Trump-Talk bei „Hart aber fair: „Entschuldigung, da muss ich Herrn Trump verteidigen“

„Hart aber fair“ zum Dauerthema Trump: live aus dem schwarzen Turm des Polit-Saurons
"Hart aber fair" zum Dauerthema Trump: live aus dem schwarzen Turm des Polit-Saurons

Trump und kein Ende in den Medien. Bei „Hart aber fair“ fanden sie für die aktuelle Trump-Exegese das Bild vom „Sprung ins Dunkle“. Passend dazu beschwor Moderator Frank Plasberg das Bild vom „schwarzen Trump Tower in New York“ herauf. Trump als eine Art Polit-Sauron? Die anschließende Diskussion verlief zum Glück weniger schablonenhaft. Vor allem Dank Bild.de-Chef Julian Reichelt und dem US-Journalisten Don Jordan.

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Jordan ist einer der besseren USA-Erklärer im deutschen Talk-TV-Zirkus. Zwei, drei Momente von ihm bleiben nach der jüngsten „Hart aber fair“-Ausgabe im Gedächtnis. Einmal als er sagte, Donald Trump sei eine Mischung aus Sepp Blatter, Martin Winterkorn, Klaus Zumwinkel und Franz Beckenbauer. Später fügte er zur Aufzählung noch den früheren Bertelsmann und KarstadtQuelle-Chef Thomas Middelhoff hinzu.

Was er damit vermutlich meinte, wurde leider nicht näher ausgeführt. Aber der Hinweis, dass es auch in Europa eine Kaste der Abgehobenen gibt – als Gegenstück zu den berühmten „Abgehängten“ – war sicher nicht ganz falsch und es wäre vielleicht erhellend gewesen, hier weiter zu bohren. Freilich hinkte der Vergleich insofern, als dass hierzulande vermutlich niemand auf die Idee käme einen der Genannten zu wählen, außer natürlich Kaiser Beckenbauer, dem die Deutschen auch alles Mögliche zu verzeihen bereit sind.

Ein anderer Moment, bei dem Jordan zu wirklich großer Form auflief war, als er Plasberg und den Deutschen vorrechnete, dass die US-Steuerzahler seit Jahren für ihre Sicherheit bezahlen. Ein Punkt, der schon öfters gemacht wurde aber selten so deutlich. Der Grüne Cem Özdemir – ganz aufgehend in seiner neuen Rolle als der grüne Staatsmann – hakte ein: „Da will ich ihnen was sagen …“ Jordan ganz aufgeregt: „Ja, sagen Sie mir was, sagen sie den amerikanischen Steuerzahlern was. ‚Danke‘, zum Beispiel.“ Das hatte gesessen. Ebenso der Hinweis, dass Trump mit seinen Steuer-Tricksereien nur bestehende Gesetzeslücken ausnutzt, wie es jeder deutsche Steuerberater für seine Kundschaft ebenso tut. Jordan: „Entschuldigung, da muss ich Herrn Trump verteidigen!“

Die nebulösen Hinweise von CDU-Fraktionschef Volker Kauder, dass ja jetzt schon irgendwie mehr Geld für die Verteidigung her muss, das aber bei den Leuten dann auch wieder nicht so beliebt sei, waren da deutlich schwächer. Auch mäanderte Kauder zwischen eher saftlosen Appellen zu mehr Gelassenheit und Alarmismus, wenn er etwa die Trump-USA indirekt mit autoritären Staaten wie China verglich, was ihm Reichelt zu recht unter die Nase rieb.

Der ist fast immer ein Gewinn in Talkshows: Bild.de-Chef Julian Reichelt. Er argumentiert klar und nachvollziehbar und hat oft eine den Mit-Diskutanten überlegene Sachkenntnis. Wenn über den designierten Sicherheitsberater der neuen US-Regierung, den ehemaligne General Michael Flynn geredet wird, kann Reichelt aus erster Hand berichten, denn er kennt ihn aus seiner Zeit als Kriegsberichterstatter persönlich.

Gleich zu Beginn irritierte Reichelt den Moderator, weil er sich nicht sofort geschmeidig ihn die ihm zugedachte Rolle als Trump-Versteher fügte, sondern die jüngsten Trump-Äußerungen, dass Millionen von Stimmen für Hillary Clinton „illegal“ gewesen seien, als das „Verhalten eines Despoten“ scharf kritisierte. „Herr Reichelt ich bin beunruhigt“, sagte Plasberg nur so halb ironisch, da er offenbar ein Pro-Trump-Statement erwartet hatte. Auch für die Figur des Stephen Bannon, der von der rechtsextremen News-Website Breitbart kommt, Trumps Wahlkampf gemanagt hat und nun sein Strategieberater ist, konnte sich Reichelt nicht erwärmen. Immerhin bezeichnete er es als „kluge Entscheidung“, dass Trump Bannon nicht zum Stabschef ernannt hat, wie es nach der Politik-Logik in Washington eigentlich folgerichtig gewesen wäre.

Als Quoten-Frau war die Finanzjournalistin Carolin Roth geladen (Redaktion: Wir brauchen noch ‚ne Frau!!!). Dass in TV-Talkrunden häufig immer nur eine Frau unter Männern sitzt, ist aber wieder ein Thema für sich. Und dafür kann Donald Trump ausnahmsweise nun wirklich nichts.

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Alle Kommentare

  1. Hallo Herr Winterbauer,
    Vielleicht kann ich darauf eingehen was Herr Jordan gemeint hat: unsere Politiker bemühen ja immer gerne unsere ach so wichtigen Werte. Was sind diese Werte? Unsere größte Deutsche Bank (eine kriminelle Vereinigung), VW der größte Autokonzern der Welt (betrügt die ganze Welt in unvorstellbarer Art und Weise), der DFB, der größte Sportverband der Welt betrügt die Sportwelt um die WM nach Deutschland zu bekommen, die Commerzbank mit Steuergeldern gerettet, betrügt uns Steuerzahler um Milliarden mit Cum/Ex Geschäften zu Gunsten der reichsten Deutschen, Siemens, Krauss Maffei Schmiergeldaffären usw. Die Aufzählung lässt sich beliebig fortsetzen. Unsere Politiker sollten wirklich nicht als Oberlehrer auftreten, denn unsere Werte gelten offensichtlich nur für das gemeine Volk und nicht für die selbsternannten „Eliten“. Diese unsägliche Arroganz von Kauder, Özdemir und Co. ist verantwortlich für Politk Verdrossenheit und erstarken neuer politischen Alternativen.
    Sie haben leider nichts verstanden, und das ist schade.
    Besten Gruß

    1. Etwas wichtige haben Sie vergessen:
      Unsere Politiker betrügen das ganze Volk und Rechtsbruch wird nicht mehr verfolgt, wenn dieser von einer Frau Merkel begangen wird. Wie sollte es sonst nennen wenn 400 Anzeigen vorliegen, aber kein Staatsanwalt ermittelt? Msn regt sich gerne über die USA auf und noch ieber über Trump, doch warum nicht über unser Parteien-System, das ständig Wahlbetrug begeht, da es keine Wahlen nach geltendem Wahlgesetz sind, diese also eigentlich juristisch ungültig sind? Justizbetrug? Rechtsbeugung? Diktatur? Oder ganz einfach der normale BRD-Wahnsinn?

  2. Deutsche TV – Sender?
    Laaaangweilig!
    Deutsche Plasbergs?
    Häßlich und alt.
    Fazit: Schöne Menschen brauchen keine Inhalte.
    Weg mit dem Plasberg und seinen Oppaklonen.
    Wie wäre es mit schönen Menschen wie Ivana T. ?!!!!
    Oder überhaupt mal schöne Menschen im TV? Gerade vom NWDR werden uns „Personen“ vorgesetzt, die optisch häßlich und alt sind.
    Dafür Rundfunkbeitrag zahlen?

  3. Dem Beitrag zu unseren sogenannten Eliten lässt sich wenig hinzufügen. Nur unsere lieben meckernden Zeitgenossen wählen sie am Ende doch wieder. So fleißig und brav die Deutschen auch sein mögen, nur leider sind sie offensichtlich politisch – sehr vorsichtig formuliert – nur sehr minderbegabt, da sie keine anderen Kandidaten finden, keine anderen wählen und sich nicht einmal trauen, sich massiv für Volksabstimmungen einzusetzen. Haben diese Leute eigentlich eine andere Führung verdient?

  4. Na klar, Springer wird natürlich wieder gelobt. Wie immer bei Määäähdia. Am liebsten hättet ihr alle endlich ein Jobangebot von Eurem Helden, dem Kai.

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