Dauerstreit RTL gegen Marseille wegen „Team Wallraff“: Sender erzielt Etappensieg in Köln

Günter Wallraff und seine Reporter recherchierten verdeckt in den Unternehmen des Marseille-Konzerns
Günter Wallraff und seine Reporter recherchierten verdeckt in den Unternehmen des Marseille-Konzerns

Im juristischen Dauerstreit zwischen RTL und dem Marseille Konzern wegen einer Folge der Investigativ-Reihe "Team Wallraff", in der es um Missstände in der Pflegebranche ging, hat der Kölner Sender nun einen Etappensieg errungen. Vor dem Landgericht Köln wurden 10 von 13 Verbotsanträgen des Klinik- und Pflegeheimbetreibers abgeschmettert.

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Zwei Behauptungen und ein Bild der „Team Wallraff“-Folge vom 5. Mai 2014 „Das Pflege-Dilemma: Am Ende ohne Würde“ dürfen laut Urteil nun nicht mehr wiederholt, bzw. gezeigt werden.  Matthias Bolhöfer kommentiert das Urteil gegenüber MEEDIA: „Die drei gegen uns erwirkten Verbote nehmen wir zur Kenntnis und werden diese prüfen. Unabhängig davon bestätigt uns das Urteil sehr umfänglich in unserer investigativen Linie, von der wir uns auch in Zukunft nicht durch überaus klagefreudige Unternehmensvorstände abhalten lassen.“

„Team Wallraff“ hatte eine Reporterin undercover in ein Pflegeheim der Marseille-Kliniken eingeschleust und u.a. mit versteckter Kamera zahlreiche Missstände aufgedeckt. Die Sendung hatte mehrfach über Einrichtungen des Marseille-Konzerns berichtet. Der klagefreudige Klinikbetreiber verstrickte RTL in den Folgejahren in zahlreiche juristische Auseinandersetzungen. So steht auch vor dem Landgericht Hamburg noch eine Entscheidung in Sachen „Team Wallraff“ gegen Marseille-Kliniken aus.

Gegen das in Köln erfolgte Urteil kann Marseille zudem noch vor dem Oberlandesgericht in Berufung gehen.

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