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Facebooks Fake-News-Problem und der halbherzige Kampf gegen die Nachrichten-Fälscher

Facebook-Boss Mark Zuckerberg hat im Jahr 2018 viele Baustellen in seinem sozialen Netzwerk zu bearbeiten
Facebook-Boss Mark Zuckerberg hat im Jahr 2018 viele Baustellen in seinem sozialen Netzwerk zu bearbeiten

Facebook hat ein Fake-News-Problem. Das ist schon länger so, nach dem Trump-Sieg und Mark Zuckerbergs vehementem Abstreiten jeder Verantwortung, tobt mittlerweile die Debatte, ob das Social Network nicht doch wie ein Medienunternehmen zu behandeln sei. Passend dazu kommt nun raus: Facebook verfügt längst über ein Tool, um Fake-News zu enttarnen, setzte es aber aus Angst vor Kritik nicht ein.

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Nach dem Wahlsieg von Donald Trump gehen viele Medien noch immer der Frage nach, wie es passieren konnte, dass sich der Milliardär gegen Hillary Clinton durchsetzte. Das Trump-Team geht davon aus, dass man die entscheidenden Stimmen mit Hilfe von Facebook holen konnte.

Offenbar gelang es den konservativen Politik-Strategen sehr gut, mit passgenauen Postings und Werbung die für sie richtigen Menschen zu erreichen. Dabei profitierten die republikanischen Wahlkämpfer von den FB-eigenen Netzwerkeffekten, dass Facebook in der Auswahl der Nachrichten, die einem Nutzer gezeigt werden, immer jene bevorzugt, die mehr Engagement bringen. Wenn man nun davon ausgeht, dass die News häufiger geteilt werden, denen eine Person inhaltlich zustimmt, hat das zur Folge, dass die US-Company automatisch jedem Nutzer immer häufiger die Nachrichten ausspielt, die dessen eigenen Ansichten entsprechen. Die Berichte, die nicht in das jeweilige Weltbild passen, verschwinden dagegen aus den jeweiligen Newsstreams.

Beeindruckend führt diesen Effekt gerade das Wall Street Journal vor, indem die Redaktion einfach den Newsstream eines Demokraten mit dem eines Republikaners verglich.

Einer ähnlichen Logik folgen Fake-News, die mit unterhaltsamen Lügen oder emotionalen Halbwahrheiten arbeiten. Diese Form von Nachrichten sind oft höchst viral, verbreiten sich schnell und fangen teilweise sogar an, ein Eigenleben als vermeintlich echte Nachrichten zu führen.

Seit Monaten wird bereits über das Problem der Fake-News bei Facebook debattiert. Dabei könnten die US-Amerikaner längst etwas gegen die Hoax-Postings unternommen haben. Wie Gizmodo berichtet, entwickelten die Techniker des Netzwerkes bereits von einiger Zeit einen entsprechenden Detektor, der die falschen Nachrichten aufspüren könnte. Allerdings habe sich das Management des Web-Riesen gegen den Einsatz des Tools entschieden, weil man Angst vor massiver Kritik, vor allem aus konservativen Kreisen gehabt hätte.

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Noch immer leiden die FB-Chefs offenbar unter dem Eindruck der massiven Kritik, die Berichte im Frühjahr ausgelöst hatten, dass die Mitarbeiter im Trending-Topic-Team von Facebook konservative Nachrichten benachteiligen würden.

Zudem streitet Mark Zuckerberg ab, dass es überhaupt ein Problem mit Fake-News gib. So sagt der CEO in seinem wortreichen Verteidigungs-Posting nach der Präsidenten-Wahl unter anderem, dass nur eine sehr kleine Zahl aller Nachrichten Fakes oder Hoaxes seien. Mehr als 99 Prozent aller Inhalte, die Menschen sehen, seien authentisch.

Diese Einschätzung teilen jedoch nicht alle Mitarbeiter des Konzern. Wie Buzzfeed berichtet, gibt es eine Gruppe von Facebook-Mitarbeitern, die sich vorgenommen hat genau zu Untersuchen, welche Rolle Facebook und Fake-News im Wahlkampf gespielt haben. „Das ist keine verrückte Idee. Es ist eher verrückt von ihm (Zuckerberg), diese Entwicklung einfach so abzutun. Wir als Mitarbeiter wissen, dass falsche Nachrichten sich während des Wahlkampfs wie wild auf Facebook verbreitet haben“, zitiert Buzzfeed eines der Mitglieder der Arbeitsgruppe. Die Vorgesetzten sollen von der Initiative der Mitarbeiter wenig begeistert sein.

Während das weltgrößte Social-Network sich mit dem Thema inhaltlich noch rumquält, gegen die US-Amerikaner an anderer Stelle nun doch konsequenter gegen die Nachrichten-Fälscher vor. Wenige Stunden nach einer Ankündigung von Google, zog nun auch Facebook nach und will Fake-News-Betreiber die Zugänge zum Werbenetzwerk sperren. Damit könnten Hoax-Produzenten weder via Audience Network noch über das Google AdSense-Programm Vermarktungseinnahmen erzielen.

Findige Programmiere haben das Problem zudem jetzt auf ihre Weise gelöst. Eine Gruppe von Studenten programmierte innerhalb von 36 Stunden eine Erweiterung für den Chrome-Browser, die einfach Fake-News erkennen und aussperren kann.

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Alle Kommentare

  1. Die linksalternative Lückenpresse ist erbost. Facebook wars…. mal wieder.
    Jetzt doch wieder Zensur. Der arme Zuckerberg. Er kann den irren Linken dieser Welt auch gar nicht Recht machen.

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