VG Wort fordert von Verlagen 100 Millionen Euro zurück

Die Verwertungsgesellschaft (VG) Wort fordert von Verlagen insgesamt rund 100 Millionen Euro.
Die Verwertungsgesellschaft (VG) Wort fordert von Verlagen insgesamt rund 100 Millionen Euro.

Der Bundesgerichtshof entschied im April, dass Verlage kein Geld mehr von der VG Wort für Urheberrechte bekommen dürfen. Das bekommen nun zahlreiche Verlage hart zu spüren - und bangen sogar um ihre Existenz: Die Verwertungsgesellschaft (VG) Wort fordert von deutschen Verlagen insgesamt rund 100 Millionen Euro zurück.

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Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs vom April fordert die Verwertungsgesellschaft (VG) Wort von deutschen Verlagen insgesamt rund 100 Millionen Euro zurück. Das teilte das geschäftsführende Vorstandsmitglied Robert Staats am Mittwoch auf dpa-Anfrage mit. Betroffen seien rund 4200 Verlage. Die VG Wort sei durch die BGH-Entscheidung verpflichtet, die Rückforderungen für 2012 bis 2015 geltend zu machen.

Der Bundesgerichtshof hatte im April entschieden, dass die Verlage nicht mehr an den Millionen-Einnahmen der VG Wort aus Urheberrechten beteiligt werden dürfen. Bisher wurden die – etwa von Copyshops und Bibliotheken erhobenen – Gelder zwischen Autoren und Verlagen aufgeteilt.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) sieht vor allem kleine Verlage durch die Rückforderungen in Gefahr. „Mich erreichen alarmierende Berichte aus der Branche, dass trotz des guten Willens der Beteiligten auch Insolvenzen nicht auszuschließen sind“, erklärte sie.

Nach Angaben des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels sind 20 bis 25 Prozent der Verlage akut existenzgefährdet. Die Rückforderungen betrügen zwischen 20 und 200 Prozent des durchschnittlichen Jahresgewinns, rechnete der Dachverband vor. Grütters appellierte an den Bundestag, kurzfristig für Härtefälle finanzielle Unterstützung zu schaffen. Zudem sei eine gesetzliche Lösung nötig.

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