Anzeige

Die US-Wahl elektrisiert die Deutschen: 5 Millionen Suchanfragen bei Google, Millionen Wikipedia-Abrufe, Social-Media-Rekorde

Donald-Trump-google-facebook-twitter-wikipedia.jpg

Die US-Wahl mit dem sensationellen Sieg von Donald Trump hat die Deutschen unglaublich interessiert. Google verzeichnete allein aus Deutschland am Wahltag über 5 Millionen Suchanfragen zum Thema, die Social-Media-Charts werden von Artikeln zur US-Wahl dominiert und in der deutschsprachigen Wikipedia sorgten der Donald-Trump-Eintrag - und die seiner Familie - für über eine Million Abrufe.

Anzeige
Anzeige

Es sind gigantische Zahlen, die es in dieser Form extrem selten gibt. Über 5 Millionen Suchanfragen zum Thema US-Wahl nennt Google Trends für den Wahltag allein aus Deutschland. Zum Vergleich: Laut Google Trends gab es in den vergangenen zwei Monaten kein Ereignis, das an einem einzigen Tag auch nur annähernd an solche Zahlen heran kam. Der Tag der Deutschen Einheit mit Feierlichkeiten, Protesten, etc. kam auf zwei Millionen Suchanfragen, der Tod von Tamme Hanken z.B. auf eine Million.

Selbst Ereignisse, die in den vergangenen Jahren für extreme Aufmerksamkeit in Deutschland gesorgt hatten, erreichten keine fünf Millionen Suchanfragen: der Ski-Unfall von Michael Schumacher z.B. kam damals am Tag des Geschehens laut Google Trends auch auf mehr als zwei Millionen, aber nicht auf mehr als fünf Millionen Anfragen.

Was die Deutschen an der Wahl genau interessiert hat, zeigt u.a. ein Blick auf die Wikipedia-Daten. Dort besuchten am Mittwoch über eine Million Menschen die deutschsprachige Wikipedia-Seite von Donald Trump. Auch das ist eine Zahl mit Seltenheitswert. Eine große Zahl von Leuten informierte sich also offenbar über den Mann, der nun US-Präsident wird. Interessant: Auch seine Familie sorgte für Aufmerksamkeit: Seine Frau Melania Trump war am Mittwoch die deutschsprachige Wikipedia-Seite mit den drittmeisten Abrufen, Tochter Ivanka Trump folgt auf Platz 8, Ex-Frau Ivana Trump auf 9. Dazwischen platzierten sich allgemeine Seiten zur Wahl und zum Präsidenten-Amt, Hillary Clinton liegt mit rund 60.000 Abrufen auf Platz 6. Die ersten 30 Plätze der Wikipedia-Statistik haben fast alle mit der US-Wahl zu tun, einzig ein paar allgemeine Seiten wie die zum Tag 9. November haben es dazwischen geschafft.

Ähnlich dominant war das Thema in den sozialen Netzwerken. In den Social-Media-Charts von 10000 Flies, in denen Likes und Shares bei Facebook, Twitter und Google+ für Artikel von publizistischen Websites ausgewiesen werden, finden sich auf den ersten 21 Plätzen der Artikel vom Mittwoch ausschließlich Texte zur US-Wahl. Nie zuvor hat ein Thema die 10000-Flies-Tages-Charts so dominiert. Auch keine dramatischen Ereignisse wie Terror-Anschläge.

Platz 1 hat sich dabei mit mehr als 34.000 Likes und Shares der Süddeutsche-Artikel „Amerikaner googeln ‚Auswandern nach Kanada‘“ gesichert. Allerdings könnte im Laufe des Donnerstags noch Der Postillon vorbei ziehen: Das Satire-Blog holte sich ebenfalls mehr als 30.000 Likes und Shares mit „So ein Ärger! Obama hat über Nacht sämtliche Atomcodes verloren„. Weitere Aspekte, die die Menschen bewegt haben und dabei fünfstellige Like- und Share-Zahlen erreicht haben, sind ein Deutschlandfunk-Interview mit Gregor Gysi zum Wahl-Ausgang, Steinmeiers Nicht-Gratulation bei n-tv und Putins Gratulation bei Focus Online. Auch das gehört zur Wahrheit in den sozialen Netzwerken: Das Hetz-Magazin Compact sammelte mit „Trump wird Präsident – Lügenpresse hat fertig“ 14.000 Likes und Shares ein, belegt damit derzeit Platz 7 der Mittwochs-Charts.

Abseits der Medien sorgten auch eine Reihe von deutschen Prominenten mit ihren Posts bei Facebook für gigantische Zahlen. So sammelte Helge Schneider bereits mehr als 240.000 Likes, Shares und Kommentare mit seinem Beitrag ein:

Anzeige

Comedian Luke Mockridge kam mit seinem schlichten Witzchen schon auf über 160.000 Interaktionen:

Bei den Politikern setzte sich Sahra Wagenknecht an die Spitze – mit mehr als 45.000 Likes, Shares und Kommentaren:

Offenlegung: Ich, MEEDIA-Autor Jens Schröder, bin Mitbetreiber von 10000 Flies.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Alle Kommentare

  1. Medien und Establishment erzeugen die Hysterie nicht „die Deutschen“ -eine falsche Pauschalierung, die nicht für Medienqualität spricht.
    Dafür gibt es viele Gründe. Primär scheint das „Entsetzen“ durch die Erkenntnis geprägt, dass Medien und Establishment in einem Elfentbeinturm zuhause waren und sind. Man war sich sicher, mit Meinungsmacht und Deutungshoheit werden Sachstände so gesteuert und geregelt, wie man es für richtig hält.
    Die Meinungsbildung in der Zivilgesellschaft. -weltweit gesehen- ist fortgeschrittener und klüger. Medien und Politik haben kein Volk mehr, die Bürger sind längst enteilt.

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*