Sex, Einsamkeit und Renate Künasts Hasser: die Blendle-Bestseller der Woche

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"Einfach machen!": die Nummer 1 der Blendle-Charts aus der Zeit

Die Zeit, Lieblingsmedium der Blendle-Nutzer hat wieder einmal den ersten Platz in den wöchentliuchen Verkaufs-Charts erobert. Gelungen ist das mit dem Philosophen Wilhelm Schmid und seinen Tipps zum besseren Sexleben. Auf den weiteren Plätzen folgen der Tagesspiegel mit bewegenden Zeilen über einen einsamen Mann in Berlin - und Renate Künasts Besuche bei Menschen, die sie auf Facebook beschimpft haben.

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„Einfach machen“ ist der Ratschlag, den Philosoph Wilhelm Schmid Menschen mit Sex-Problemen mitgibt. Hätte man zwar auch selbst drauf kommen können, doch Schmid formuliert es natürlich etwas ausführlicher und so fanden es genügend Leute lesenswert, um dem Text den ersten Platz der Blendle-Verkaufs-Charts zu bescheren. Laut Blendle hat dazu auch der neue „Blendle fürs Leben“-Newsletter beigetragen, der am Montagnachmittag verschickt wird und dem Zeit-Artikel gute Verkäufe beschert hat. Wie viele – das weiß wie immer nur Blendle und der Verlag selbst.

Platz 2 geht an eine sehr bewegende Reportage aus dem Tagesspiegel: Lena Niethammer schreibt über einen 45 Jahre alten einsamen Mann aus Berlin, der sich im vergangenen Jahr das Leben nahm. Nach dem Lesen der 4.484 Wörter wird wohl jeder über sich, sein Leben und die Gesellschaft nachdenken. Lesenswert ist auch die Spiegel-Reportage über Renate Künast, die Menschen besucht, die sie auf Facebook beschimpft haben. Ein Text, indem man viel über die aktuelle Stimmung im Land erfährt.

Tagesspiegel und Zeit schafften es noch ein zweites Mal in die Top Ten, Der Tagesspiegel mit der Reportage über libanesische Clans, die in der vergangenen Woche schon den zweiten Platz erreicht hatte. Diesmal langt es für Rang 4.

Die Blendle-Top-Ten der meistverkauften deutschen Artikel vom 26. bis 1. November 2016:

1. „Einfach machen“ – Die Zeit, Wilhelm Schmid, 1514 Wörter, 59 Cent
Sogar Sokrates hatte Probleme mit dem „Sexout“ in seiner Beziehung. Ein Philosoph unserer Zeit, Wilhelm Schmid, nimmt sich des Problems an.

2. „Sieht mich jemand?“ – Tagesspiegel, Lena Niethammer, 4484 Wörter, 45 Cent
Reportage über einen Mann mittleren Alters, der in Berlin an der Einsamkeit zerbricht.

3. „Die Heimsuchung“ – Der Spiegel, Britta Stuff, 3711 Wörter, 1,99 Euro
Reportage: Renate Künast besucht Menschen, die sie auf Facebook beschimpft haben.

4. „Eingeweihte Kreise“ – Tagesspiegel, Hannes Heine, 2159 Wörter, 45 Cent
Reportage zu libanesischen Clans im Berliner Kiez Neukölln.

5. „Der Coach in mir“ – Brigitte, Antje Kunstmann, 4269 Wörter, 65 Cent
Umfangreiches Dossier zur Selbsttherapie, mit konkreten Übungen und Ansätzen.

6. „Krebs: Warum wir ihn nicht besiegen sollten“ – Geo, Anke Sparmann, 3583 Wörter, 95 Cent
Longread zu neuen Ansätzen bei der Krebstherapie.

7. „Das Fernsehen stirbt“ – Wirtschaftswoche, Oliver Schütte, 1652 Wörter, 69 Cent
Recherche zur Risikoscheu traditioneller Fernsehsender, und wie neue Streaminganbieter die Lücke mit innovativen Programmen füllen.

8. „Die schlimme Wohlfühlwahl“ – Die Zeit, Slavoj Žižek, 1327 Wörter, 59 Cent
Philosoph Slavoj Žižek mit einer Wutrede gegen den „wirtschaftshörigen Konsens“ für den Hillary Clinton steht.

9. „Genius“ – Washington Post, Eric Weiner, 1510 Wörter, 15 Cent
Die Post entkräftet fünf hartnäckige Mythen dazu, was als genial gilt.

10. „Stark durch Stress“ – Stern, 2694 Wörter, 65 Cent
Coverstory zu neuen Erkenntnissen der Stressforschung, und wie das verbreitete Gefühl positiv wirken kann.

(Quelle des Rankings und der Artikel-Zusammenfassungen: Blendle)

Die Top 3 der meistverkauften Artikel aus den Ressorts Medien und Tech führt der WiWo-Text über die Zukunft des Fernsehens an, der es auch auf Platz 7 der Gesamt-Charts geschafft hat. Dahinter folgt Lars Weisbrods Abrechnung mit dem Bestseller „Ich hasse dieses Internet“. Konsequente Headline der Zeit-Kritik: „Ich hasse diesen Text“.

1. „Das Fernsehen stirbt“ – Wirtschaftswoche, Oliver Schütte, 1652 Wörter, 69 Cent
Recherche zur Risikoscheu traditioneller Fernsehsender, und wie neue Streaminganbieter die Lücke mit innovativen Programmen füllen.

2. „Ich hasse diesen Text“ – Die Zeit, Lars Weisbrod, 1461 Wörter, 59 Cent
Verriss des neuen Anti-Internet-Buches „Ich hasse dieses Internet“.

3. „Bye Siri“ – Business Punk, Ruth Fend, 3345 Wörter, 99 Cent
Unternehmensporträt: „Viv“ soll werden, was Siri nie sein durfte.

(Quelle des Rankings und der Artikel-Zusammenfassungen: Blendle)

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Alle Kommentare

  1. „Das Internet hat eine Welt geschaffen, in der es möglich ist, in seiner eigenen virtuellen Realität zu leben, mit ihrem eigenen inwendig konsistenten Gerüst von ‚Fakten‘, ohne sich je mit der altmodischen Realität auseinandersetzen zu müssen“ jonathan franzen

    ludwig, du solltest dich da perfekt beschrieben sehen.

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