Nachrichtenwert gehabt – allerdings sicherlich mit einer Einordnung, wie selten solche Taten sind.

    Natürlich bergen solche Statistiken auch erhebliche Risiken der Fehlinterpretation. Die 2016er Zahlen sind noch nicht veröffentlich, das Jahr ist ja auch noch nicht vorbei. Man stelle sich vor, 2016 sind drei Menschen nach Vergewaltigungen gestorben, eine davon war das Opfer des afghanischen Flüchtlings: „Flüchtlinge für ein Drittel aller Morde nach Vergewaltigung verantwortlich!“ Rein mathematisch wäre diese Aussage sogar nicht falsch…

    Wer die Statistik nachlesen will: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/37486/umfrage/opfer-von-vergewaltigung-und-sexueller-noetigung-in-deutschland-von-1999-bis-2008/

    1. Ihr Kommentar trieft vor Arroganz gegenüber den von Ihnen als „tumbe Populisten“ Bezeichneten. Wer soll das sein? Jeder, der nicht in allem Ihre Meinung teilt? Jeder, der unkontrollierte Zuwanderung kritisiert? Jeder, der nicht pauschal in jedem Zuwanderer ein Opfer mit edler Gesinnung sieht?
      Aber nun zum eigentlichen Thema. Würden Sie auch nach einer Vergewaltigung mit Todesfolge an einer jungen Flüchtlingsfrau für eine Nicht-Meldung plädieren, wenn ein dringend tatverdächtiger Deutscher festgenommen wurde? Ein Grund für die Meldung in der Tagesschau wäre zudem gewesen, dass es einen zweiten Mordfall in räumlicher und zeitlicher Nähe gibt. Die Möglichkeit eines Serientäters ist sehr beunruhigend und entsprechend ist die Öffentlichkeit an Ermittlungsergebnissen interessiert. Im Übrigen finde ich Ihren relativierenden Verweis auf Statistiken widerwärtig. Die in Freiburg gestorbene Studentin wäre NICHT gestorben, wenn der (mutmaßliche) Täter in seiner Heimat geblieben wäre.

    2. @ Frank – Na dann können wir ja Deinen wunderbaren Zahlen, die vor allem am Ende Deiner „Aufrechnung“ bzw. Ausführungen Schlimmes zeitigen, SOLLTE es noch weitere – hier allerdings nur tödliche – Vergewaltigungen geben, eine total irrelevante Nachricht folgen lassen: Ein weiterer Asylbewerber aus dem Irak, der in einem Asylheim wohnte, hat zwei junge Frauen an der Bochumer Ruhr-Uni vergewaltigt und mit einem Seil gedrosselt. Nicht weiter schlimm gell… und nur regional, weil die beiden Frauen sind ja nicht tot. Alsdann Frank… wir arbeiten dann mit Deiner eiskalten Statistik weiter und ergänzen sie.. Das wars dann… oder? Immer wenn ein Mann sowas schreibt möchte ich ihm wünschen, dass ihn ein Mann aus dem Gebüsch anspringt und dann VERGEWALTIGT.. Das geht mit Männern auch Frank..ist nur nicht so „alltäglich“. DANN möchte ich nochmal Deine Statistik lesen bitte.

  6. Wenn ich ein Rassist wäre oder ein eiflußreiches AfD-Mitglied bei der Tagesschau, so würde ich meinen Einfluss darauf richten, über den Mord in der Tagesschau nicht zu berichten.

    Begründen würde ich das genau so verlogen und dumm, wie der Chefredakteur Kai Gniffke.

  7. Ein Ereignis von regionaler Bedeutung? Das ist doch ein schlechter Witz. Die Aufklärung des Mords ist überregional so uninteressant, dass schon die New York Times, die Washington Post, praktisch die gesamte überregonale britische Presse, belgische Medien, niederländische Medien, dänische Medien, ungarische Medien, rumänische Medien und sogar der chinesische Sender CCTV darüber berichtet haben. Und das ist nur das, was ich mit einer sehr kurzen Google-Recherche gefunden habe.

    Jeder weiß doch, warum die Tagesschau nicht berichtet hat. Dass sich Herr Gniffke wie nach den Sylvesterereignissen genötigt sieht, zur Rechtfertigung seine Zwangsbeitragszahler anzulügen, macht die Sache nicht besser.

  8. Als ich als Vater zweier erwachsener Töchter das Bild dieser lebensbejahenden, strahlenden 19-jährigen Medizinstudentin am Beginn ihres Lebens gesehen habe, kann ich verstehen, welch entsetzlichen Verlust die Eltern erlitten haben.

    Auch wenn die Verurteilung des Täters nicht der geringste Trost ist, so hoffe ich als Außenstehender doch auf eine harte Strafe. Der Täter ist 17 Jahre und kommt aus Afghanistan? 17 Jahre bedeutet Jugendrecht und maximal 10 Jahre Gefängnis, soweit ich weiß. Wenn er Deutscher wäre, stünden die 17 Jahre fest; bei einem zu uns „geflüchteten“ Afghanen wäre ich mir da nicht so sicher: Das muss unbedingt geprüft werden, soweit nur irgend möglich.

    Das war mir wichtig zu sagen. Zur Frage von Martin, was diese Diskussion eigentlich in einem B2B-Fachmagazin wie Meedia zu suchen hat, eine Anmerkung. Gniffke hat (im Gegensatz zu etlichen Print-Kollegen) ganz offensichtlich nicht verstanden, dass sich diese Nachricht aufgrund des Internets gar nicht unterdrücken lässt. Er ruiniert damit weiter die Glaubwürdigkeit der Tagesschau. Es fehlt jetzt wirklich nicht mehr viel daran, dass ich für diese Redaktion nur noch kalte Verachtung übrig habe. Und der Pressekodex ist doch irgendwann mal in Friedenszeiten geschaffen worden, die längst vorbei sind, oder? Wenn ich von irgendwelchen Überfällen lese, dann frage ich mittlerweile tatsächlich, war das ein kürzlich Zugewanderter? Und wenn da nichts steht, schließe ich „Lückenpresse“ nicht mehr aus. Da ist es ggf. ja fast schon notwendig zu sagen, es war ein deutscher Täter, der perfekt hochdeutsch sprach. Das ist ja nicht mehr selbstverständlich, oder?

  9. Liebe Spitze Feder, die Tagesschau hat 15 Minuten. In Deutschland wird statistisch pro Tag ein Mensch ermordet (diese Zahl sinkt seit Jahren kontinuierlich). Soll die Tagesschau jetzt täglich einen Slot für einen Mord freimachen? Wenn Sie solche Nachrichten interessieren, schauen Sie Boulevard-TV wie RTL – die Tagesschau ist für das Weltgeschehen da, für relevante Nachrichten für Millionen von Menschen. Ein Mord von vielen (so traurig es ist) gehört da definitiv nicht rein. Warum geilen Sie sich speziell an einem Mord, wo der Täter Flüchtling ist so auf? Und nicht an den anderen 99%, wo der Täter keiner ist? Es geht hier um Messen mit zweierlei Maß, um Rassismus und Vorurteile – nicht aber um das Opfer oder die Sache.

    1. Danke für diesen Kommentar. Noch zu beachten ist, dass es sich nunmal insbesondere um das klassische Tagesschau-Format im Fernsehen handelt und eben an anderer Stelle berichtet wurde. Wer etwas zu verschleiern versucht berichtet gar nicht. Die Aufregung darüber fällt also (mal wieder) eindeutig in das Muster Boulevard-Journalismus und Reflex-Bashing.
      Man kann nicht auf der einen Seite besseren Journalismus fordern und ihn an den Stellen wo er äußerst gut funktioniert anprangern.

    2. Sie finden es also im Sinner der Opfer, wenn man einfach mal verschweigt, dass sie ermordet worden sind. Und ja: 60 Sekunden für die Nachricht über ein ausgelöschtes Menschenleben pro Tag, die müssen nicht nur drin sein, die sind auch tatsächlich drin! Wenn es denn den Redaktionsverantwortlichen nicht zu unbedeutend erscheint, über einen Mord zu berichten. Im Übrigen geht es mir hier um alle Mordopfer, egal, aus welchem „Grund“ sie von wem auch immer umgebracht worden sind. Wer es für besser hält, einen Mord zu verschweigen, dem fehlt meiner Meinung nach eine gehörige Portion (Mit)menschlichkeit.

    3. Bei den meisten Morden und Vergewaltigungen kennt das Opfer den oder die Täter. Und diese werden dann meist sehr schnell von der Polizei ermittelt.
      Das eine junge Frau auf offener Straße verschleppt, vergewaltigt und ermordet wird ist selten. Oder ist es in Deutschland schon so alltäglich das es keine Nachricht mehr wert ist ?
      Gleichzeitig hat es die Polizei im ultraliberalen Freiburg nicht geschaft den Täter zu finden, dafür gab es eine weitere Vergewaltigung mit anschließenden Mord.
      Ist das auch schon so alltäglich das es keine Meldung wert ist ?

  10. Wundert man sich noch wirklich über einen Vertrauensverlust?
    Bei der fadenscheinigen Aussage des Herr Gniffke, der das Nichtsenden nachträglich begründet? Ob es auch nur lokales Verbrechen gewesen wäre, wenn der Afghane tot wäre und das jetzige Opfer die Täterin gewesen wäre? Es hätte dann ganz sicher Sondersendungen und Talkrunden gegeben, welche die böse deutsche Mörderin im Verhalten des ganzen deutsches Volkes verortet hätte. Beispiele gab es ja genug.
    Übrigens es gibt so einige dieser angeblichen „Jugendlichen“, die ihr wahres Alter verschleiern, aber bei genauem Hinsehen plötzlich 10 Jahre älter sind. Doch nicht einmal diese Tatsache, die auch nicht selten vorkommt, dringt bis in die Gedankenwelt der ARD-Redaktion von, so wenig wie die inzwischen bekannt vielen Fälle sexueller Übergriffe, durch die illegal eingereisten angeblichen „Flüchtlinge“! Sind wohl alles nur Einzeltaten und lokale Probleme. Doch sind nicht alles in erster Linie lokale Ereignisse, auch der Brand einer Asylunterkunft ohne Verletzte und ohne Todesopfer? Mit welcher Begründung wird dann deren Tagesschaumeldung begründet, oder gesendet? Selbst wenn sich hinterher herausstellt, dass sie keinen fremdenfeindlichen Hintergrund hatte, wird hier zumeist sofort solch ein Verdacht im Raum stehen und der große Zeigefinger der ÖR und der Tagespresse zu sehen sein. Indem man manche unter besonderen Schutz stellt, zeigt man die wahre Ungleichbehandlung Anderer!

  11. Ein Mord – das Schlimmste, was ein Mensch einem anderen antun kann – habe höchstens regionale Bedeutung? Wie abgebrüht, unglaublich arrogant und lebensverneinend ist das denn??? Müssen es bei Euch, verehrte Kollegen, schon ein paar mehr Tote sein, ehe Ihr anfangt zu berichten? Langsam muss man wirklich anfangen, sich für seinen Berufsstand zu schämen. Auch, weil Ihr immer noch nicht begreift, dass Euch Euer Nichtberichten nicht hilft. Im Gegenteil, Ihr liefert damit selbst die Munition, mit der man trefflich und vollkommen zu recht gegen Euch schießen kann

  12. Dass es die besorgten Bürger wie k.einer schon bis in die B2B Fachmedien geschafft haben, ist traurig. Ich werde dann, wenn die AfD an der Macht ist, bei jeder Vergewaltigung „Danke Petry!!“ schreiben. Es sei denn es gibt dann plötzlich keine mehr, weil die AfD Gott ist und Verbrechen verhindern kann.

    Diese Welt wird daran zu Grunde gehen, dass die Dummen sich häufiger vermehren und irgendwann die Mehrheit bilden. Schade, aber unausweichlich.

  13. Die Redakteure der Tagesschau sind nicht gefühllos, darauf wäre ich wirklich nicht gekommen.
    Natürlich will die Tagesschau keinen Fremdenhass provozieren, aber sie will halt eine positive Grundstimmung pro Masseneinwanderung schaffen. Das ist der Unterschied.
    Gerade die Sprachwahl in der ARD ist immer wieder verräterisch, da denke sich jeder sein Teil.
    Schon klar, aber wenn ein Flüchtling von Rechtsradikalen gehetzt wird, ist es überregional. Ich lerne jeden Tag etwas. Auf jeden Fall kann ich langsam zwischen den Zeilen lesen.

  14. Jahrzehntelange „Unternehmenskultur“ sitzt eben tief, es ist unfair dies den Herrschaften vorzuhalten.

    Sie sind Ergebnisse ihrer Sozialisierung so wie kinderschändende Pfaffen es auch waren und sind. Wenn die Göttinger mit dem linksalternativen Pädomilieu durch sind wäre das öffentlich-rechtliche als nächstes angebracht.

    Bis dahin werden die Rundfunk-Parteibücher schon die Omerta aufrechterhalten, man hat ja seine Mainzer „Freundeskreise“ und Räte-Netzwerke.

  15. „Da zählt ein Mordfall nicht dazu.“

    Ja klar doch… wenn ein 17-jähriger Neo-Nazi eine 19-jähriges „Flüchtlings“-Mädchen vergewaltigt und ermordet hätte, dann hätte die Lügenpresse eine Woche lang jeden Tag darüber berichtet, incl. Live-Schalte in der Tagesschau!

    Im übrigen muss es heißen: Ein mutmaßlich 17-jähriger, angeblich aus Afghanistan stammender Asylforderer….

    DARUM gucke ich mir keine Tagesschau mehr an… eine unerträgliche Anhäufung von strunz-dummen Propagandalügen!

  16. Das lag „ganz einfach“ an den Wahlen, die am nächsten Tag in Österreich stattfanden. Da wollten die „Journalisten“ der Tagesschau nicht, dass noch mehr Menschen (in AT) auf den Mord durch einen Illegalen aufmerksam werden und dann vielleicht nicht vdB wählen.

    Darum ging es bei dieser Nachrichtenunterdrückung!

    Übrigens: Selbst die größten Tageszeitungen und TV-Sender in Brasilien haben über diesen „regionalen“ Mord berichtet und auch viele große Zeitungen/Sender in den USA.

  17. @markus, Karl Graf. Mit dem deidsch isch es halt immr e broblem . . .
    zurm Ernst des Themas: es ist nicht das erste Mal, dass die ARD Themen verschweigt und andere aufgeigt (siehe die Berichterstattung um die vermeintliche NSU-Spur zu einem ermordeten Mädchen). Und nicht das erste Mal kneift Kai Gniffke. Der Hinweis auf die besondere Schutzwürdigkeit des Jugendlichen aus Afghanistan muss den Angehörigen der grausam ermordeten jungen Frau in Freiburg wie Hohn vorkommen. Auf der anderen Seite darf bei der flotten Anne eine islamistische, vollverschleierte Schweizerin namens Nora Illi ungerührt ihre Phrasen ausbreiten . . . Den beiden ansonsten zu trennenden Vorgängen ist eines gemeinsam: die beschönigende Brille der ARD.

  18. Trotz des großen Medieninteresses, [das Komma ist falsch] entschied sich die „Tagesschau“ am Samstag aber, nicht über den Fall zu berichten [hier dagegen fehlt ein Komma] und begründete ihre Entscheidung …

  19. Hallo Herr Schade,

    „Obrigkeitsgehörigkeit“ gibt es nicht. Entweder „Obrigkeitshörigkeit“ oder „Obrigkeitsgehorsam“.

    MfG
    Karl Graf

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