Was kommt 2017? Experten setzen auf die digitale Transformation, Content Marketing und 360-Grad-Videos

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Das Jahr 2016 neigt sich dem Ende. Zeit, sich auf 2017 zu konzentrieren. Wir haben Macher und Experten nach ihrer Einschätzung der wichtigsten Trends, Probleme und Visionen für die kommenden zwölf Monate gefragt. In unseren gesammelten Statements geht es um Social Media Advertising, Datensilos, Content Marketing, die Problematik der Cyberangriffe und die Konkurrenz zwischen Instagram und Snapchat.

Kontaktdaten für ihr Content-Geschäft

Heiko Genzlinger, CEO Score Media Group

heiko-genzlinger2017 wird die Renaissance der Tageszeitungen einleiten! Allen Unkenrufen zum Trotz stellen die Tageszeitungen für den Großteil der Bevölkerung auf allen Kanälen nach wie vor ein zentrales und höchst glaubwürdiges Medium dar. Wenn die geballte Werbe-Power der kooperierenden Tageszeitungen richtig ins Rollen kommt, wird sie ein gewichtiges Wort im Markt haben. Die Kombination aus redaktionellem Content, langer Nutzungsdauer, großer Reichweite und hoher Glaubwürdigkeit dank der regionalen Verbundenheit ist unschlagbar stark. Die Zukunft im Vermarkter-Business gehört ohnehin den agilen Allianzen. Reichweite, Flexibilität und Schnelligkeit sind die Killer-Kriterien. Wer das nicht liefern kann, fliegt raus. Und das gilt nicht nur für Tageszeitungen!

Corporate Video wird schnell, spontan – und virtuell

Thomas Mockenhaupt, Chief Sales Officer bei der Canto GmbH

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Der Bewegtbild-Dinosaurier „Imagevideo“ wird 2017 von deutlich flexiblerem und authentischem Content verdrängt. Unternehmen werden spürbar mehr Videos brauchen, um sich vorstellen und glaubwürdig positionieren zu können sowie um Zusammenhänge begreifbar zu machen. Dazu werden die Werbetreibenden auf ihre Mitarbeiter zurückkommen, die per Smartphone-Kamera das eigene Unternehmen nahbar machen oder Webcasts mit Screenaufzeichnungen unterstützen. Immer mehr Konferenzen werden per virtueller Teilnahme nutzbar werden. Die produzierten Inhalte sind für die Werbetreibenden sehr wertvoll und müssen entsprechend auffindbar und teilbar bleiben. Unternehmen nutzen Videos in Form von Tutorials, Corporate Webcasts oder Webinaren auch zunehmend für die interne Kommunikation.

Kommt die Snapchat Revolution? 

Vanessa Bouwman, Managing Director, We Are Social

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Die Snapchat Revolution war in gewisser Weise schon, und zwar in diesem Jahr. Schon jetzt nutzen viele Unternehmen Snapchat für ihre Kommunikation, vor allem zusammen mit Influencern. Dies wird sich aber in Deutschland auch nochmal ändern, wenn neue Werbeformate für die Plattform endlich auch hier zur Verfügung stehen. Die hohe Nutzerinteraktion, attraktive Zielgruppe und neues, kreatives Storytelling sprechen für sich. Und Snapchat wird sicher alles daran setzen, dass Instagram mit Live-Content keine zu große Gefahr wird.

 Ein weiterer Trend, der gekommen ist, um zu bleiben sind Bots. In spätestens einem Jahr werden wir an ihnen nicht mehr vorbeikommen. Darauf sollten wir uns jetzt schon einstellen, denn Beispiele dafür, dass wir in der Zukunft der künstlichen Intelligenz angekommen sind, gibt es bereits genug. Unternehmen werden Prozesse automatisieren, um Umsätze zu steigern. Und auch Influencer Marketing ist in diesem Jahr nun endlich in Deutschland angekommen und zu einem wichtigen Teil der Social-Media-Welt und Markenkommunikation geworden. Hier werden wir in 2017 sicherlich einige smarte Kampagnen und Entwicklungen sehen.

IT-Angriffe werden sich häufen

Oliver Dehning, Leiter der eco Kompetenzgruppe Sicherheit

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Die IT-Welt wird immer komplexer und durchzieht alle Bereiche der Wirtschaft und des täglichen Lebens. Immer mehr Systeme und Geräte sind mit dem Internet verbunden und damit leider auch via Internet angreifbar. Die Vorfälle, bei denen Systeme betroffen sind, die mit IT nicht primär in Verbindung gebracht werden, werden sich weiter häufen. Dazu gehören Maschinensteuerungen, Haussteuerungen, IP-Kameras, Autos etc. Es ist zu befürchten, dass die jüngste DDoS-Attacke auf Amazon, Twitter & Co. erst den Anfang einer ganzen Reihe spektakulärer Angriffe aus dem Internet of Things im nächsten Jahr markiert.“ Der eco Experte erwartet allerdings, dass die größten Schäden auch im neuen Jahr durch schon bekannte Angriffsszenarien angerichtet werden. Er nennt vor allem Ransomware, CEO-Fraud, DDoS-Attacken und den Diebstahl von Zugangsdaten in großem Stil.

Programmatic ist endgültig in der Breite angekommen

Oliver Hülse, Geschäftsführer D-A-CH Rocket Fuel

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In 2016 ist Programmatic endgültig in der Breite angekommen – das zeigt die zunehmende Selbstverständlichkeit mit der der Begriff mittlerweile in der Branche verwendet wird. Abgesehen davon beginnt der Markt gerade erst zu verstehen, wie wirkmächtig die Verknüpfung von Erkenntnissen aus Direct-Response, also Abverkaufskampagnen, und der Gestaltung von Branding-Maßnahmen ist. Hier schlummert ein gewaltiges Potenzial – sowohl für die Demand- als auch die Supply-Side. Für den deutschen Markt sehe ich bei den Themen Sonderwerbeformen, Inventar und Attributionsmodelle noch deutlichen Nachholbedarf.

Distributed Content ist der Schlüssel zum Erfolg

Monika Affenzeller, Chefredakteurin miss

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Der Wirkungsgrad von klassischer Online-Werbung, wie Bannern, sinkt kontinuierlich. Insbesondere die jungen Zielgruppen konsumieren die für sie relevanten Werbebotschaften immer häufiger in Social Networks. Distributed Content ist aus dem Grund der Schlüssel zum Erfolg, um neben einer hohen Reichweite auch ein hohes User-Engagement zu erzielen. Daraus lassen sich wesentlich höhere Monetarisierungsraten für Werbung generieren, die als Native Advertising auf die jeweilige Zielgruppe zugeschnitten und idealerweise in Bildern oder Videos verpackt ist. Diese Werbeformate erzielen ein hohes Engagement der User – die neue, harte Währung am Markt. Gutes Native Advertising wird wie redaktioneller Content mit Likes, Shares oder Kommentaren versehen. Eine Verankerung der Werbebotschaft im Mindset der Zielgruppe ist so gewiss – Native Advertising ist daher nicht nur ein Trend, sondern Pflicht für Werber!

Paid Media stellt grundsätzlich auf Facebook & Co. nichts Bösartiges dar

Thomas Hutter, Geschäftsführer Hutter Consult GmbH

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Mit großer Sicherheit wird im kommenden Jahr auch das letzte Unternehmen verstehen, dass auf den Social-Media-Kanälen adäquate Mediabudgets notwendig sind, um gute Erfolge zu erzielen und Paid Media grundsätzlich auf Facebook & Co. nichts Bösartiges darstellen. Darüber hinaus dürften sich viele Unternehmen 2017 mit den Möglichkeiten von 360-Grad-Videos und Fotos auseinandersetzen und so einen ersten Einstieg in VR schaffen. Die neuen Erlebnisse mit Hilfe von 360-Grad-Videos und Fotos fesseln viele Menschen und bieten interessante Anknüpfungspunkte für das Marketing, den Entdeckungsdrang der Menschen mit Markenerlebnissen zu verbinden.

Im Fokus stehen automatisierte Workflows

Axel Schäfer, Senior Manager, Strategic Marketing EMEA bei Adobe Systems

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Storytelling gewinnt im Zeitalter des Content Marketings rasant an Bedeutung. Im Fokus stehen automatisierte Workflows, die den wachsenden Anforderungen an schnellem und hochgetaktetem Content gerecht werden und es damit ermöglichen, den richtigen Inhalt zur richtigen Zeit an die richtige Person auszuliefern. Speziell im Umfeld größerer Organisationen geht es 2017 in erster Linie um die Einbindung der dafür notwendigen Kundeninformationen in heterogene Systemlandschaften und bestehende Prozessabläufe, um die Inhalte optimal auf die Kundenbedürfnisse abzustimmen. Im Mittelstand fokussiert sich die Content-Herausforderung insbesondere auf eine schnelle, produktive Nutzung und einen guten ROI.

Mit Cortana, Siri und Echo wie selbstverständlich auf Zuruf einkaufen

Carsten Rauh, Director Search Advertising / Strategic Sales Germany bei Microsoft Deutschland

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2017 wird sich der Trend zur Sprachsuche weiter entwickeln und auf lange Sicht dem typisch mobilen Anwendungsszenario entwachsen. Mit Cortana, Siri und Echo auf allen Geräten und Plattformen werden wir überall und jederzeit ganz selbstverständlich auf Zuruf einkaufen, Pizza bestellen, Reisen buchen, Tische im Restaurant reservieren – alles direkt in den Suchergebnissen, die Standort, Trends sowie historischen Daten einbeziehen und sich dabei nanosekündlich aktualisieren. Unternehmen können dank der längeren Suchphrasen bei Sprachanfragen viel besser einschätzen, was ihre Kunden wollen und gezielt auf deren Wünsche eingehen.

Instagram hängt Snapchat ab

Seeda Ahmad-Kreuzer, Geschäftsleiterin bei der auf Social Media spezialisierten Agentur 1-2-social

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Instagram wird im kommenden Jahr ordentlich zulegen. In den letzten Wochen hat Instagram schöne neue Features ausgerollt, die Spaß machen und die Community begeistern. Snapchat wird dafür in Deutschland etwas schwächer, weil Instagram mit seinen Funktionen und besserer Userbility es den Nutzern einfacher macht und die Fangemeinde bereits schon existiert und nicht wie bei Snapchat erst aufgebaut werden muss. Abgesehen davon, wird es in 2017 viel öfters speziell produzierten Social Content geben. Bereits in diesem Jahr haben viele Unternehmen verstanden, dass eine originelle Gestaltung, vor allem von Fotos und Videos, immer wichtiger wird, um die Aufmerksamkeit der Follower zu wecken.

Alle Kommentare

  1. Nutzen wir also die Gunst der Stunde, um eine ur-eigene Marschroute für die Digitiale Transformation zu entwickeln. Das funktioniert. Und zwar mit ganz einfachen Mitteln. Was halten Sie davon als ersten Schritt mit dem eigenen Team Ideen zu sammeln und eine Vision Ihres Unternehmens 4.0 zu entwickeln?

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