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Sozialplan beim Spiegel steht: Gekündigte erhalten 1,3 Monatsgehälter pro Jahr im Verlag

Spiegel-Geschäftsführer Thomas Hass: strategisches Vermarktungsbündnis mit Gruner + Jahr und RTL
Spiegel-Geschäftsführer Thomas Hass: strategisches Vermarktungsbündnis mit Gruner + Jahr und RTL

Der geplante Stellenabbau beim Spiegel-Verlag geht in die Endrunde. Der Betriebsrat hat sich mit der Geschäftsführung auf einen Sozialplan geeinigt. Dies wurde heute auf einer Betriebsversammlung verkündet, die rege besucht wurde. Von wie vielen Mitarbeitern sich der Verlag trennen will, ist unklar – nach MEEDIA-Informationen sollen 35 Angestellte eine betriebsbedingte Kündigung erhalten.

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Eine Verlagssprecherin wollte sich auf MEEDIA-Anfrage zur Zahl der Betroffenen nicht äußern. Fakt ist jedoch, dass der geplante Stellenabbau beim Spiegel in die Endphase geht. Die Geschäftsführung unter Leitung von Thomas Hass hat sich inzwischen mit dem Betriebsrat auf einen Sozialplan geeinigt. Er sieht konkrete Leistungen für Mitarbeiter vor, die aus dem Verlag ausscheiden. Anfang nächster Woche sollen offenbar weitere Einzelheiten zu dem Personalabbau bekannt gegeben werden.

Denn noch ist unklar, wie viele Stellen und damit verbundene Arbeitsplätze das Haus noch streichen will. Im Gespräch sind 35 Mitarbeiter. Dies erfuhr MEEDIA aus Verlagskreisen. Das Unternehmen hatte sich eine Schlankheitskur verordnet, um Kosten zu senken und dabei auch betriebsbedingte Kündigungen nicht ausgeschlossen. Zur Erinnerung: Der Spiegel-Verlag hatte Mitte 2015 eine „Agenda 2018“ angekündigt, mit der das Hamburger Nachrichtenmagazin sinkenden Umsätzen und Werbeerlösen entgegentreten und neue Leser gewinnen will.

Das Sparprogramm sah vor, dass im Verlag 149 Stellen dem Rotstift zum Opfer fallen. Davon betroffen waren rund 35 Vollzeitstellen in der Redaktion, 14 in der Dokumentation und 100 im Verlag. Bereits mehr als 110 Arbeitnehmer sind inzwischen freiwillig ausgeschieden – und haben dafür eine Abfindung angenommen.

MEEDIA dokumentiert die gemeinsame Erklärung von Geschäftsleitung und Betriebsrat im Wortlaut:

„Der Betriebsrat und die Geschäftsleitung haben den Sozialplan der Agenda 2018 unterzeichnet. Der Sozialplan gewährt den Mitarbeitern, die aufgrund der Maßnahmen ihren Arbeitsplatz verlieren oder gegen einen anderen eintauschen, Leistungen zur Milderung der wirtschaftlichen Nachteile und Angebote zur Weiterqualifizierung. Wir freuen uns, dass wir nun doch ohne externen Schlichter zu einer Einigung gelangt sind.

Vorausgegangen waren Vereinbarungen zum Vorruhestand für ältere Beschäftigte und zur befristeten Teilzeit, sowie die Stellenbörse. Wir sind uns einig, dass es gelungen ist, mit diesen und den Leistungen des Sozialplans das gemeinsam gegebene Versprechen eines SPIEGEL-Wegs für die Kolleginnen und Kollegen einzulösen.

Die wesentlichen Eckdaten des neuen Sozialplans sind:

• Abfindung im Fall der gütlichen Einigung, also ohne Kündigungsschutzklage: 1.3 Bruttomonatsgehälter pro Jahr der Betriebszugehörigkeit (0,9 Sozialplan, 0,4 Zuschlag). Obergrenzen für die Abfindung bei hohen Gehältern und langen Betriebszugehörigkeiten.

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• Sockel bei höheren Betriebszugehörigkeiten: ab 3 Jahre 10.000 Euro (bei Vollzeit, im Einigungsfall), ab 15 Jahren stattdessen 20.000 Euro brutto.

• Zuschlag pro Kind 4.000 Euro brutto, für Alleinerziehende erhöht auf 7.000 Euro. Zuschlag für schwerbehinderte Mitarbeiter bis zu 10.000 Euro brutto abhängig vom Grad der Behinderung (bei Vollzeit).

• Ausgedehnte Maßnahmen zur Qualifizierung von Betroffenen:
– Orientierungsangebot des Outplacement-Anbieters inplace Transfer GmbH, bevor der Mitarbeiter sich entscheiden muss
– Während der Freistellung: bis zu 2.500 Euro zzgl. Förderung der Arbeitsagentur: Coaching und Qualifizierung durch inplace Transfer GmbH
-Transfergesellschaft (inplace Transfer GmbH), bis zu 12 Monate Laufzeit, Aufstockung auf 83 Prozent des pauschalierten Nettoentgelts

• Sonderfonds für besondere soziale Härten in Höhe von 100.000 Euro“

Für Teilzeitmitarbeiter wird die Arbeitszeit in einem 10-Jahreschnitt betrachtet, in dem Elternzeiten keine Berücksichtigung finden.

In der Stellenbörse konnten 15 Mitarbeiter intern vermittelt werden, die von Kündigung bedroht waren. Für sie regelt der Sozialplan Teilabfindungen, falls sich die Arbeitsbedingungen beim Wechsel verschlechtern. Entsprechende Regelungen gelten auch für Beschäftigte, bei denen eine Vermittlung im Konzern in der Zukunft vielleicht noch gelingen wird.

Für Beratungen zum Sozialplan oder zu konkreten Abfindungen stehen die Referenten der Personalabteilung zur Verfügung.

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Alle Kommentare

  1. Völlig überraschend bleibt diese Propaganda spätestens seit der „Stoppt Putin jetzt“ wie Blei in den Regalen liegen. Die Trump-Wahl hat gezeigt, dass inzwischen jeder halbwegs erfolgreiche Youtube-Kanal mehr Einfluss auf die Bevölkerung hat als die ganzen Papier-Bedrucker zusammen. Dieser Untergang ist hochverdient und wird sich bald bis hin zur Panik beschleunigen. Wunderbar 🙂

  2. Wenn man das Cover des aktuellen Spiegels sieht, kann bereits der nächste Sozialplan erstellt werden.

    1. Und wenn man die Inhalte liest bekommt man den Wunsch sein Spiegel Abo zu kündigen.
      Klar kann man nicht erwarten das die Analysen des Spiegels nach der Wahl genauer sind als die Nachrichten davor.

      Aber eine ganze Ausgabe in der sich alte weisse Männer die sich für besonders schlau halten über dumme weisse Männer in Amerika ablästern ?
      Garniert mit einer Freakshow dummer weisser Männer aus Deutschland (inklusive eine Orginal Stuttgarter Wutbürger) ?
      Das hat mit Journalismus weng zu tun, dafür gibt es eine 62 seitige Sonderbeilage über das schöne Baden Württemberg.
      Aber was solls, das ehemalige Nachrichtenmagazin ist schon längst zum Boulevardblatt verkommen, und da zieht nun mal die geilste Schlagzeile und der krasseste Inhalt.

  3. wenn man nur scheisse schreibt und Dreckspropaganda betreibt kann es nicht tief genug in den Keller gehen….der Niedergang der Lügenpresse ist erst am Anfang.

  4. Mich würde interessieren, ob sich die Geschäftsführung auch mal für die Ursachen des Leserschwundes interessiert.
    Vermutlich ist sind die Schuldigen bereits ausgemacht:
    einer residiert im Kreml und der andere bald im Weißen Haus.

  5. „meedia” könnte sich durchaus um zwei, drei Informanten aus dem Haus bemühen, anstatt nur Pressemitteilungen widerzukäuen. Das wäre eine Methode, die als sog. Recherche nicht ganz unbekannt ist. Denn es bleiben ja Fragen.

    Während meine schäumenden Vorredner pauschal gegen die Redaktion teufeln (und deren aktuelle Hefte offenbar kaum kennen, schon gar nicht die sehr guten Spiegel special, insbesondere die mit den Geschichtsthemen) und allen Spiegel-Leuten hämisch die Pest an den Hals wünschen, ist doch festzuhalten, dass die meisten Abgängigen ganz normale Tarifangestellte im Verlag sind und mit journalistischen Inhalten nichts zu tun haben.

    Wer aber sind denn nun die RedakteurInnen, die da gehen oder müssen? In welchen Ressorts wird ausgedünnt? Das lässt sich schon erfragen. Und, was mich besonders interessieren würde: Machen die Topverdiener irgendwelche Abstriche bei ihren Gehältern? Retten sie Arbeitsplätze von Kollegen? Verzichten die Fleischhauers und Schnibbens und Wellershoffs auf Kohle? Geben gar die im Zweifel linken Augstein-Erben irgend etwas von ihren leistungslos erworbenen Millionen zurück, als Solidarbeitrag?

    1. Im meedia-Nachtrag vom 14.11. steht, dass es sich bei den 35 Stellen ausschließlich um Verlagsmitarbeiter handelt, nicht um RedakteurInnen.

  6. stuss und heisse luft?
    die haben scheisse produziert,und jeder sozialplan für solche demagogen ist einfach viel zu schade für die, unverdient sag ich

  7. Jetzt müssen halt die Verbliebenen doppelt so viel hetzen und geifern um ihr Soll zu erreichen. Wenn die Gekündigten die Abfindung verprasst haben können sie doch in der U-Bahn Obdachlosenzeitungen verkaufen. Die haben wenigstens einen höheren Wahrheitsgehalt und sozialen Anspruch.

  8. Und mit stummem Trauerblick
    Kehrt er i Verlag zurück.
    Dieses war der erste Streich,
    Doch der zweite folgt sogleich.

    😊😊😊

  9. Hängt das etwa am Leserschwund und den, immer geringer werdenden, Auflagen ? Diesen linken Stürmer, – äh, Entschuldigung, – dieses Sturmgeschütz der linken Demokratie lese ich nicht mal als Auslage beim Hausarzt ! Dann doch lieber den „Gartenfreund“ oder die Apothekenrundschau.

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