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„Der Machtkampf muss beendet werden“: Aktionärsvereinigung DSW mischt sich in Streit bei Constantin Medien ein

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Auf der Hauptversammlung des Münchener Constantin Medien AG am Mittwoch nächster Woche droht ein Eklat. Denn zwei verfeindete Aktionärsgruppen liefern sich seit Monaten einen filmreifen Streit um die Macht. Jetzt hat sich die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) im Vorfeld der Aktionärsversammlung zu Wort gemeldet - und dies mit einer klaren Botschaft.

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Es geht bei der Constantin Medien AG zu wie bei „Dallas“ oder „Denver“. Zwei verfeindete Gruppen stehen sich seit Monaten unversöhnlich gegenüber und wollen partout ihre eigenen Interessen umsetzen. Da steht auf der einen Seite Constantin-Anteilseigner Dieter Hahn, lange Jahre die rechte Hand des inzwischen verstorbenen Medienmoguls Leo Kirch. Zusammen mit dem Constantin Medien-Vorstandschef Fred Kogel, ehemals ZDF- und Sat 1-Manager, will er das Münchener Unternehmen auf Sport und das Eventmarketing konzentrieren. Die Constantin Film AG, die bekannte Kino-Streifen wie „Der Name der Rose“ oder „Der Schuh des Manitu“ produzierte, soll hingegen abgestoßen werden. Und dies zu einem satten Betrag von möglicherweise 200 Millionen Euro.

Gegen diese Pläne wehrt sich eine andere Aktionärsgruppe um den ehemaligen Constantin-Chef Bernhard Burgener. Sie will einen Verkauf der lukrativen Filmsparte auf jeden Fall verhindern. Zum Zoff hierüber kam es bereits im Juli auf einer Aktionärsversammlung. Die Hauptversammlung endete im Eklat und musste ergebnislos abgebrochen werden. Am Mittwoch kommender Woche wollen nun die beiden verfeindeten Anteilsgruppen einen neuen Anlauf wagen.

Jetzt hat sich im Vorfeld der Hauptversammlung Rechtsanwalt Nikolaus F.X. Lutje zu Wort gemeldet, der als Vertreter der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) die Interessen der Kleinaktionäre vertritt. Gegenüber MEEDIA äußert er eine klare Botschaft an die zerstrittenen Parteien: „Dieser Machtkampf muss beendet werden. Es muss eine Entscheidung gefällt werden. Es muss Ruhe einkehren. Alle Aktionäre müssen gemeinsam an einem Strang ziehen“, erklärt der DSW-Vertreter. Denn diese Gefechte würden dem Unternehmen und damit den Aktionären schaden. Lutje: „Im Moment erscheint die Constantin führungslos. Die einzige Beschäftigung liegt darin, dass die Großaktionäre sich gegenseitig beschießen.“

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In der Tat leiden vor allem die Kleinaktionäre unter dem Zwist der Großaktionäre. Die Börsennotierung kennt seit Monaten nur eine Richtung: steil bergab. Mitte Juli bewegte sich der Aktienkurs noch bei 2,80 Euro, inzwischen ist er auf 2,00 Euro gesunken. Ein Verkauf der Constantin Film AG könnte zwar kurzfristig den Kurs beflügeln. So stünden diverse Interessenten aus China sowie Filmfirmen aus den USA bereit, um sich das Asset einzuverleiben. Langfristig jedoch dürfte sich eine Veräußerung der Filmsparte für das Unternehmen kaum lohnen, meinen Kritiker. Auch das Image von Constantin Medien könnte unter dem Millionendeal leiden, da die Firma hierdurch ihre Wurzeln verliert.

In Aktionärskreisen geht man davon aus, dass ein Ende des Streits auf der Hauptversammlung nächste Woche nicht zu erwarten ist. Es kann noch lange dauern, bis der Zwist beigelegt ist, meinen Insider – das haben eben Serien wie Dallas so an sich.

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