Neuer Zoff bei Constantin Medien: Tochterfirma stellt Strafanzeige gegen Firmenchef Fred Kogel

Constantin-Vorstandschef Fred Kogel
Constantin-Vorstandschef Fred Kogel

Dem Constantin Medien-Chef Fred Kogel und dem Finanzvorstand Arne Anders drohen juristischer Ärger aus der Schweiz: Die Constantin-Tochter Highlight Communications aus Pratteln hat Strafanzeige gegen die beiden Manager gestellt. Hinter dem Vorstoß steht der frühere Constantin Medien-Chef Bernhard Burgener. Er ist gegen Kogels Strategiewechsel, den Medienriesen auf das Sportgeschäft zu konzentrieren. Die Strafanzeige ist voraussichtlich der Auftakt weiterer juristischer Scharmützel gegen den Constantin-Chef.

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„Wahlbetrug“, „Lüge“, „Unsinn“ – laut und wortstark ging es Mitte November unter den Aktionären auf der Hauptversammlung der Constantin Medien AG zu. Gründe hierfür gab es genug: Firmenchef Fred Kogel will die Constantin Medien AG zu einem Sportkonzern umbauen und sich von der Filmsparte, der Constantin Film AG, trennen. Dort sind in den vergangenen Jahren Kinoerfolge wie „Der Name der Rose“ oder „Fack ju Göthe“ entstanden. Doch gegen den Verkauf des Filmgeschäfts stemmen sich der Großaktionär und ehemalige Constantin-Medien-Chef Bernhard Burgener sowie eine ihm befreundete Aktionärsgruppe. Sie wollen an der Kino- und TV-Produktion festhalten.

Auf der Hauptversammlung jedoch musste Burgener eine schwere Niederlage einstecken. Überraschend wird der Verwaltungsratschef der Highlight Communications, Tochter der Constantin Medien AG im schweizerischen Pratteln, ausgebremst. Als die Aktionärsversammlung über die von Kogel geplante Neuausrichtung abstimmen will, kommen Burgener und seine Mitstreiter nicht zum Zuge. Der vom Aufsichtsrat der Constantin Medien AG als Versammlungsleiter eingesetzte Rechtsanwalt schließt den Hightlight-Großaktionär von der entscheidenden Abstimmung aus. Der Schweizer Unternehmer ist stinksauer und kündigt eine Anfechtungsklage an. Die Beschlüsse der Versammlung seien null und nichtig, erklärt der gebürtige Baseler.

Jetzt drohen zwei Wochen nach der Hauptversammlung Kogel und seinem Finanzvorstand Arne Anders der erste juristische Ärger der Highlight Communications. Der Verwaltungsrat hat gegen die beiden Manager bei der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft Strafanzeige gestellt. Der Vorwurf: Verdacht auf Urkundenfälschung. Dies bestätigt ein Sprecher der Staatsanwaltschaft auf MEEDIA-Anfrage. Die Ermittlungsbehörde prüft derzeit die Strafanzeige. Kogel und Anders wissen auf MEEDIA-Anfrage nichts hiervon. Sie können sich daher auch nicht zu dem Sachverhalt äußern.

Hintergrund der Strafanzeige: Die Highlight Communications hatte Mitte des Jahres eine Generalversammlung (ähnlich einer Hauptversammlung nach deutschem Aktienrecht) angesetzt. Kurz vor der Versammlung hätten Kogel und Anders dem Verwaltungsrat der Highlight Communications schriftlich mitgeteilt, dass sie über die Stimmrechte von rund 60 Prozent der Aktien an der schweizerischen Constantin-Tochter verfügen, heißt es. Die beiden Constantin Medien-Manager wollten damit demonstrieren, dass sie über die notwendige Macht verfügen, Verwaltungsräte der schweizerischen Tochter – wie Burgener – abzuwählen, die gegen ihre Strategie sind. Doch die Meldung über die Stimmrechte entsprach nicht den Tatsachen, lautet der Vorwurf in der Strafanzeige.

Die jetzt von Burgener gestellte Strafanzeige gegen Kogel ist voraussichtlich der Auftakt einer langen Reihe von weiteren juristischen Auseinandersetzungen. Denn der frühere Constantin-Chef wird – wie angekündigt – dafür sorgen, die jüngst auf der Hauptversammlung gefassten Beschlüsse gerichtlich zu kippen. Sollte dies Burgener gelingen, droht eine neue Aktionärsversammlung der Constantin Medien AG.

Ob Kogel dann seinen anvisierten Verkauf der Filmsparte bei den Anteilseignern durchboxt, ist mehr als fraglich. Jedenfalls steht fest: der Münchener Medienriese kommt nicht zur Ruhe. Vor allem Kleinaktionäre haben durch den Zoff der beiden verfeindeten Aktionärsgruppen das Nachsehen. Die Börsennotierung hat seit der turbulenten Hauptversammlung kräftig Federn gelassen. Heute gab der Kurs erneut um 1,3 Prozent auf 1,76 Euro nach. Damit ist die Aktie von alten Höchststände mit 2,80 Euro Mitte des Jahres weit entfernt.

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