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Neues Kamera-Feature: Facebook arbeitet am nächsten Snapchat-Killer

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Facebook experimentiert mit einer neuen Kamera-Funktion, die an Snapchat erinnert © YouTube

Neue Attacke von Mark Zuckerberg auf seinen Lieblingsgegner Snapchat: Nachdem das Tochter-Unternehmen Instagram im August überraschend die Stories-Funktion ausgerollt und Facebook Wochen später in den USA eine App für Schüler namens Lifestage gelauncht hat, steht nun offenbar der Großangriff bevor. Wie TechCrunch berichtet, experimentiert Facebook aktuell mit einer neuen Kamera-Funktion: Fotos und Videos sollen künftig mit Filtern bearbeitet und an Freunde verschickt werden können – und nur 24 Stunden sichtbar sein.

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Snaps Ambitionen werden immer größer: Im nächsten Frühjahr will der Anbieter der beliebten Messenger-App Snapchat bekanntlich an die Wall Street gehen – zu einer offenkundig immer sportlicheren Bewertung.

Einen Börsenwert von 25 bis 35 Milliarden Dollar strebe das gerade mal fünf Jahre alte US-Unternehmen an, berichtete Bloomberg Ende vergangener Woche – es könnten aber auch 40 Milliarden Dollar werden, war zu hören.

Sexting-App Snapchat weckte Zuckerbergs Interesse

Einen maßgeblichen Anteil am Erfolg oder Misserfolg des IPOs dürfte unterdessen ein alter Rivale haben, der Snap-CEO Evan Spiegel praktisch seit den Gründertagen herausfordert: Facebook-Chef Mark Zuckerberg.

„Hey Evan, ich bin ein großer Fan davon, was Du mit Snapchat anstellst. Ich würde mich sehr freuen, Dich einmal kennenzulernen und Deine Vision zu hören“, lautete Zuckerbergs erste SMS an Spiegel.

Der höflich formulierte Kontaktversuch hatte freilich ein klares Ziel: Die boomende Foto-App, die damals noch als beliebtestes Kommunikationsmittel des Sexting-Trends für Schlagzeilen sorgte, zu übernehmen. Vier Jahre ist das nun her.

Facebook wollte Snapchat kaufen – für drei Milliarden Dollar

Drei Milliarden Dollar bot der Facebook-Chef den Snapchat-Gründern Evan Spiegel und Bobby Murphy seinerzeit – und blitzte bekanntlich ab. Seitdem hat es sich Zuckerberg offenbar in den Kopf gesetzt, den Emporkömmling auf keinen Fall zu groß werden zu lassen.

Die ersten Konter-Versuche scheiterten allerdings recht kläglich: Zunächst floppte die Poke-App, dann vor zwei Jahren der direkte Versuch, Snapchat mit einer eigenständigen App namens Slingshot zu kopieren. Snapchat wuchs unbehelligt weiter und bringt es nun schon auf mehr als 150 Millionen täglich aktive Nutzer – mehr als Twitter.

Groß-Angriff mit Instagram Stories und Lifestage
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Mark Zuckerberg startet nun die nächste Groß-Offensive, um Snapchats Wachstum in Schach zu halten. Snapchats spleeniges Alleinstellungsmerkmal, den Alltag möglichst umfassend mit Foto- und Video-Schnipseln zu dokumentieren, wird seit August von der Facebook-Tochter Instagram mit dem neuen Stories-Feature attackiert, das erstaunlich gut angenommen wird.

Auch Facebook selbst versuchte Wochen später einen weiteren Angriff mit der Standalone-App Lifestage, die Schüler mit Videoprofilen vernetzen soll.

Von MSQRD und Prisma inspiriert

Doch das ist noch nicht alles: Wie TechCrunch am Wochenende berichtete, testet das weltgrößte Social Network aktuell eine neue Kamera-App, in der Funktionalitäten zum Einsatz kommen, die für Nutzer von Snapchat längst zum Social Media-Alltag gehören – Filter, Editierfunktionen und Masken.

Spätestens an dieser Stelle rückt der Zukauf der russischen Selfie-App MSQRD ins Gedächtnis, die Facebook im März für einen ungenannten Betrag übernommen hatte. Aber auch an der im Sommer gehypten russischen Foto-App Prisma scheint Mark Zuckerberg so sehr Gefallen gefunden zu haben, dass er sie nun imitiert, wie ein Post auf seiner Facebook-Seite vergangene Woche andeutete:

Die neue Kamera soll wie bisher auch in die Facebook-App integriert und zunächst in Irland getestet werden. Nutzer können ihre Foto- und Video-Aufnahmen entweder im News Feed posten oder direkt an Freunde senden.

Die privat verschickten Fotos und Videos sollen wie bei Snapchat nur 24 Stunden verfügbar sein. TechCrunch hat unterdessen bereits Facebooks Werbevideo zur neuen Kamera-Funktion geteilt:

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Alle Kommentare

  1. es werden sich schon millionen trottel finden, die als unbezahlte sklaven den wert von facebook steigern, indem sie von morgens bis abends an dessen spielzeugen herumdaddeln und denken, sie täten etwas ganz furchtbar „wichtiges“. eine fantastilliarde wege, zeit tot zu schlagen …

    andere haben ein leben, wissen, mit ihrer zeit etwas sinnvolleres anzustellen … und würden den mist nicht mal mit spitzen fingern anfassen.

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