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US-Wahlnacht im Tacho-Ticker: Warum die Live-Prognosen der New York Times das Netz getäuscht haben

Nur bedingt ausschlaggebend: Das Live-Prognose-Tool der New York Times zur US-Wahlnacht.
Nur bedingt ausschlaggebend: Das Live-Prognose-Tool der New York Times zur US-Wahlnacht.

Sekundengenaue Prognosen zur US-Wahl, ein nervöses Zittern – nicht nur der Tachonadeln, sondern auch der Nutzer: Der "Live Presidential Forecast", das Live-Prognose-Tool der New York Times, hat viele in der langen Wahlnacht in seinen Bann gezogen. Kaum ein Motiv wurde in den sozialen Netzwerken häufiger geteilt. Dabei handelte es sich hier keineswegs um Live-Werte. Sondern um einen programmierten Effekt.

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Den Social-Media-Reaktionen zu urteilen, hat der „Live Presidential Forecast“ der New York Times fast mehr Menschen in den Bann gezogen als die US-Wahlnacht selbst. „Addicting“ attestierten zahlreiche Live-Zuschauer, die an den zitternden Tachonadeln des Live-Prognose-Tools klebten – immerhin zeigten sie quasi in Echtzeit, wie sich die Siegchancen der Präsidentschaftskandidaten Hillary Clinton und Donald Trump entwickelten. Wie sich herausstellt: nur ein Effekt.

Denn das nervöse Zittern der Tachonadeln ist ein, buchstäblich, programmierter Kunstgriff. Wie die US-Seite Quartz berichtet, basierte der Anschlag im Sekundentakt nicht ausschließlich auf realen Erhebungen – sondern teilweise auf Vorhersagen, die obendrein nur alle 30 Sekunden aktualisiert werden. Das zeige auch ein Blick in den Programmiercode.

Kurz darauf erklärte Jeremy Bowers bei Twitter, Journalist und Entwickler bei der New York Times, dass das Zittern der Nadeln die Fehlerquote der Vorhersagen widerspiegelt – irgendwo zwischen 25 und 75 Prozent des erwarteten Ergebnisses.

So sehr das vermeintlich clevere Tool von der New York Times auch gefeiert wurde – genau war es nicht: Zahlen konnten schnell missinterpretiert, nicht existierende Trends entdeckt werden. Aber wer hätte schon Donald Trump als 45. US-Präsidenten vorhersagen können?

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Alle Kommentare

  1. Glückwunsch, liebe amerikanischen Freunde! Ihr habt nicht den selben Fehler gemacht, wie wir Deutschen Anfang der Dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts: Eine kriegslüsterne charakterlose Gestalt, die die ganze Welt in einen Kriegsherd verwandelt, als Staatschef zu wählen …

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