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Der Fall Freiburg und die Relevanz: „Tagesschau“-Chef Gniffke stellte sich auf Facebook Zuschauer-Fragen

„Tagesschau“-Chef Kai Gniffke stellte sich auf Facebook Fragen der Zuschauer
"Tagesschau"-Chef Kai Gniffke stellte sich auf Facebook Fragen der Zuschauer

ARD Aktuell-Chefredakteur Kai Gniffke stellte sich am Montagnachmittag via Facebook Live Nutzerfragen zur Debatte, warum die „Tagesschau“ nicht über den Mordfall aus Freiburg berichtet hat. Ein afghanischer Flüchtling steht im Verdacht, eine junge Frau missbraucht und getötet zu haben. Die Nicht-Berichterstattung führte zu einem wahren Rechtfertigungs-Marathon.

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Viel Wirbel um etwas, das gar nicht stattfand. Diskussionen darüber, warum die „Tagesschau“ der ARD in ihrer Hauptausgabe um 20 Uhr irgendetwas nicht berichtet, sind nicht ganz neu. Ebensowenig die anschließenden mehr oder weniger geschickten Rechtfertigungen von Chefredakteur Kai Gniffke.

Am Wochenende war es mal wieder soweit. Im Mordfall einer in Freiburg missbrauchten und getöteten jungen Frau, wurde ein dringend Tatverdächtiger festgenommen: ein jugendlicher Flüchtling aus Afghanistan, der bei einer Familie in Freiburg untergebracht war. Das ZDF berichtete, die „Tagesschau“ in ihrer 20-Uhr-Ausgabe nicht, der Aufschrei folgte und war immens.

Zunächst rechtfertigte sich die „Tagesschau“-Redaktion mit einem Facebook-Kommentar, dass der Fall vor allem „regionale Bedeutung“ habe und darum nicht in der 20-Uhr-Ausgabe vorkam. Schon das zeugte von einer gewissen Verkennung der bereits angelaufenen Empörungswelle, die nun noch höher schwappte. Auch unter tatkräftiger Hilfe einiger Medien.

Kai Gniffke erklärte sich an diesem Montag dann noch einmal ausführlich im „Tagesschau“-Blog und stellte sich am Nachmittag sogar via Facebook Live den Fragen von Zuschauern. Dieser Rechtfertigungs-Marathon bescherte der ganzen Geschichte natürlich noch viel mehr Aufmerksamkeit, als dies durch einen Bericht in der 20-Uhr-Ausgabe geschehen wäre.

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Zwischen 3.000 und knapp 3.500 Zuschauer verfolgten Gniffkes Frage-Antwort-Runde, die der Chefredakteur zwar nervös aber doch standfest hinter sich brachte. „Ein einzelner Mord bleibt ein schreckliches Verbrechen aber wir müssen genau gucken, steckt dahinter eine nationale, gesellschaftliche Relevanz“, sagte er und verwies wiederholt auf die journalistischen und sogar „ethisch hochstehenden“ Standards der Haupt-Nachrichtensendung der ARD.

Hier liegt vielleicht ein Teil des Problems der unterschiedlichen Wahrnehmungen zwischen großen Teilen des Publikums und der „Tagesschau“-Redaktion. Die gesellschaftliche Relevanz, von der Gniffke oft sprach, die war nämlich längst da. Der Mordfall war eben kein isolierter Einzelfall und ist auch nicht allein nach seinem „Gesprächswert“ (Gniffke-Code für Klatsch und Boulevard) zu beurteilen, sondern er gehört durch die Herkunft des Tatverdächtigen automatisch zur aufgeladenen Flüchtlingsdebatte. Zu anderen Zeiten hätte das, was Gniffke sagte, womöglich gegolten aber nicht in Deutschland im Jahr 2016.

Das hätte die Redaktion der „Tagesschau“ durchaus sehen können, vielleicht auch sehen müssen. Ein Kommentator auf Facebook warf ein, dass die „Tagesschau“ über „jeden Waldbrand in den USA“ berichte, da brauche man nicht mit „Relevanz“ zu kommen. Da hat der Kommentator nicht ganz unrecht. Die Sache wäre vermutlich für die „Tagesschau“ leichter zu handhaben, wenn man einfach eingestanden hätte, dass die Einschätzung, nicht zu berichten, falsch gewesen war. Als Institution tut sich die „Tagesschau“ aber nach wie vor schwer mit dem Benennen eigener Fehler. Man hält sehr viel auf seine Standards und ethische Richtlinien. Vielleicht manchmal zu viel.

Nun haben sich also die Shitstorms entladen, Politiker haben ihren Senf dazu gegeben und nun ist das Thema laut Kai Gniffke auf einmal auch so gesellschaftlich relevant, dass es immerhin in die „Tagesthemen“ aufgenommen wird. Natürlich kein Fehler, sondern ganz Protokoll: Gesellschaftlich relevant ist eine Sache für die „Tagesschau“ vor allem dann, wenn sich Politiker dazu äußern.

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Alle Kommentare

  1. Die Vertreter der Lügen-und Lückenpresse sind mal wieder auffällig geworden.
    Aber für die Kenner der dort verantwortlichen, norddeutschen „Szene“ des NDR kaum verwunderlich.
    Dort berichtet man lieber über Rezepte für Kartoffelsoßen, als über die Ausschreitungen mit Molotoweinsatz von Linksextremisten und Kurden gegen Türkisch-nationale Sportvereine mitten in Hamburg.
    Das richtige politische Verständnis ist beim NDR von überragender Bedeutung.
    Der Journalismus kommt nur dann zum Tragen, wenn eine politische Gesinnung transportiert werden kann.

  2. Respekt, Herr Gniffke. In emotional aufgeladenen Zeiten und Diskussionen ist der Diskurs um journalistische Grundsätze unerlässlich und nicht einfach. Gut, dass Sie hier auf mehr Transparenz setzen.

  3. Sehr geehrter Herr Gniffke,
    ich verstehe die Haltung ihres Senders (schätze sie aber nicht), ihre Rechtfertigungen sind unglaubwürdig und höchst unsymphatisch vorgetragen.

  4. Es ist bekantlich leider nicht das erste Mal, dass Herr Gniffke mit seiner Einschätzung von Relevanz so schlimm daneben lag.

    Auch nicht das zweite oder dritte Mal…

    Ich finde es reicht langsam.

  5. Herr Gniffke macht sich lieber Gedanken Gedanken über den Standort der Journalisten am Ende der Tagesthemen – weil das ja soooo wichtig ist!!

  6. Dieser Warmduscher, was bildet der sich ein.Bekommen wir nur das zum Hören was diesen Herrschaften genehm ist?Guter Mann, nur zum Verständnis, wir finanzieren solche Herrschaften wie sie mit unseren Zwangsgebühren.

  7. „Der Mordfall war eben kein isolierter Einzelfall und ist auch nicht allein nach seinem „Gesprächswert“ (Gniffke-Code für Klatsch und Boulevard) zu beurteilen, sondern er gehört durch die Herkunft des Tatverdächtigen automatisch zur aufgeladenen Flüchtlingsdebatte.“

    Selten ein verschwurbelteres Argument gelesen. Nur weil irgendwelche Schreihälse sich die Geschichte dieses Mords für ihre Sache gerne zu eigen machen, ist er nicht von höherem öffentlichem Interesse als andere.

    Die reflexhafte Verallgemeinerung in Bezug auf Flüchtlinge durch Hetzer und die dümmliche Umgang der Redaktionen damit sind das eigentliche Thema an diesen Geschichten. Man hat Anfang der 90er lange diskutiert, warum man die Nationalität von Verbrechern nicht ständig betont – und zwar genau wegen der Knallköpfe, deren Geschrei in Rostock-Lichtenhagen gipfelte.

    Hetzer wie der User Frankenpfeil werden hier dagegen passenderweise schön freigeschaltet, wahrscheinlich, wiel sie die These von der automatischen Relevanz irgendwie belegen sollen. Arm. Soll das hier schon mal auf breitbart.de vorbereiten?

    1. @Who the F*ck – Waaaas schreibst Du da vor Dich hin? Reflexhafte Verallgemeinerung…Hetzer…NUR WEIL SICH SCHREIHÄLSE DIE GESCHICHTE DIESES MORDS FÜR IHRE SACHE ZU EIGEN MACHEN ??????????????????????????????????????
      Hast Du einen Schuss oder was ist mir Dir los? Nennst andere Hetzer (Frankenpfeil hat die Münchner 18-jährigen Grapscher aus Asyylbewerberheimen erwähnt, die im Rathaus eingeladen waren (sic!) und gleichaltrige junge Mädchen bei diesem Empfang sexuell genötigt haben!) UND danach keinerlei Folgen zu gewärtigen hatten. Was denkst Du, machen die morgen? Ja genau! Mädchen begrapschen. Und Du machst den MORD hier lächerlich? DU erlaubst Dir, dieses junge Mädchen und deren Eltern und die ganzen Frauen und Mädchen in Freiburg, die jetzt Angst haben und sich mit allen möglichen Selbstverteidigungswaffen ausstatten, damit zu beleidigen: ….ist (dieser Mord) nicht von höherem öffentlichen Interesse als andere. Hast Du schon von dem Asylbewerber gehört, der – heute gefasst – die beiden jungen chinesischen Frauen vergewaltigt hat??????????? Weiß Du was: GERADE weil man in und seit den 90er Jahren begonnen hat, die Wahrheit zu verheimlichen, um Multikulti zu „installieren“, haben wir heute all diese Diskussionen. Schluss damit. Und Frau Merkel hat es schon begriffen: Flüchtlingsherkunft benennen, wenn es so ist. Außerdem Burka-Verbot. Na also. Wir kommen vorwärts. Und die Zeiten der Verleugner von Wahrheiten, wie Du es gerne weiter hättest, sind einfach vorbei. Lern es oder lass es – die Gegenbewegung läuft. Es wird nicht mehr lange so sein, dass Grapscher, Einbrecher, Drogendealer, Trickdiebe sich eins lachen können, weil die Deutschen – deren Meinung nach – solche Deppen sind!

  8. Den Typ hab ich schon mal gesehen! Der sieht aus wie der Tebarz van Elst. Haben die dem einen neuen , gleich gut bezahlten Posten verpasst? Wahrscheinlich noch weitaus besser. Nicht zu glauben, man wird diese Schwachköpfe einfach nicht los!

  9. Man sollte Strafantrag gegen Frau Merkel stellen, wegen Beihilfe zum Mord. Sie hat mit ihrer Willkommenskultur dieses Desaster erst ermöglicht. Letzte Woche gab es im Münchner Rathaus wieder massive sexuelle Übergriffe von Flüchtlingen. Was macht die Polizei, sie stellt die Personalien fest und schwupps sind die Typen wieder auf freiem Fuß. Auf zur nächsten Straftat.

  10. Die Tagesschau hat schon lange keine adäquate Zeiteinteilung mehr im Sinne von Relevanz der Nachrichten. Fußball und Lottozahlen fressen von der Viertelstunde Nachrichten ein ganzes Fünftel. Klar, dass Regionales da keinen Platz hat. Die Schwierigkeit bleibt: die des Abwägens, täglich Brot seriöser Journalisten in Print und Bild.
    Was das Thema Afghane und Mädchen anbetrifft, ist das empfindlich, weil es derzeit ein Politikum berührt. Gibt/gab immer auch deutsche Männer, die unter Testosteron- oder Feindbild-Einwirkung ausrasten, oder? Problembären waren vor 50, 60 Jahren etwa die Nachkriegs-Besatzer, die lt. Nachrichten ständig Verkehrs-Unfälle verursachten. Vergewaltigung war damals ein Tabuthema, gabs trotzdem.
    Selbstständiges Denken fördern anstatt Populismus-Schiene fahren! Nachrichten hinterfragen!

  11. Relevanz, Pressefreiheit, hm? Nun ja. Unter den vielen Fällen, denen der Staatsfunk samt von privater Seite zwangsfinanzierten Geldern sich „Relevanz“ aussucht, mag der Fall in Dresden ganz herhalten, verbunden mal mit der Frage: Was wäre wohl andersrum bei Tagesschau und Co passiert.

    Anfang letzten Jahres wurde ein Afrikaner in Dresden tot aufgefunden. Die Polizei bzw. der erste Arzt schlampte wohl bei der Erstbeschau und so wurde ein Verbrechen offiziell erst mal ausgeschlossen. Tja.Und das hatte Relevanz für den Apparat. In Folge wurden nicht nur irgendwelche „Wutdemos“ veröffentlicht, von der Angst die vor Rechten umgehen würde, die den Afrikaner wer weiß, wer weiß… , nicht nur dem doch in der Sache recht wirr erscheinenden Grünen Beck Raum für seine Thesen gegeben – nein: Tagesschau brachte es sogar fertig den Mörder des Afrikaner Raum für seine „Furcht vor dies und das“ (Wortlaut kann man sich im Netz angucken). Das der „Ich habe Angst um meine Zukunft“ wenig später tatsächlich als Täter festgenommen wurde, von mordenden Nazis und Demos nichts übrig blieb – geschenkt.

    Das hatte Relevanz, hmhm? Das einen halbe Region in Angst und in Aufruhr ist, hat keine. Die hatte es aber der Sekunde, wo die Fakten in der Pressekonferenz durch die Mikros liefen. Zumindest dann, wenn man Nachrichten macht, die Bürger bewegen. Nicht relevant mag das sein, wenn man solche Bewegungen entweder verlacht, nicht ernst nimmt oder in die Kleinteil-Ecke stellt. Und wenn man das dann tut, wird man vermutlich auf allen Kanälen in Folge lieber und gerne eine „XY warnt vor Vorverteilung“ Meldung bis hin zu „Bundesregierung mahnt zu XY“ bringen.

    Fragt sich nur, warum sich eine Bundesregierung bemüßigt sieht, zu so einem Einzelfall in der Provinz eine wie auch immer geartete Stellungsnahme abzugeben. So ein Einzelfall, der der Tagesschau keine Sekunde wert war. Und wer hats bezahlt? Das Presserecht… Hmhm…

  12. Herr Kai Gniffke muss sofort- ohne Abfindung- entlassen werden!
    Dieser Mann ist untragbar!
    Liebe Gebuehrenzahler,wenn Sie alle, oder auch nur ein paar Millionen,keine
    Gebuehren mehr zahlen,kann Ihnen nichts passieren! Tun Sie es endlich und
    zeigen Sie,dass Sie keine Anstalt benoetigen,die versucht die Gebuehrenzahler zu manipulieren und bestimmen will,was SIE erfahren duerfen und was nicht!
    Zeigen Sie,dass Sie ein muendiger Buerger sind!

    1. @Gabriela von Unruh: Richtig! Sofort entlassen! Aber Du wirst sehen… nix passiert. Solche Leute DÜRFEN – solange dieser Moloch von öffentlich-rechtlichen Sendern SO wie er jetzt ist weiter existiert – allmonatlich Riesengehälter einstreichen und bekommen auch fette Pensionen. Von unserem Geld! Die Bürger haben es geschafft, in ganz kurzer Zeit die „Freiheit der Sprache“ wieder herzustellen. Die Grünen und Alt-68er kämpfen zwar noch aber dieses Terrain haben sie – YES! – verloren. Ich glaube noch nicht daran, dass es eine ausreichende Mehrheit geben könnte, die sich wirklich ernsthaft gegen diese Anstalten wendet. Sie hocken Gott-ergeben vor der Glotze und motzen aber haben keine Ahnung – oder es interessiert sie nicht oder sie sind abhängig davon – was dort abgeht. Und die Anstalten selbst ducken sich aber bisher konnte keiner der großen und kleineren Skandale (Doris Heinze, KiKa und diverses in Redaktionen) auslösen, dass dort wirklich auf- und ausgeräumt wird. Vermutlich glauben diejenigen, die seit vielen Jahren viel Dreck am Stecken sammeln, es geht immer so weiter? Weil all die unendlich vielen von diesen Sendern Abhängigen schweigen. Aber Achtung! Sie schweigen nur so lange bis EIN Domino-Stein fällt. Es ist nur eine Frage der Zeit…

  13. Wie bitte Herr Schälike? Sie schreiben: „Die gesellschaftliche Relevanz dieses Mordes besteht darin, dass Afghanen im Durchschnitt einen anderen Bezug zum Töten haben als Europäer.…“ Das ist eine rassistische Aussage, von der ich mich als Europäerin ganz weit distanzieren möchte. Ein Jugendlicher wird verdächtigt, ein furchtbares Verbrechen begangen zu haben. Punkt. Sollte der Verdächtige sich als schuldig erweisen, wird er verurteilt. Woher er stammt, ist irrelevant.

    Ob richtig oder falsch: Die Redaktion der Tagesschau muss ohne Mitsprache von außen darüber entscheiden dürfen, welche Nachrichten sie in ihrer Hauptausgabe um 20.00 Uhr senden möchte – genau wie alle anderen Nachrichtensender. Das nennt sich Pressefreiheit. Kai Gniffke hat sich der Diskussion gestellt und so funktioniert Demokratie.

    1. Woher er stammt ist irrelevant? Blödsinn ist das, wir haben schon genügend eigene Verbrecher im Land, da sind wir auf Importe von Facharbeitern sicherlich nicht angewiesen. Und die Redaktion muss ohne Mitsprache von außen entscheiden dürfen welche Nachrichten sie bringt? Solange ich als Gebührenzwangszahler verpflichtet bin auch diesen Laden Namens ARD mitfinanzieren zu müssen solange darf ich wohl auch erwarten das solche Dinge beim Namen genannt werden….das nennt sich Demokratie, das verschweigen von unbequemen, nicht in den Zeitgeist passenden Nachrichten hat mit Demokratie nichts zu tun sondern mit Geheimniskrämerei.

  14. Die Zeiten haben sich geändert, nur bei der ARD und ihren Sendeanstalten will man das noch nicht wahrhaben. Das sind nicht mehr die goldenen 70/80er Jahre, wo sie alleine bestimmt haben, was Relevanz hat und was nicht. Sie werden es lernen….müssen!

  15. „Der Mordfall war eben kein isolierter Einzelfall und ist auch nicht allein nach seinem „Gesprächswert“ (Gniffke-Code für Klatsch und Boulevard) zu beurteilen, sondern er gehört durch die Herkunft des Tatverdächtigen automatisch zur aufgeladenen Flüchtlingsdebatte.“

    Was für ein Unfug. Natürlich ist der Fall Freiburg ein Einzelfall und muss als solcher behandelt werden. Oder wollen Sie behaupten, Asylbewerber würden hier in Scharen Frauen missbrauchen und umbringen?
    Und bei Ihrem Herkunfts-Argument bleibt mir die Luft weg. Man kann darüber streiten, ob über den Fall hätte berichtet werden müssen. Aber Sie plädieren letztlich für eine bewusste Diskriminierung von Ausländern. Über deren Untaten müsste demnach stets schon deshalb berichtet werden, weil es eine ausländerfeindliche Flüchtlingsdebatte gibt, die Sie damit natürlich en passant weiter anfeuern. Über die Verbrechen von Einheimischen dagegen müsste nicht berichtet werden, weil sie ja nicht zur gängigen Pegida-Hetze passen. Obwohl sich durch sie die Taten von Ausländern relativieren würden. Sie reden damit einer Hetzkampagne gegen Ausländer das Wort.

  16. Vielleicht konzentrieren sich die Nachrichten künftig auf Mord und Totschlag sowie tötliche Verkehrsunfälle und Tote in deutschen Krankenhäusern.

    1. Darum geht es nicht und ich bin sicher, daß wissen Sie auch. Wenn Mord und Totschlag zur eigenen Agenda passen, wird ja durchaus darüber berichtet und, wie man hier schön sehen kann, wenn nicht beschweigt den Fall professionell und routiniert.

    2. Tödliche Verkehrsunfälle und Todesfälle in Krankenhäusern sind leider alltäglich.
      Mord und Totschlag ist leider auch meist alltäglich und banal – Opfer und Täter kannten sich meist, häufig gibt es Zeugen, manchmal ruft der Täter selber die Polizei.

      Das eine junge Frau auf offener Straße entführt, vergewaltigt und ermordet wird ist nicht alltäglich.
      Genausowenig wie eine Mutter die ihre drei Kinder und deren Großmutter tötet, oder ein Krankenpfleger der reihenweise Patienten vergiftet.
      Soll man über diese Sachen nicht berichten, weil es sich um Mord und Totschlag handelt ?
      Teile der Antworten könnten sie verunsichern, also lieber nicht sagen ?

  17. Diesen Absatz von Stefan Winterbauer würde ich mal ganz gerne zur Diskussion stellen:
    „Hier liegt vielleicht ein Teil des Problems der unterschiedlichen Wahrnehmungen zwischen großen Teilen des Publikums und der „Tagesschau“-Redaktion. Die gesellschaftliche Relevanz, von der Gniffke oft sprach, die war nämlich längst da. Der Mordfall war eben kein isolierter Einzelfall und ist auch nicht allein nach seinem „Gesprächswert“ (Gniffke-Code für Klatsch und Boulevard) zu beurteilen, sondern er gehört durch die Herkunft des Tatverdächtigen automatisch zur aufgeladenen Flüchtlingsdebatte. Zu anderen Zeiten hätte das, was Gniffke sagte, womöglich gegolten aber nicht in Deutschland im Jahr 2016.“
    Bedeutet das nun, dass immer dann, wenn ein Thema deutschlandweit heiß läuft, der isolierte Einzelfall kein Einzelfall mehr ist? Denn so übel der Mordfall auch ist, so handelt es sich dennoch um einen Einzeltäter und kein Kollektivdelikt, ein Auswälzen und politisches Ausnutzen der Geschichte in Richtung Kollektivverurteilung (oder anders gesagt Sippenhaft) ist daher einfach nur schäbig. Soll nun die Tageschau dennoch oder gerade deshalb sofort mit Angabe der Täter-Herkunft darüber berichten, um sich aus der Schusslinie der Lügen- und Lückenpresse-Plärrer (ewa 15 Prozent des Publikums) zu nehmen? Oder stur auf der alten Linie bleiben? Oder gibt es irgendwo einen vernünftigen Mittelweg?

  18. Die gesellschaftliche Relevanz dieses Mordes besteht darin, dass Afghanen im Durchschnitt einen anderen Bezug zum Töten haben, als Europäer. Vergleichbar mit US-Polizisten gegenüber Schwarzen und Polizisten in Europa.

    Wie die Europäer damit umzugehen haben, sollte nicht allein einem Kai Gniffke überlassen werden, weil zu gefählich für die Demokratie.

  19. Machen wir uns nichts vor: Wenn es ein Mord gewesen wäre mit vermeintlich rechtem Hintergrund, dann hätten wir in der ARD mehrere Brennpunkte gesehen über Gewalt von Rechts, die rechte Szene, die gewaltbereiten Rechten und so weiter. Die öffentlich-rechtlichen sind eben nun mal Gesinnungsmedien.

    1. Genau, deshalb keine Gebuehren mehr zahlen!!!
      Die Behoerden koennen keine Millionen Gebuehrenzahler ins
      Gefaengnis stecken! Die Wirtschaft wuerde zusammenbrechen!

      Gebuehrenzahler zeigen Sie, dass Sie kein Erziehungsfernsehen
      benoetigen!!!

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