Anzeige

Journalisten müssen draußen bleiben: AfD schließt Presse von Parteitag aus

afd.jpg

Die AfD hat ein angespanntes Verhältnis zu den Medien - sie wirft ihnen parteiliche Berichterstattung vor. Im Südwesten hat das nun Konsequenzen für die Pressefreiheit: Journalisten sollen von einem AfD-Parteitag ausgeschlossen werden. Für den Deutschen Journalisten Bund ist die Entscheidung der Partei ein Zeichen "für ein massiv gestörtes Demokratieverständnis".

Anzeige
Anzeige

Die AfD in Baden-Württemberg schließt die Presse von ihrem Landesparteitag am kommenden Wochenende in Kehl aus. Die Entscheidung sei im Landesvorstand mit einer Enthaltung getroffen worden, sagte der Vorsitzende des Landesverbandes, Lothar Maier, am Mittwoch in Stuttgart und bestätigte einen Bericht des SWR. Das sei eine einmalige Maßnahme, um zu verhindern, dass voreingenommen über die Veranstaltung berichtet werde.

Dem AfD-Fraktionschef Jörg Meuthen gefällt das Vorgehen nicht. „Ich hätte, wenn ich dem Vorstand noch angehört hätte, sicherlich dagegen votiert“, sagte Meuthen, der auch Bundeschef ist und kürzlich seinen Posten im Landesvorstand niedergelegt hat.

Die Partei hat schon häufiger Medien von Veranstaltungen ausgeschlossen. In Nordrhein-Westfalen ließ sie im Sommer nach heftiger Kritik doch noch Journalisten zu ihrem Parteitag zu.

Maier sagte, es sei zu befürchten, dass unter den zahlreichen Bewerbern um die Plätze auf der Landesliste für den Bundestag auch solche mit „abstrusen Ansichten“ seien. Medien pickten mit Vorliebe solche Äußerungen heraus und berichteten nicht neutral, erklärte er. Außerdem seien Verzögerungen zu erwarten, wenn Journalisten vor Ort seien und mit einzelnen AfD-Mitgliedern Gespräche führen wollten. Es werde aber eine Pressekonferenz in Kehl geben.

Anzeige

Meuthen sagte, grundsätzlich sei ein Parteitag ein öffentlicher Vorgang. Ein Ausschluss der Presse sei kein Instrument, dem er große Sympathie entgegenbringe. Auch er erwartet, dass bei der Nominierungsversammlung Menschen die Bühne beträten, die „nicht souverän“ seien. „Wenn die Medien sich auf skurrile Kandidaten stürzen, dann bringt uns das sehr negative Presse.“ Aber: „Das würde ich in Kauf nehmen“, sagte Meuthen, der bei der Versammlung in Kehl ein erweitertes Grußwort halten soll.

Heftig kritisierte der DJV die AfD. So sprach der Bundesvorsitzende Frank Überall  von einem „abstrusem Verständnis von der Rolle von Journalisten in der Demokratie. Geradezu lachhaft  ist, dass die AfD Baden-Württemberg  statt der Teilhabe am Landesparteitag Journalisten mit einer Pressekonferenz mit vorgefilterten Informationen abfrühstücken will.“ Das zeige, wie viel Angst in der Partei herrsche, Diskussionen offenzulegen und sich kritischem Journalismus zu stellen. Daher wolle man nun offenbar nur parteipolitisch gelenkte Informationen widerkäuen. „Im  andauernden Streit der AfD Baden-Württemberg soll wohl nur das an das Licht der Öffentlichkeit kommen, was der Partei genehm ist.“

Mit Material von dpa

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Alle Kommentare

  1. Es gibt sowohl im Bundestag als auch in den Parteigremien sehr oft Sitzungen, wo sogar an der Tür ein zeitliches Teilnahmelimit für Pressevertreter angezeigt wird, oder sogar Presse ausgeschlossen wird, sobald Dinge behandelt werden, die noch nicht öffentlich sind. Das ist sogar verständlich, wenn man interne Streitigkeiten oder thematische Justierungen nicht gleich am nächsten Tag als Rohschnitt in der BILD lesen soll. Daher ist es auch das Recht der AfD so zu verfahren – Punkt.

    Doch warum da nun solche Aufregung entsteht liegt woanders begründet. Derzeit reagieren alle Medienvertreter wie Landminen sobald nur ein verwertbares Wort seitens der AfD sich eignet das tägliche Bashing – wie von Presseräten angeordnet – gegen die AfD zu führen. Die AfD wurde für die angeblich selbsternannten „Demokraten“ zum Feind Nummer Eins gemacht – dank der Presse, die wie Sprengzünder reagieren, sobald auch nur ein Wort sich als Fremdenfeindlich oder als Hassparole auslegen lassen.

    Um dies endlich mal zu unterbinden, weil die Medien nämlich selbst Hass produzieren – im Sinne einer links-grünen Vergiftung des Verstandes durch Zensur und Unterdrückung von Tatsachen. Jede Kritik zur Migration und Integrationsproblemen soll untersagt werden. Das in der AfD auch tatsächlich Leute auftreten, die ihr eigenes Nest beschmutzen, ist eine Frage der internen Selbstreinigung, die noch nicht abgeschlossen ist.

    Doch die Vorgehensweise der Medien im Sinne links-grüner Weltanschauung ändert nichts an der Tatsache, dass diese Politik so nicht weiter geführt werden kann. An sich ist es auch ein Widerspruch, man regt sich über das Vorgehen der Türkei bezüglich Verfolgung von Kritikern maßlos auf – aber man betreibt dies hier in Deutschland genauso – nur perfider.

    Wer frei von Sünde werfe den ersten Stein…

  2. Gute Parteitage sind digital. Da kann jeder Bürger per Tablett von zu Hause konstruktiv und legal mitmachen.

    Dafür braucht man keine Presse. Har har har.

    Und man sät den Keim des Zweifels. ICH habe das dritte TV-Gespräch Trump vs. Hillary gesehen. Die Presse bejubelte es, obwohl es auch offensichtliche Fehler bei Hillary gab. Damit ist klar, das die Presse einseitig berichtet.

    Manche Kandidaten bei DSDS oder Superstar wären dort vielleicht auch besser nicht aufgetreten. Es reicht also ein Transcript. Ericcson hat solche Techniken bei BigBrotherUK-House für die Untertitel benutzt und die GEZ sollte das für alle Talkshows und Life-Shows sofort einführen (sobald es gut genug Deutsch kann). Die Latenz von 5-10(?) Sekunden nervte ein wenig. Die Qualität war aber sehr gut. Man kann ja Cortana, Siri, Echo, Alexa, googleSpeech,… gleichzeitig nutzen und wo die Worte sich unterscheiden muss man mit der Hand entscheiden und der Sprecher kann es auf dem Tablett selber sehen und Fehler korrigieren.

    Digital macht schneller besser stärker und man muss bald in Berlin nie wieder Parkplatz suchen dank Smart-Cars. Leider nutzt keine Partei das Internet um sich Wahlplakat-Vorschläge, bessere Argumentations-Ketten und gute Ideen zur Verbesserung geben zu lassen. Schon beim Verbraucherschutz könnte die AfD per Digital die Abgeordneten vor sich her schieben und zur Verbesserung fürs Volk bringen.
    Beweis meiner Idee:
    Warum haben die Linke oder AfD oder Spiegel oder Stern nicht gleich bei der ersten Verlesung im Bundestag davor gewarnt, das möblierte Mietmafia von der Mietpreisbindung nicht betroffen ist ? Dann hätte man das Gesetz nachbessern müssen oder ein schlauer Bundesrat hätte es gar nicht erst beschlossen…
    Dann hätte man als AfD oder Linke als die „wahren Macher“ im Licht gestanden. Oder ist Verbraucherschutz unwichtig ? oder die (für viele teurer als nötig) kommende Umstellung auf DVB-T2 ? Man merkt, das viele Politiker vermutlich Premiere/Sky-Abos haben und sich jahrelange Verträge locker leisten können.

    Und es gab früher kein RTL, kein n-tv, N24 aber auch z.b. keine Lokal-Radios. Die Medien-Vielfalt wird größer. von Fußball-Spielen wird teilweise per Radio berichtet ! Das könnte die AfD vielleicht auch machen. Wer Formel-1 schaut weiss, worauf zu achten ist.
    Man könnte auch befehlen, das alles als Transcript auf ewig verfügbar sein muss und man (klar erkennbare) Korrekturen und Ergänzungen oder Verweise aufs Parteiprogramm machen darf.
    Damit wäre man besser als die Establishment-Parteien und Lobbyisten-Hinterzimmer-Darkrooms.
    Sowas kann ein Wahlverstärker sein. Wie man am Zeitungs-Preis-Vorschlag erkannte, ist die Zielgruppe aber vom Erstwähler mit Twitter bis zum Rentner mit Analog-TV(Kabel-TV) und ohne jegliches Internet und vielleicht mit Lokal-Zeitungs-Abo. Die Zielgruppen-Vielfalt wird also mehr. Wie bei den Autos wo es inzwischen Hybrid und bald auch reine Elektro-Autos geben wird und die Schrott-Ersatzteil-Händler und freie Werkstätten jedes Jahr dazulernen müssen.

  3. Die Presse und die AfD haben da einen Wettbewerb laufen, oder? Wer gewinnt den Peinlichkeitspreis? Die AfD wird vom Presseball ausgeladen, und die AfD wiederum lädt die Presse von ihrem Parteitag aus. Beides gleichermaßen ein Unding. Beides unwürdig und beides ein deutliches Indiz für die Verkommenheit der politischen (Streit)Kultur in diesem Land.

    Dass die Presse sich mit solchen Entscheidungen wieder einmal als Teil des Establishments positioniert, wird allerdings – wie in den USA – zu einem weiteren Verlust an Glaubwürdigkeit führen. Was glaubt Herrn Mayntz eigentlich, damit an Positivem zu bewirken?

    Die Botschaft: Das Establishment bleibt unter sich. Herr van Kampen darf auf dem Presseball vermutlich wieder ein Liedchen anstimmen, und vielleicht darf der Cheerleader des ZDF dann sogar mit seinem Quarterback Merkel ein Tänzchen wagen. Wem’s gefällt. Der Demokratie dient’s nicht, aber wen kümmert das schon, wenn der Kongress tanzt.

  4. Bei dem typischen Schweinejournalismus der üblichen Qualtätsjournalie ist das doch kein Wunder. Soll sie doch ganz objektiv weiter gegen Trump hetzen, Putin gibt’s auch noch, die Briten, Ungarn, Polen, Griechen, Franzosen, Holländer, Australier, etc.

  5. „vorgebildete Informationen“ – genau das ist meiner Ansicht nach das Geschäft vieler Journalisten. Da sollte der Chef des Verbandes sich mal nicht so haben. Das kennt er doch gut. Als verhinderte Politiker, die aber keine Verantwortung in der Politik übernehmen möchte, besorgen viele Journalisten das Geschäft von Linkspopulisten und Lobbyisten und …? Richtig, ihren Chefs, den Verlegern!
    „Ist’s genehm so“, fragen sie kniefällig, „gefällt es es ihnen Massa?“ Darfs noch mehr Anbiederung und eugung sein? Ja natürlich, einer geht immer noch. Merkel und Steinmeier freuen sich von Herrrrzen.

    Es gibt also nach Herrn Maier „kritischen Journalismus“? Wo bitte gibt’s den? Vielleicht in der „Jungen Freiheit“, in „Compact“ und im Netz. Das mag sein.

    Die System-Medien prügeln ohne Sinn und Verstand auf die AfD ein, und wundern sich dann, wenn sie draußen bleiben müssen.
    Oh, dann müssen wir alle weinen, um Solidarität mit den gedemütigten Und geschundenen Lohnschreibern zu zeigen.
    Wie einst Nero, der ganz ergriffen vom schrecklichen Brand in Rom, ein Tränchen in die Tränenvase rinnen ließ (toller Film mit Peter Ustinov, nicht wahr).

  6. Wundert euch das? Die Berichterstattung ist meistens nicht gerade objektiv. Dazu sind die AfD-Mitglieder vom Presseball ausgeschlossen worden. Und ihr spielt nun die beleidigte Leberwurst!

  7. Der djv sollte die AfD wegen des Medien-Ausschlusses nicht kritisieren, sondern diese Fakten einfach zum Nennwert nehmen – also nichts berichten, gar nichts über die AfD, auch nicht twittern, Facebook etc.

    1. Abba abbba dann gibts ja garkeine „ironische Berichterstattung“ von Bild, heuteshow, extra3, übermedien, taz usw

      Watt soll die Leude denn dann machen ?!?!?!

      Da muss der Pietro seiner Ollen aber noch mächtig was vorn Latz knallen

      Da ist bloss der Trump dran schuld … und der Iwan!!

    2. Genau, wenn du meinen Sandkuchen kaputt haust, dann hau‘ ich deinen auch kaputt. Siehste wohl!

      Und nur zur Info: Der DJV berichtet sowieso nichts über die AfD, sondern ist nur einer von vielen Verbänden, in denen Journalisten sich zusammenschließen können. Der DJV übt auch keine spirituelle Aufsicht über die Journalisten aus. Er kann nicht den Mitgliedern vorschreiben, ob oder was oder wie sie über etwas zu schreiben haben. Diese Form der Gleichschaltung gibt es nicht in Deutschland.

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*