Studie zum Berufseinstieg: Public Relations hat die meisten Quereinsteiger

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Irgendwas mit Medien kann jeder. So lautet ein gängiges Vorurteil, das gar nicht so unwahr zu sein scheint – zumindest, was die Quereinsteigerquote angeht. Einer Erhebung von Gehalt.de zufolge hat vor allem der Berufsstand der Public Relations einen hohen Anteil. Auch im Online Marketing landen viele Menschen, die das Fach gar nicht studiert haben.

Für Berufe in PR- und Kommunikationsabteilungen in Unternehmen hat Gehalt.de den höchsten Anteil an Quereinsteigern festgestellt. 31 Prozent der Fachkräfte haben zu Uni-Zeiten geisteswissenschaftliche Fakultäten besucht und eine Abschluss in Fächern wie Germanistik, Geschichte oder Philosophie gemacht. Mit 29 Prozent folgen Sozialwissenschaften nur knapp dahinter, während an dritter Stelle Wirtschaftswissenschaftler stehen. 14 Prozent der PR- und Kommunikationsprofis haben Studiengänge wie BWL studiert. „Insgesamt konnten wir in unserer Auswertung für den Beruf mindestens 13 Fächer feststellen“, heißt es in den Ergebnissen der Untersuchung. Interessant ist der Blick auf das durchschnittliche Gehalt: Je seltener das Studienfach des Quereinsteigers, desto höher scheint sein Verdienst. So sollen Geisteswissenschaftler mit rund 45.600 Euro pro Jahr am wenigsten bekommen, Sozialwissenschaftler verdienen etwa 5.000 Euro mehr, während Wirtschaftswissenschaftler auf rund 51.600 Euro kommen.

Für seine Untersuchung hat das Jobportal nach eigenen Angaben mehr als 3.608 Datensätze ausgewertet, um den akademischen Ausbildungshintergrund von Beschäftigten mit ihren ausgewählten Berufen zu analysieren. Fachkräfte, die ausschließlich eine schulische Ausbildung haben, werden durch die Studie nicht abgedeckt. Bei allen Beschäftigten handelt es sich um Fachkräfte ohne Personalverantwortung.

Bei Quereinsteigern beliebt ist auch die Branche Online-Marketing. Ein Drittel der von Gehalt.de befragten Online Marketing Manager hat einen Abschluss in einem Fach der Wirtschaftswissenschaften. Es folgen Geisteswissenschaften mit einem prozentualen Anteil von 12 Prozent. Sozialwissenschaftler sind mit 11 Prozent vertreten. Gehaltstechnisch liegen die Quereinsteiger hier etwas näher beieinander als in den Public Relations. Doch auch hier sind die Wirtschaftswissenschaftler am besten bezahlt: 44.319 Euro Brutto-Jahreseinkommen soll im Schnitt auf dem Zettel stehen, Sozialwissenschaftler kommen auf rund 41.000 Euro, Geisteswissenschaftler auf rund 40.000 Euro.

Kaum Quereinsteiger verzeichnet offenbar das Grafikdesign. 82 Prozent der befragten Designer haben ein entsprechendes Studium absolviert. Das durchschnittliche Gehalt von studierten Grafikdesignern liegt bei fast 37.000 Euro.

Alle Kommentare

  1. Man muss ja auch nicht immer genau das Fach studiert haben. Vor allem in der PR und auch im Online-Marketing kann sehr viel durch relevante Berufserfahrung, persönliche Interessen und Talent wett gemacht werden. Alle Jobs die etwas mit Kommunikation zu tun haben sind recht flexibel, da kommt es nicht auf das theoretische Wissen an, sondern dass man was kann. Gerade in Deutschland finde ich wird viel zu oft auf das Studium oder die genau passende Ausbildung auf den Job geachtet. Sehr unflexibel. Bei den Grafikdesignern war das übrigens vor 20 Jahren noch komplett anders. Da wurden die Nerds mit Kusshand genommen die an Mamis Computer ein bisschen rumgespielt haben. Oft wurden Fotographen oder andere Künstler vom Fleck weg engagiert. Und dann kam die Bubble und die Studiengänge (die ziemlich verpönt waren bei den Web-Pionieren). 😉

    1. Würde sogar noch einen Schritt weiter gehen! Zumindest die Universitäten haben expressis verbis ja gar nicht die Aufgabe, für einen Beruf auszubilden, sondern Wissen und die Fähigkeit zu selbständigem wissenschaftlichen Arbeiten zu vermitteln.
      Weil das fachbezogen weit in die Tiefe geht, ist es gerade eine „Vertiefung“ wirklich fundierter Allgemeinbildung und eine fachlich übergeordnete allgemein hilfreiche Fähigkeit. Und diese hat, ebenso wie ein weiter Horizont insgesamt, sicher noch keinem Beruf geschadet. Im Gegenteil – der immer kleinteiligere Zuschnitt immer spezialisierterer Studiengänge hindert erfahrungsgemäß die wichtige Problemlösungsfähigkeit, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen. Und das „operative Handwerk“ lernt mal – das gilt sogar für hochspezialisierte klassische Akademikerberufe – ohnehin „on the Job“! Fragen Sie mal Ihren Arzt oder Anwalt…

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