Der ungezügelte Präsident: Trump twittert weiter wie im Wahlkampf

Donald-Trump.jpg
Liebt den großen Auftritt in 140 Zeichen: Donald Trump

Drei Wochen sind inzwischen seit der US-Wahl vergangen, die Donald Trump sensationell für sich entscheiden konnte – drei Wochen, in denen sich der 70-Jährige für alle Welt sichtbar darum bemüht, präsidial zu wirken und doch immer wieder von seinem Naturell eingeholt wird. Vor allem auf Twitter verfällt Trump schnell zurück in alte Muster: Der kommende Präsident twittert, als würde er sich noch im Wahlkampf befinden. Wird der 140 Zeichen-Dienst für Trump zum Sicherheitsrisiko?

Anzeige

Die Ankündigung ist gerade einmal zwei Wochen alt. „Ich werde sehr zurückhaltend sein, wenn ich es überhaupt noch benutze“, erklärte Donald Trump wenige Tage nach seiner Wahl bei CBS in „60 Minutes“ in Bezug auf den 140-Zeichen-Dienst Twitter.

Doch es ist wie so oft bei Donald Trump, der das Adenauer-Motto täglich aufs Neue zu kultivieren scheint: Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern.

Trump schwankt zwischen präsidentiellem Gestus und Wahlkampfrhetorik

Es scheint immer wieder, als gäbe es zwei Donald Trumps – mindestens. Sie ringen miteinander wie Dr. Jekyll und Mr. Hyde. Der eine Trump versucht, eine präsidiale Rolle einzunehmen – mit staatsmännischem Gestus, der Trump, Meister der TV-gerechten Selbstinszenierung, leicht von der Hand geht.

Doch kaum hat der kommende Präsident mit seiner Thanksgiving-Ansprache oder dem New York Times-Interview einen neuen, versöhnlichen Ton angeschlagen, mischt sich der alte Trump wieder ein.

Wirrer Tweetsturm um Wahlbetrug, Fahnenverbrennung und CNN

Der alte Trump ist der Hardliner des Wahlkampfs, der sich in bekannter Underdog-Rhetorik auch weiterhin nichts bieten lässt – vorzugsweise auf seinem Lieblingskommunikationskanal Twitter. An drei aufeinanderfolgenden Tagen hat Donald Trump wieder kräftig ausgeteilt – zuletzt gegen potenzielle Fahnenverbrenner:

Gegen seinen Lieblingsfeind CNN:

Die Medien im Allgemeinen, weil sich in Virginia, New Hampshire und Kalifornien – alles Bundesstaaten, in denen Trump verlor – angeblich Wahlbetrug ereignet habe, über den nicht berichtet wurde:

Und dann die Verschwörungstheorie des Wochenendes: Trump hätte auch in der gesamten Stimmenauszählung gewonnen, wenn man die „Millionen illegaler Stimmen“ abziehen würde.

Tweets sorgen für Kopfschütteln

Die Tweets klingen eigentlich zu verrückt, um vom gewählten nächsten Präsidenten der USA zu kommen. Entsprechend kopfschüttelnd fallen die Journalisten-Reaktionen auf Twitter aus:

Anzeige
Anzeige

Alle Kommentare

  1. Was ein Glück, dass der Obama mit Twitter nix zu tun hatte.
    Immerhin wird Trump für die Tweets nicht bezahlt im Gegensatz zu den Journalisten

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige