„Facebook sollte nicht für Inhalte verantwortlich sein“: Springer-Chef Mathias Döpfner nimmt Mark Zuckerberg in den Schutz

„Facebook sollte nicht für Inhalte verantwortlich sein“, so Springer-Chef Matthias Döpfner (Foto) im Interview mit Bloomberg.
"Facebook sollte nicht für Inhalte verantwortlich sein", so Springer-Chef Matthias Döpfner (Foto) im Interview mit Bloomberg.

Facebook hat seit längerem ein ernsthaftes Fake-News-Problem – sogar US-Präsident Barack Obama hat den laxen Umgang mit den gefälschten Nachrichten in dem sozialen Netzwerk kritisiert. "Facebook sollte nicht für Inhalte verantwortlich sein", sagt dagegen nun Axel Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner in einem Interview mit Bloomberg. Und stellt sich hinter Facebook-Gründer Mark Zuckerberg.

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Was Facebook betrifft, halte es Mathias Döpfner wie Mark Zuckerberg: „Bei Facebook geht es darum, Menschen miteinander zu verbinden“, so der Axel Springer-Vorstandschef in einem Interview mit Bloomberg. Das soziale Netzwerk sei ein Technik-Unternehmen; eine Plattform – vergleichbar mit einem Telefon-Unternehmen – die Menschen zusammenbringe und ihnen den Austausch erleichtere. Aber ein Publisher sei Facebook nicht. „Facebook produziert keine Inhalte, es ist nicht verantwortlich dafür – und sollte dafür auch nicht verantwortlich sein“, hält Döpfner fest.

Immerhin könne man auch niemanden an den Pranger stellen für das, was er in einem Telefonat mit seinen Kollegen teilt. „Die einzige Einschränkung die es für Facebook geben sollte“, so Döpfner, „ist die Rechtsstaatlichkeit – also was gegen das Gesetz verstößt und damit nicht auf Facebook publiziert werden darf.“

Zwar hat Facebook nun den Fake-News den Kampf angesagt – dem Internet-Riesen aber einen „Super-Editor“ oder federführenden Aufpasser bei Seite zu stellen und damit „Facebook in ein Medien-Monopol zu verwandeln“, das wäre laut Döpfner keine Lösung. „Es wäre der völlig falsche Ansatz, aus vielen Gründen“, so der Springer-Chef.

Stattdessen sollten europäische Medien den „Warnschuss“ der US-Berichterstattung hören und aus den Versäumnissen lernen. Hintergrund: Auf seinem letzten Deutschland-Besuch als US-Präsident kritisierte Barack Obama nicht nur verklausuliert seinen gewählten Nachfolger Donald Trump, sondern auch die Mechanismen, die seine Wahl erst möglich gemacht haben – die sozialen Netzwerke, denen Trump selbst seinen Erfolg zugeschrieben hatte.

„Politische Korrektheit allein wird es nicht richten“, so Döpfner. „Wenn man sich mehr auf Fakten konzentriert, ist man näher an den Menschen – selbst wenn man über Dinge berichtet, die nicht so genannte ‚gute Absichten‘ reflektieren.“

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Alle Kommentare

  1. Richtig. Und KimDotCom ist mit Megaupload auch nur ein Anbieter von Technik. Oder anders gesagt was kann Porsche dafür wenn Kunden mit dem Sportwagen zu schnell fahren.

  2. Die transatlantischen Clinton-Fans können es nicht lassen….
    Jetzt eben ein bisschen Rumheulen und die Verschwörung der Maschinen bemühen.

  3. Wie immer unnachahmlich seriös. Auf Fakten konzentriert, näher an „den Menschen”. Ergänzend meldet gerade bild.de: „Die bekloppteste Geschichte des Jahres! Fiat-Erbe mit Transgender-Hure festgenommen”.

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