iPhone 7: Nachfrage ebbt schon wieder ab, Apple reduziert Bestellungen

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Tim Cook auf der iPhone 7-Keynote

Das iPhone 8 wirft seine Schatten voraus: Im nächsten Jahr wird Apple nach drei langen Jahren endlich wieder ein komplett neu designtes Smartphone herstellen. Wie überfällig die Generalüberholung ist, deuten Indikationen aus der Zuliefererkette an: Wie die taiwanische Zeitung DigiTimes berichtet, ebbt die Nachfrage nach dem iPhone 7 nur zwei Monate nach dem Launch schon wieder erkennbar ab. Apple soll bereits damit begonnen haben, Bestellungen zu reduzieren.

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Der Comeback-Traum lebte wenige Wochen: Als Samsung mit seinem Note 7 den ultimativen Produkt-GAU des Jahres ablieferte,  sah Apple wie der natürliche Profiteur aus. Analysten rechneten für den iKonzern mit einem zusätzlichen Absatzpotenzial von bis zu 15 Millionen iPhone 7.

Doch das Momentum scheint längst wieder zu verebben. Seit einigen Wochen vermelden Analysten Hiobsbotschaften für das neue iPhone, das ganz genau so aussieht wie die beiden alten Modelle aus den Jahren 2015 und 2014. So ermittelte UBS-Analyst Steven Milunovich bereits Anfang November in einer Kurzstudie, dass das iPhone 7 besonders im Zukunftsmarkt China sehr verhalten aufgenommen werde.

Seit Wochen Hiobsbotschaften um iPhone 7-Verkäufe

Ein Smartphone, das genauso aussieht wie die Vor-Vorgänger-Generationen hat es in Asien, wo sichtbare Innovationen zählen, naturgemäß schwer. Wenig überraschend sagt auch Staranalyst Ming-Chi Kuo Apple eine schwere Zeit bis zum nächsten iPhone voraus: Die Umsätze im ersten Halbjahr 2017 dürften weiter zurückgehen, prognostiziert der Apple-Analyst von KGI Securities.

Zu Wochenbeginn erneuerte Steven Milunovich seine skeptische Einschätzung zur Verkaufsentwicklung des iPhone 7: Apple habe die Produktion bereits marginal nach unten angepasst, berichtete der UBS-Mann. Die taiwanische DigiTimes bestätigte das nachlassende Momentum: Aus Zuliefererkreisen habe die DigiTimes erfahren, dass Apple seine Komponenten-Bestellungen reduziert habe.

Im ersten Halbjahr droht nochmals ein Absatzeinbruch von 5  Millionen Einheiten

Vor allem im so wichtigen Absatzmarkt  China sei die Nachfrage eingebrochen, berichtet die taiwanische Tageszeitung. Die Folge: Zulieferer richten sich im ersten Halbjahr auf noch mal mit fünf Millionen weniger bestellte Einheiten ein.

Sollte es Apple nicht gelingen, im Weihnachtsquartal das Vorjahresergebnis von 74,8 Millionen verkauften iPhones zu übertreffen, droht dem Techpionier damit bis zur Veröffentlichung des iPhone 8 im nächsten September eine zweijährige Abwärtsspirale rückläufiger iPhone-Verkäufe. Seit nunmehr bereits drei Quartalen muss der iKonzern rückläufige iPhone-Absätze beklagen – und das gleich im zweistelligen Prozentbereich.

Hoffnungen liegen auf dem iPhone 8

Mit der Einführung des iPhone 8 zum zehnjährigen Jubiläum des Kultsmartphones versprechen sich Analysten ab dem Fiskaljahr 2018 dann endlich wieder die Rückkehr des Wachstums. So rechnet Kuo damit, dass Apple in der zweiten Jahreshälfte 2017, die vom Launch Mitte September bis Ende Dezember tatsächlich nur 3,5 Monate umfasst, 120 bis 150 Millionen neuer iPhones produzieren lassen will.

Damit würde Konzernchef Tim Cook nicht nur die Vorgaben der vergangenen beiden Generationen iPhone 7 und iPhone 6s überbieten, sondern sogar das bisherige Rekordjahr 2014, als durch den iPhone 6-Boom 110 bis 120 Millionen neue Geräte abgesetzt wurden.

Hoffnung auf Superzyklus

An der Wall Street bewegen die Spekulationen über die nächste iPhone-Generation längst die Aktie: So stellte Analyst Timothy Arcuri von der Investmentbank Cohen bereits im Juni die These auf, dass Apple durch das iPhone 8 vor dem Beginn eines neuen Superzyklus stehen könnte, wie AppleInsider berichtet,

Apple ist für Arcuri „ein Pulverfass, das 2017 explodieren könnte“ – im positiven Sinne. Der Grund: Die explosive Vermengung des großen iPhone 8-Updates zusammen mit einer immer größeren Nutzerschaft, die immer ältere Geräte besitzt und daher ihren Kauf zurückgestellt habe. Ein mittelteures 4,7 Zoll großes iPhone 7s könnte damit wie von Ming-Chi Kuo prognostiziert, die Schlüsselrolle einnehmen.

Doch bevor es so weit ist, muss sich Konzernchef Cook mit dem Kampf gegen den Abwärtstrend herumschlagen. Auch heute fiel die Apple-Aktie weiter zurück und notiert nun unter 110 Dollar. Seit Bekanntgabe der jüngsten Quartalsbilanz hat Apple mehr als sieben Prozent an Wert eingebüßt bzw. knapp 50 Milliarden Dollar an Börsenwert vernichtet.

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